Lockdown Tower – 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook

LockdownTower- Der Blutrausch beginnt
LockdownTower- Der Blutrausch beginnt © Capelight Pictures

Die Kritik:

Lockdown Tower Mediabook
Lockdown Tower Mediabook © Capelight Pictures

Lockdown Tower“ erblickt hierzulande als Direct-to-Video-Veröffentlichung das Licht der Welt. Wobei es entgegen dem Sprichwort im Film eher um das Gegenteil geht. Hier wird nämlich die Finsternis gezeigt, wenn eine schwarze Materie das namensgebende Hochhaus umgibt. Ähnlich düster zeigt sich dabei auch das Innenleben der Figuren, die in diese Extremsituation geraten. Am 25.08. 2022 erschien das Horrordrama u.a. als 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook (UHD-Blu-ray + Blu-ray), welche wir uns genauer ansehen durften.

Thematisch erinnert der nach einer Corona-Lockdown-Idee entstandene französische Film an das brasilianische Werk „Pink Cloud“, denn der Inhalt liest sich wie folgt: Die gesamten 89 Minuten spielen sich im Hochhaus einer eher mieseren Pariser Gegend ab. Alles wird von einer mysteriösen schwarzen Schicht umhüllt, die die Bewohner von der Außenwelt abschneidet. Der Versuch, hindurch zu kommen, endet tödlich. Ferner ist das Internet und auch der Handyempfang gestört. Die Bewohner schotten sich zusammen, um zu überleben. Oder droht gar das Ende der Welt?

Lockdown Tower – Es gibt keinen Ausweg © Capelight Pictures

Die Handlung spielt dabei über mehrere Jahre. „Lockdown Tower“ gibt dabei weder Hauptfiguren preis noch hält die Story einen roten Faden bereit. Zum einen hat man so das mulmige Gefühl, jederzeit könne alles passieren. Zum anderen fühlt man sich aber auch niemandem verbunden und etwas verloren. Manche Akteure scheinen schlicht vergessen zu werden und recht wahllos wechseln Figuren und Zeiten.

Und doch zieht einen diese Apokalypse in ihren Bann. Die Atmosphäre ist extrem düster und die Figuren verfallen sehr schnell – erst dem Überlebenswillen, der Kriminalität und manche später auch dem Wahnsinn. Kameraarbeit und Schauspiel-Leistung sei Dank. Regisseur Guillaume Nicloux zeigt viele Facetten und bildet ein paar Metaphern, über allem steht aber der insgesamt zutiefst pessimistische Blickwinkel auf das menschliche Wesen. So rechnet er insbesondere mit den unteren sozialen Schichten ab. Erschreckend schnell versammeln die Multikulti-Bewohner Ihresgleichen um sich und Nicloux legt den Finger in die politische Wunde – nicht nur die Frankreichs. Das sind sicher auch die Gründe, die hier den Horror und die FSK 18 ausmachen, und weniger explizite einzelne Bilder.

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Bild:

Die Bilder lassen den Film eben wegen einer fehlenden Storyline beinahe für sich sprechen. Die engen Räume, dunklen Schatten und flackernde Lichter fangen die huschenden Gestalten ein. Trotz diesen Lichtverhältnissen fängt das Bild in 4K alles gestochen scharf ein. Wobei auf der J-Card der Standard-Slogan zu HDR10, der mit brillanten Farben wirbt, hier doch etwas fehl am Platz erscheint. Mit interessanten Farben kann Lockdown Tower nämlich nicht aufwarten, dafür aber mit satten Schwarztönen.

Ton:

Der Ton ist unauffällig und gut. Am deutschen DTS-HD MA 5.1 gibt es nichts auszusetzen, die Synchronisation ist ausnahmslos gelungen und die Dialoge klar verständlich. Es wurde wenig mit Soundtrack gearbeitet, eher sprechen die Bilder für sich.

Extras:

Das digitale Bonusmaterial beschränkt sich auf ein Interview mit Regisseur Guillaume Nicloux mit interessanten Fakten zum Film. Ein recht ähnliches ist auch im Booklet abgedruckt, d.h. ein paar Aussagen wiederholen sich so. Ferner ist noch ein Vorwort des Regisseurs abgedruckt sowie Szenebilder aus dem Film. Qualitativ ist wie bei Capelight Pictures gewohnt alles sauber, scharf und akkurat verarbeitet. Das Mediabook hat von außen eine glatte Oberfläche, das Cover zeigt vorne wie hinten, was sich im Hochhaus in den Zimmern so abspielen wird. Mit den Schattenumrissen der Personen sieht das schon ziemlich stimmig aus.

4K Wertung
  • 7/10
    Film - 7/10
  • 9/10
    Bild - 9/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 6/10
    Extras - 6/10
7/10

Zusammenfassung

Mehr Drama als Horror, welcher sich eher aus dem pessimistischen Blickwinkel ergibt.

Fazit:

„Lockdown Tower“ ist ein außergewöhnlicher Film. Einen den man nicht genießen kann, sondern erleben und sich drauf einlassen muss. Metaphern werten das Ganze zusätzlich auf, wenn man sich mit dem in erster Linie strukturlos anmutenden Film anfreunden kann.


von Nicolas Wenger

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