Sicario 2 (4K Ultra HD) – Blu-ray Kritik

Sicario 2 Cover
Sicario 2 Cover © Studiocanal Home Entertainment

Die Kritik:

Sicario 2 (4K Ultra HD) Cover
Sicario 2 (4K Ultra HD) Cover © Studiocanal Home Entertainment

Als wir vergangenes Jahr im September den Drogen-Thriller von Regisseur Denis Villeneuve auf dem HD- sowie UHD-Prüfstand hatten, waren wir von dem Film, der bereits 2015 im Kino zu sehen war, restlos begeistert. Die mit dem Arbeitstitel Soldado betitelte Fortsetzung, welche sich zu diesem Zeitpunkt in Produktion befand, konnten wir jedenfalls schon damals kaum erwarten und auch diese lief in den Kinos ähnlich erfolgreich wie der Vorgänger. Nun ist am 29. November ʻSicario 2ʻ mit dem Originaltitel: ʻSicario: Day of the Soldadoʻ endlich im Handel erschienen und wir haben die 4K-Scheibe genauer unter die Lupe genommen.

Die Fortsetzung erzählt dabei, anders als ursprünglich angenommen, keine Vorgeschichte des ersten Teils, sondern ist zeitlich nach diesem angesiedelt. Im Fokus der Handlung stehen hier einmal mehr der CIA Agent Matt Graver (Josh Brolin) sowie Söldner Alejandro Gillick (Benicio del Toro), die es erneut an die US-mexikanische Grenze verschlägt. Dort eskaliert inzwischen nämlich der Drogenkrieg, seit die mexikanischen Kartelle begonnen haben, nicht nur Drogen sondern auch Menschen in die Vereinigten Staaten einzuschleusen. Schlimmer sogar: Nach einem islamistischen Selbstmordattentat in einem US-amerikanischen Supermarkt geraten die Kartelle obendrein in Verdacht, auch Terroristen über die Grenzen zu schmuggeln. Aus diesem Grund beauftragt der US-Verteidigungsminister James Ridley (Matthew Modine) den CIA-Paramilitär-Offizier Matt Graver, diesen Menschenschmuggel umgehend zu stoppen. Um das zu erreichen schlägt Graver vor, einen Bandenkrieg zwischen den Kartellen zu entfachen und Isabela Reyes (Isabela Moner), die sechszehnjährige Tochter von Drogenboss Carlos zu entführen, um diese Tat dann einem konkurrierenden Kartell unterzuschieben. Behilflich soll ihm dabei sein alter Söldner-Kollege Alejandro Gillick sein, der über die nötige Erfahrung verfügt, ein solches Unterfangen durchzuziehen – allerdings hat dieser noch eine ganz andere Rechnung mit Reyes offen…

Josh Brolin und Benicio Del Toro in Sicario 2
Josh Brolin und Benicio Del Toro in Sicario 2 © Studiocanal Home Entertainment

Auch wenn für die Fortsetzung nicht mehr Regisseur Denis Villeneuve zur Verfügung stand und dieser nun durch den Italiener Stefano Sollima, der einigen womöglich durch die Fernsehserie ʻGomorrhaʻ oder seinen ersten Spielfilm ʻSuburra – 7 Tage bis zur Apokalypseʻ aus dem Jahr 2015 bekannt sein dürfte, ersetzt wurde, so hat es ʻSicario 2ʻ dennoch faustdick hinter den Ohren, sorgt ebenso für reichlich Action und anhaltende Spannung bis zum Schluss. Zu verdanken ist dies aber nicht Stefano Sollima alleine, vielmehr dürfte auch erneut das Drehbuch von Taylor Sheridan (ʻWind Riverʻ) einen großen Teil dazu beigetragen haben, der sich auch bereits als Autor für den ersten Teil verantwortlich zeichnete. Die Machart des Film ist dabei ähnlich geraten wie beim Vorgänger, denn nach wie vor wird auch hier nicht viel gesprochen – vielmehr lebt auch der zweite Teil von seinen intensiven Bildern und Momenten, welche sich erst gar nicht im Handlungsverlauf langsam steigern, sondern direkt zu Filmbeginn bei der Selbstmord-Anschlagszene im Supermarkt voll loslegen und die brutale und schockierende Seite des Terrors zeigen. Ähnlich skrupellos gehen auch die zwei Hauptcharaktere von ʻSicario 2ʻ vor, die erneut goldrichtig mit Benicio Del Toro sowie Josh Brolin besetzt wurden und welche hier erneut eine grandiose darstellerische Performance abliefern. Ohne zu zögern löschen diese mittels eines simplen Telefongesprächs ganze Familien aus oder erschießen auf offener Straße unbewaffnete Personen – solange eben der Zweck die Mittel heiligt.

Josh Brolin in Sicario 2
Josh Brolin in Sicario 2 © Studiocanal Home Entertainment

Die Stars des Films sind demnach die zwei Hauptakteure, aber mit Isabela Moner, welche die entführte Tochter von Drogenboss Reyes überzeugend verkörpert sowie Elijah Rodriguez, der hier als jugendlicher Latino-Amerikaner Miquel Hernandez für den Menschenschmuggel angeworben wird, gesellen sich zwei Jungdarsteller zum übrigen Cast, der sich ebenfalls sehen lassen kann. Die Begegnung mit letztgenanntem Protagonisten auf einem amerikanischen Parkplatz, bei dem dieser zufällig auf Graver und Gillick trifft, hat zudem im späteren Verlauf der Handlung ein böses Nachspiel, wie einer der Beiden schmerzlich feststellen muss. Natürlich gibt es aber auch noch einige weitere wichtige Nebencharaktere wie beispielsweise CIA-Oberhaupt Catherine Keener (Cynthia Foards) oder die Drahtzieher hinter dem Menschenhändlerring, generell hat man es hier aber nicht mehr mit so vielen Figuren wie zuvor im Vorgänger zu tun, was die Handlung etwas geradliniger und auch leichter zu verfolgen macht. Intensive Schauwerte werden ebenfalls wieder jede Menge geboten, sei es nun die Supermarktszene zu Beginn des Films, die Entführung von Reyes Tochter, der Angriff auf den Humvee-Konvoi oder der Helikoptereinsatz zum Finale – keine Frage: ʻSicario 2ʻ ist unterm Strich genauso unterhaltsam, spannend und sehenswert wie ein Vorgänger. Das gilt allerdings nicht nur für die Action im Film, sondern auch die ruhigeren Passagen des Streifens, in denen unter anderem weitere Details von Gillicks früherem Leben ans Licht kommen, die ebenfalls sehr intensiv aber dennoch menschlich sind.

Bild:

Isabela Moner in Sicario 2
Isabela Moner in Sicario 2 © Studiocanal Home Entertainment

Der Transfer ist wie bereits beim ersten Teil im Ansichtsverhältnis von 2,35:1 (16:9) gehalten, basiert diesmal allerdings lediglich auf einem 2K Digital Intermediate. Dennoch ist das Bild zu unserer Überraschung gestochen scharf und läuft vor allem in den Tagesszenen zu wahren Referenzqualitäten auf. Sämtliche Details zeichnen sich deutlich ab, jedes noch so kleine Detail, sei es nun im Hintergrund oder in den Gesichtern der Darsteller, ist mühelos zu erkennen. Die Farbgebung sowie das Kontrastverhältnis geben ebenfalls kaum Anlass zu Kritik und präsentieren sich wie gehabt in erdigen und warmen Farbnuancen. Wer möchte, der kann sich sogar zwischen HDR10 sowie dem dynamischen Dolby Vision entscheiden, wobei uns im Test allerdings das HDR10-Bild eher zugesagt hat, weil in diesem einfach die Farben natürlicher erstrahlen und sich auch Details in dunkleren Bildbereichen besser abzeichnen. Das geht allerdings zu Lasten des Schwarzwertes, welcher hingegen bei Dolby Vision besser zur Geltung kommt, jedoch sind hier dann eben nicht mehr alle Details in dunklen Bereichen zu erkennen. Ebenfalls etwas verwunderlich ist, das es während Timecode 0:18:32 bis 0:19:03 Minuten zu einigen Darstellungsproblemen an der Autoscheibe der hinteren Beifahrerseite kommt, ähnliche Makel oder andere Schwächen haben wir jedoch nicht finden können.

Ton:

Bei der Soundauswahl hat Studiocanal bei ʻSicario 2ʻ ebenfalls wieder alles richtig gemacht und spendiert dem Titel einen sehr prägnanten Dolby Atmos-Mix, der wahlweise auf Deutsch sowie im englischen Originalton vorliegt. Beide Abmischungen basieren dabei auf eine Dolby TrueHD 7.1-Kern, der nicht nur dynamisch und überaus druckvoll klingt, sondern sich obendrein auch exzellent auf sämtliche Surround-Kanäle verteilt. Viel gesprochen wird im Film zwar nicht, aber dennoch ist auch für eine dauerhaft gute Dialogverständlich gesorgt, selbst wenn der überaus stimmige und bedrohlich Score, für den sich diesmal die klassisch ausgebildete isländische Cellistin und Komponistin Hildur Guðnadóttir verantwortlich zeichnet, oftmals den dominanten Part des Films übernimmt. Soundtechnisch jedenfalls ist auch der zweite Teil ein echtes Brett, denn ganz gleich ob hier gerade Dialoge die Szenerie dominieren, bei Schusswechseln Kugeln durchs Wohnzimmer zischen, es bei Explosionen ordentlich knallt oder beim stimmigen Score der heimische Boden vibriert, beide Tonspuren sind der Hammer!

Extras:

Hubschrauber in Sicario 2
Hubschrauber in Sicario 2 © Studiocanal Home Entertainment

Disc 1 (4K UHD):

▪ ohne Bonusmaterial

Disc 2: (Blu-ray):

▪ Making-of
▪ Featurettes:
– „Vom Film zum Franchise“
– „Ein Kriegsakt“
– „Der Cast & Die Figuren“
▪ Trailer
▪ Wendecover

Leider können wir die Extras der Vollständigkeit halber nur auflisten, eine Sichtung des Bonusmaterials, welches aus einem kurzen Making-of, drei Featurettes sowie einem deutschen Trailer zum Film besteht, war leider nicht möglich, da uns für den Test nur die 4K UHD seitens Studiocanal zur Verfügung gestellt wurde.

Blu-ray Wertung
  • 9/10
    Film - 9/10
  • 9/10
    Bild 4K - 9/10
  • 10/10
    Ton - 10/10
9/10

Kurzfassung

Aufregend, Spannend, Intensiv! Mit diesen drei kurzen Worten lässt sich der zweite Teil der Sicario-Reihe sehr treffend bezeichnen, den man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte!

Fazit:

Regisseur Stefano Sollima ist es doch tatsächlich gelungen, den etwas zähen Erzählfluss des Vorgängers zu beseitigen und den Handlungsverlauf in ʻSicario 2ʻ insgesamt übersichtlicher zu gestalten. Die Story, welche erneut aus der Feder von Drehbuchautor Taylor Sheridan stammt, präsentiert sich hier nun geradliniger, was sich bemerkbar macht und zudem besser anfühlt. Trotzdem geht es auch in der Fortsetzung wieder knallhart und schonungslos zur Sache, so dass sich der Titel seine 18er-Freigabe redlich verdient hat. Technisch überzeugt die 4K-Umsetzung ebenfalls, auch wenn man hier „nur“ ein 4K-Upscale bekommt. Dieses präsentiert sich aber überraschend scharf und detailreich, genauso wie der deutsche und englische Dolby Atmos-Mix, der eine echte Wucht ist!


von Roland Nicolai


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