Blu-ray Kritik zu Männertrip: unterhaltsame Buddy-Komödie

Russell Brand und Jonah Hill in Männertrip
Russell Brand und Jonah Hill in Männertrip © Studio Hamburg Enterprises GmbH

Die Kritik:

Männertrip - Blu-ray
Männertrip – Blu-ray © Studio Hamburg Enterprises GmbH

Komödien waren vor zehn Jahren große Kassenschlager in Hollywood. Filme wie „Die Hochzeits-Crasher“, „The Hangover“, „Anchorman“ und „Step Brothers“ sind Klassiker in dem Genre, doch heutzutage produzieren die Filmstudios nur noch wenige Komödien. Vielmehr werden nur noch Franchise-Filme gedreht, allen voran Superheldenfilme. Zum Glück gibt es noch Streamingdienste wie Netflix, die die Marktlücke entdeckt haben und vermehrt Komödien produzieren. Kinos verdienen Filme wie „Männertrip“, denn nichts ist besser als mit vielen Filmfans gemeinsam zu lachen.

Nicholas Stoller hat sich in der Filmindustrie schnell zu einem gefragten Regisseur und Drehbuchautoren entwickelt. Mit der Komödie „Nie wieder Sex mit der Ex“ feierte er seinen Durchbruch, seitdem arbeitete er mit Schauspielern wie Emily Blunt, Jason Segel, Seth Rogen, Zac Efron und Rose Byrne gearbeitet und unterhaltsame Komödien wie „Fast verheiratet“ und „Bad Neighbors“ abgeliefert. Stoller’s Inszenierung in „Männertrip“ ist technisch einwandfrei, doch seine besonderen Stärken liegen woanders: Nämlich seine Drehbücher. Er schafft es, simple Situationen mit viel Witz zu beschmücken. Zudem kreiert er stets sympathische Charaktere und seine Dialoge sind raffiniert geschrieben. „Männertrip“ gehört definitv zu seinen witzigsten Filmen, aber storytechnisch gibt es einige Probleme, die den Film verhindern, sein ganzes Potenzail auszuschöpfen.

Rose Byrne in Männertrip
Rose Byrne in Männertrip © Universal Pictures

Aaron Green möchte unbedingt in der Musikindustrie arbeiten. Schon bald bekommt er ein lukratives Jobangebot und darf bei einer Plattenfirma als Praktikant arbeiten, doch die Arbeit dort hat er sich eleganter vorgestellt. Als sein Boss ihn beauftragt, den exzentrischen britischen Musiker Aldous Snowi wohlbehalten von London nach Amerika zurückzubringen, damit er da pünktlich bei seinem eigenen Revival-Konzert im Greek Theatre von Los Angeles teilnimmt, sieht Aaron die Möglichkeit, sich endlich zu beweisen, damit er anspruchsvollere Aufgaben übernehmen kann. Doch das ist leichter gesagt, wenn man es mit einem verrückten Musiker zu tun hat. Jonah Hill und Russell Brand tragen den Film mit Leichtigkeit, ihre Chemie ist überzeugend und sie harmonieren prächtig miteinander. P. Diddy aka Sean Combs, der eigentlich Rapper und Geschäftsmann ist, zeigt hier, dass er Comedy kann. Die Auftritte von echten Stars wie Pink und Christina Aguilera machen auch Spaß.

Jonah Hill in Männertrip
Jonah Hill in Männertrip © Universal Pictures

Wer auf derbe Komödien steht, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. „Männertrip“ ist eine Mischung aus „The Hangover“ und „Nie wieder Sex mit der Ex“, schafft es aber, eigene Akzente zu setzen. Einer der Gründe, warum der Film funktioniert, ist die Tatsache, dass die Gagdichte so hoch ist. Ich habe mich mehrmals dabei ertappt, wie ich lauthals gelacht habe. Das liegt nicht nur am Drehbuch, sondern auch an den gut aufgelegten Schauspielern. Doch wie so viele Mainstream-Filme nimmt der Film in der zweiten Hälfte eine überschaubare Wendung ein, wo die Charaktere sich zum Besseren wenden und der Meinung sind, dass sie sich ändern müssen. Manchmal ist es einfach besser, wenn man konsequent ist und nicht den moralischen Zeigefinger benutzt. Die erste Hälfte ist aber wirklich klasse, nur schade, dass die zweite Hälfte schwach ausgefallen ist.

Bild:

Das Bild wird dem Zuschauer mit einer tollen Schärfe präsentiert. Der Schwarzwert liefert ein tiefes und sattes Schwarz ab, womit auch dieser als äußerst gelungen bezeichnet werden kann. In den Nahaufnahmen der Schauspieler ist jede Pore, jedes Fältchen und jedes noch so kleine Härchen klar zu erkennen.

Ton:

Der Großteil des Films basiert auf Dialogen, die jederzeit sehr gut zu verstehen sind, wodurch es aber eben auch oftmals nur zu einer Frontbeschallung kommt. Zudem ist der Originalton deutlich lauter als die deutsche Synchronisation.

Extras:

Ist keines vorhanden.

Blu-ray Wertung
  • 7/10
    Film - 7/10
  • 9/10
    Bild - 9/10
  • 9/10
    Ton - 9/10
7/10

Fazit:

„Männertrip“ ist ein unterhaltsamer Film und wäre sogar noch besser gewesen, wenn man sich voll auf die Eskalation eingelassen hätte. So wird viel Potenzial verschwendet.


von Denizcan Sürücü

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