Jumanji: Willkommen im Dschungel (4K UHD + Blu-ray) Review

JUMANJI: WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL : V.l.n.r.: Nick Jonas, Dwayne Johnson, Karen Gillan, Jack Black und Kevin Hart © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH
JUMANJI: WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL : V.l.n.r.: Nick Jonas, Dwayne Johnson, Karen Gillan, Jack Black und Kevin Hart © 2017 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Die Kritik:

Jumanji Willkommen im Dschungel - 4K UHD Cover
Jumanji Willkommen im Dschungel – 4K UHD Cover © Sony Pictures Entertainment 2018

Kann sich noch jemand an den Abenteuerfilm ʻJumanjiʻ aus dem Jahr 1995 erinnern? In diesem war seinerzeit Kirsten Dunst in einer ihrer ersten Rollen zu sehen und auch der leider 2014 viel zu früh verschiedene Robin Williams spielt im Film von Regisseur Joe Johnston eine große Rolle, nämlich die des Alan Parrish, welcher unfreiwillig in die gefährliche Welt eines Brettspiels hineingezogen wird. Der Film, welcher auf der 1981 erschienenen Kinderbuchvorlage von Chris Van Allsburg basiert, war seinerzeit zwar kein Mega-Erfolg, aber immerhin spielte dieser gut das Vierfache seiner Produktionskosten wieder zurück in die Kassen von Sony sowie Columbia Pictures. Da ist es eigentlich mehr als verwunderlich, dass man sich ganze 22 Jahre Zeit damit ließ, eine Fortsetzung zu veröffentlichen. Im Zuge der Reboot-/Remake-Welle der vergangenen Jahre hat man sich dann aber doch dazu entschieden, den fantastischen Stoff mit Jumanji: Willkommen im Dschungel (OT: ʻJumanji: Welcome to the Jungleʻ) fortzusetzen und einen weiteren Teil zu veröffentlichen, dessen 4K-UHD-Fassung wir euch nun im Review vorstellen möchten.

Die Handlung setzt im Jahr 1996 ein und beginnt damit, dass das Spiel mit der Aufschrift „Jumanji“ an einem Strand gefunden wird. Doch Brettspiele findet der junge Alex Vreeke langweilig, weshalb er es erst einmal auf die Seite legt. Doch eines Nachts wird er von einem seltsamen Geräusch geweckt, das aus der Spielverpackung zu kommen scheint, in der sich plötzlich ein Steckmodul für eine Spielkonsole befindet. Er entschließt sich dazu, das Spiel zu starten – ein fataler Fehler! 20 Jahre später werden vier Schüler der Brantford High-School wegen schlechtem Verhalten zum Nachsitzen verdonnert und zur Strafarbeit in den Schulkeller verfrachtet. Dort entdecken sie bei den Aufräumarbeiten besagtes Videospiel und entschließen sich dazu, eine Partie „Jumanji“ zu zocken – schließlich hat man ja eh nichts Besseres zu tun. Doch bevor es losgehen kann, müssen die Kids erst noch ihre Spielcharaktere wählen: Nerd Spencer (Alex Wolff) wählt Dr. Smolder Bravestone, Fridge (Ser’Darius Blain) entscheidet sich für Franklin „Mouse“ Finbar, die schüchterne Martha (Morgan Turner) nimmt Ruby Roundhouse und die selbstverliebte Bethany (Madison Iseman) entscheidet sich für Professor Sheldon Oberon. Doch ehe sie sich versehen können, hat das Spiel auch sie digitalisiert und in die reale Welt des gefährlichen Dschungels entführt, wo ein Abenteuer auf Leben und Tod auf sie wartet …

Jumanji: Willkommen im Dschungel: V.l.n.r.: Moose (Kevin Hart), Dr. Smolder (Dwayne Johnson), Ruby (Karen Gillan) und Professor Shelly (Jack Black)
Jumanji: Willkommen im Dschungel: V.l.n.r.: Moose (Kevin Hart), Dr. Smolder (Dwayne Johnson), Ruby (Karen Gillan) und Professor Shelly (Jack Black) © 2017 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Gleich vorweg: Mit dem Vorgängerfilm aus dem Jahr 1995 hat dieses Abenteuer, das den Stoff zum größten Teil neu interpretiert, nur noch bedingt etwas zu tun. Im ersten Film, für dessen Regie sich seinerzeit Joe Johnston (ʻCaptain America: The First Avengerʻ) verantwortlich zeichnete, kamen allerhand gefährliche Tiere aus dem Urwald in unsere Welt, jetzt wird der Spieß allerdings umgedreht und die Spieler werden in die Welt von Jumanji hineingezogen. Und wie es sich für ein richtiges Videospiel gehört, hat jeder Spielcharakter seine eigenen Stärken und besonderen Fähigkeiten, welche wir euch kurz vorstellen möchten: Der muskelbepackte Abenteurer Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson) zeichnet sich zum Beispiel durch seine Kraft und Schnelligkeit aus, zudem verfügt er über eine spezielle Aura, die selbst seine Gruppenmitglieder beeindruckt. Der kleingewachsene Franklin „Mouse“ Finbar (Kevin Hart) hingegen ist der Waffen- und Rucksackträger von Bravestone, dessen Haupt-Fähigkeit sein zoologisches Wissen ist – der allerdings seine Hände vom Kuchen lassen sollte, da dieser sehr explosiv auf ihn wirkt. Ein echtes Kampfweib ist die toughe Ruby Roundhouse (Karen Gillan), die jede Menge Kampfsportarten beherrscht – ihre besondere Fähigkeit ist Tanzkampf, der sicherlich bei jedem männlichen Zuschauer sehr gut ankommen dürfte. Der Letzte im Bunde ist Professor Sheldon „Shelly“ Oberon (Jack Black), der zwar nicht viel drauf hat, aber als Kartograph als einziger im Team die Landkarte lesen kann, welche die Spieler zum Ziel des Spiels führt.

JUMANJI: WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL: V.l.n.r.: Jack Black (Professor Shelly Oberon), Nick Jonas (Alex), Karen Gillan (Ruby Roundhouse), Dwayne Johnson (Dr. Smolder Bravestone) und Kevin Hart (Moose Finbar) © 2017 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Das mag jetzt zwar alles ganz normal und nach nichts Besonderem klingen, der Witz dabei ist allerdings, dass eigentlich keine der Spielfiguren zu den jeweiligen Charakteren passt. Der Spieler von Dr. Bravestone ist nämlich eigentlich sehr schmächtig und schüchtern, während dessen ängstlicher Rucksackträger Mouse eigentlich in Wirklichkeit ein kräftiger Kerl ist, der zudem eine echte Sportskanone in seiner Schulmannschaft ist. Die Spielerin von Ruby Roundhouse ist ebenfalls das genaue Gegenteil, denn sie mag überhaupt keinen Sport und ist auch eher der zurückgezogene Typ. Am krassesten trifft es aber die hübsche Bethany, die – weil sie Shelly für eine weibliche Spielfigur hielt – in den fetten Körper eines älteren Professors geworfen wird und sich in ihrer Rolle als Mann völlig überfordert fühlt. Die Botschaft des Films ist folglich klar verständlich: Untern Strich geht es hier darum, das jeder über seinen Schatten springen muss und seine eigenen Ängste überwinden muss, um überhaupt ans Ziel zu gelangen. Das schlägt natürlich mehr als nur einmal fehl, aber zum Glück hat jeder Spieler insgesamt drei Leben, welche per Schwarze-Strich-Tattoos am jeweiligen Unterarm zu erkennen sind. Sind alle Leben verbraucht, heißt es „Game Over“, was natürlich für denjenigen bedeutet, dass er auch im wahren Leben stirbt. Und die ganzen Leben wird die Truppe auch benötigen, denn mit dem fiesen Russel Van Pelt (Bobby Cannavale) bekommen diese einen übermächtigen Gegenspieler vorgesetzt, der die Fähigkeit besitzt, sämtliche Tiere in Jumanji zu kontrollieren. Abschließend lässt sich hier sagen, dass der zweite Teil das altbekannte Konzept zwar nicht in der gleichen Richtung, dafür aber trotzdem sehr gut und vor allem wegen der vielen unterschiedlichen Charaktere, die mehr als nur einmal völlig in ihrer neuen Haut überfordert sind, unterhaltsam fortsetzt.

Bild:

Jumanji Willkommen im Dschungel - Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black und Karen Gillan mitten im Abenteuer
Jumanji Willkommen im Dschungel – Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black und Karen Gillan mitten im Abenteuer © 2017 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Beim Bild darf man bei beiden Medien ordentliches erwarten: Während die Blu-ray mit einer überzeugenden Schärfe, kräftigen Farben und einem satten Kontrast aufwartet und schon beinahe Referenzwerte erreicht, legt die UHD-Fassung nochmal eine Schippe oben drauf. Zwar liegt dort der Transfer, der im Ansichtsverhältnis von 2.39:1 (16:9) gehalten ist, lediglich als 2K Digital Intermediate vor, aber dennoch ist die Detailzeichnung – vor allem bei der Darstellung der Vegetation des Jumanji-Dschungels, sichtbar detailreicher, genauso wie sich die Farbdarstellung dank HDR und Dolby Vision-Support nochmals realistischer und lebendiger präsentiert. Als einziges wirkliches Manko könnte man hier die Special-Effects anführen, die minimal weicher ausgefallen sind, sich jedoch trotzdem gut ins Gesamtbild einfügen. Wenn man da an den Vorgänger aus dem Jahr 1995 zurückdenkt, ist hier dennoch alles in Butter, denn bei diesem sind die Effekte tatsächlich sehr schlecht gealtert. Insgesamt also ein Transfer, mit dem man sehr zufrieden sein kann, auch wenn bei einem nativen Transfer mit echtem 4K sicherlich noch mehr rauszuholen gewesen wäre.

Ton:

Bei den Tonspuren unterscheiden sich die Blu-ray- und die 4K UHD-Fassung voneinander, zumindest wenn es um den englischen Originalton geht. Während die Full-HD-Fassung hier Dolby Auro 3D-Sound auffährt, bietet die 4K-Variante Dolby Atmos-Sound, welchem ein Dolby TrueHD 7.1-Kern zugrunde liegt. Aber ganz gleich für welche der Fassungen man sich letztlich entscheidet, ein wuchtiges und sehr direkt klingendes Tonspektakel bieten beide. Beim deutschen Ton wird auf beiden Scheiben hingegen ein DTS-HD Master Audio 5.1-Mix geboten, welcher ebenfalls sehr kräftig und dynamisch abgemischt ist und den Tieftonkanal während der vielen Actionszenen ebenfalls ordentlich fordert. Problematisch für die Dialogverständlichkeit gestaltet sich das erfreulicherweise zu keiner Zeit, denn die Dialoge der Darsteller werden stets klar und verständlich wiedergegeben.

Extras:

Das gesamte Bonusmaterial bietet eine Gesamtlaufzeit von knapp 45 Minuten, liegt komplett in HD sowie deutsch untertitelt vor und teilt sich wie folgt auf:

Jumanji Willkommen im Dschungel - Auf der Flucht vor den Nashörnern
Jumanji Willkommen im Dschungel – Auf der Flucht vor den Nashörnern © 2017 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

▪ Die Reise durch den Dschungel: Das Making-Of Jumanji (14:54 min)
▪ Die Spieler: Eine heldenhafte Besetzung (7:08 min.)
▪ Den Dschungel überleben: Spektakuläre Stunts (5:47 min.)
▪ Angriff der Nashörner (3:56 min.)
▪ Der Weg vom Buch über das Brettspiel auf die Leinwand… (4:44 min.)
▪ Jumanji, Jumanji – Musikvideo (3:35 min.)
▪ Gag Reel (2:25 min.)
▪ Trailershow:
– Peter Hase
– Emoji – Der Film
– Spider-Man: Homecoming
▪ Digital UltraViolett-Code

Für eine derart erfolgreiche Produktion, die es an den weltweiten Kinokassen immerhin auf über 950 Millionen US-Dollar gebracht hat, präsentiert sich die Ausstattung leider recht mager. Am interessantesten dürfte hier ganz klar das knapp 15 minütige Making-of sein, in welchem sich nicht nur der Cast ausführlich zur Produktion äußert, sondern es auch viele Hintergrundinformationen über die Entstehung des Films und dessen Drehorte zu sehen gibt. Die restlichen Extras gehen zudem auf die heldenhafte Besetzung und die Arbeit der Effekt-Abteilung ein, während es abschließend auch noch ein kurzes Musikvideo mit Darsteller Jack Black gibt.

Fazit:

Auch wenn ʻJumanji: Willkommen im Dschungelʻ nicht mehr viel mit dem Original zu tun hat sondern vielmehr eine inhaltliche Frischzellenkur spendiert bekommen hat, so kann sich das Ergebnis trotzdem sehen lassen. Der Film von Regisseur Jake Kasdan (ʻBad Teacherʻ) ist kurzweilig, macht Spaß und unterhält über die Laufzeit von knapp 2 Stunden prächtig – und das ohne erwähnenswerte oder unnötige Längen. Die Darsteller machen ihre Sache gut und liefern eine hervorragende Performance: Dwayne Johnson spielt gewohnt souverän den superstarken Haudrauf-Kerl, während vor allem Kevin Hart und Jack Black zur Höchstform auflaufen und gehörig die Lachmuskeln strapazieren. Technisch ist die 4K-UHD-Veröffentlichung ebenfalls gut umgesetzt, weshalb Action- und Abenteuerfans bedenkenlos zugreifen können.


von Roland Nicolai


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