Farang – Schatten der Unterwelt in der Filmkritik: Action, wie wir sie nur selten sehen dürfen!

Protagonist Sam (Nassim Lyes) im Kampf © Studiocanal

Die Kritik:

Ja, ja. Kennt man das nicht alles schon? Unsere Hauptfigur hat eine kriminelle Vergangenheit, zieht sich aus dieser dann allerdings zurück, nur um dann durch kalte, brutale Rache angetrieben wieder in einen Sumpf aus Gewalt und Verkommenheit abzusteigen. All das hat Farang ebenfalls zu bieten, und kann dennoch voll und ganz überzeugen. Wieso, wenn doch so viele aus der Konkurrenz an dieser Formel scheitern?

Farang – Schatten der Unterwelt. Filmposter © Studiocanal

Nun zum einen funktioniert hier ausnahmsweise die menschliche Komponente erstaunlich gut. Unser Protagonist Sam trifft zwar am Ende des ersten Akts eine für mich schwer nachzuvollziehende Entscheidung, gerät ansonsten aber angenehm nahbar, weshalb uns auch sein Wunsch nach Vergeltung bis zum Ende mitreißt. Dabei legt man in einem etwas zu langen ersten Akt einen soliden und effektiven Grundstein für den Rest des Films.

Hauptdarsteller Nassim Lyes zeigt sich als durchaus begabter Schauspieler und arbeitet zwischen all der Gewalt und einer gewissen rohen Intensität immer wieder auch die menschlichen Seiten seiner Figur heraus. Doch so gut er sich in dieser Hinsicht auch gibt, darf sich sein wahres Talent genau da entfalten, wo auch der Kern des Films liegt – in der Action. Und diese knallt so richtig!

Die äußerst wuchtigen und schmerzhaften Choreographien werden nicht nur in einem wundervollen Schnitttempo toll eingefangen, sondern werden von allen Darstellern exzellent ausgeführt. Das harte Training und die langjährige Erfahrung aller Beteiligten sprühen geradezu von der Leinwand. Die Kamera geht dabei immer wieder richtig schön mit und lässt durch richtig platzierte, explosive Bewegungen die Härte der Schläge und Tritte umso mehr auf uns einwirken.

Leider fehlen mit einer Ausnahme (alles rund um den Aufzug!) die wirklich großen Action-Sequenzen, die sich stetig weiterentwickeln, zunehmend eskalieren und sich so auch langfristig in mein Gehirn einbrennen. Vieles beschränkt sich auf relativ simple, wenn auch effektive Prügeleien. Das große Action-Storytelling fehlte mir aber immer wieder.

Filmwertung
7/10

Zusammenfassung

Spaßig, wuchtig und brutal.

Fazit:

Am Ende sind es dann leider aber die Kleinigkeiten, die einen guten Genre-Beitrag wie Farang von den wirklich großartigen wie bspw. John Wick trennen. Dennoch bietet sich hier ein ungemein effektiver, wie auch mitreißend choreographierter Streifen Action-Kino, der mich ungemein befriedigt aus dem Kinosaal gehen ließ.


von Sebastian Stegbauer

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