Yakari – Der Kinofilm – Filmkritik: Der Klassiker neu erzählt

Yakari und Kleiner Donner © Leonine

Die Kritik:

Yakari – Der Kinofilm: Hauptplakat @ Leonine

Yakari, der kleine Indianer, der mit Tieren sprechen kann, erlebte am 12. Dezember 1969 in der gleichnamigen Comicreihe seine Geburtsstunde. Mit den Zeichnungen von Claude de Ribaupierre und den Texten von André Jobin gehört „Yakari“ zu den großen Meisterwerken der europäischen Comic-Kunst. Die 40 Bände wurden in insgesamt 13 Sprachen übersetzt und über 5 Millionen mal weltweit verkauft, davon 2 Millionen in Frankreich und 800.000 in Deutschland. Auch die Animationsserie, die von 1983 an gezeigt wurde, wurde ein internationaler Erfolg. Nach Motiven der Comicbücher und dem Drehbuch von Xavier Giacometti & Toby Genkel sowie unter deren Regie kommt „Yakari“ nun auf die große Leinwand.

Yakari und sein Hund Knickohr werden beim Spielen fast von einer großen Bison-Herde überrannt. Kurz darauf entdeckt sie Kleiner Donner, ein Wildpferd, das die Sioux als das schnellste Pony der Prärie kennen. Zurück in seinem Dorf berichtet Yakari seinen Freunden Regenbogen und Kleiner Dachs von der Begegnung und seinem Wunsch, eines Tages Kleiner Donner reiten zu können. Von seinem Vater Kühner Blick erfährt er jedoch, dass es bisher niemandem gelungen ist, das wilde Pony zu zähmen.Als ein Sturm aufzieht und die Bisons das Tal verlassen, bereiten sich auch die Indianer für den Aufbruch vor, um den Tieren zu folgen. Yakari gerät dabei ins Träumen und fliegt gemeinsam mit einem riesigen Adler durch die Wolken. Der Schamane seines Stammes sagt ihm voraus: „Wer von einem Adler träumt, den erwartet ein außergewöhnliches Schicksal“. Am nächsten Morgen folgen Yakari und seine Freunde den Männern des Stamms, die die Wildpferde einfangen wollen. Unter ihnen ist auch Kleiner Donner, der sich mit einem Sprung aus der Gefangenschaft befreien kann. Yakari folgt ihm und entdeckt, dass das Pony mit einem Bein zwischen Felsen eingeklemmt ist. Bereitwillig hilft Yakari ihm und gerät dabei selbst in Gefahr. In Trance trifft er auf den Adler aus seinem Traum, sein Totem, und erhält von ihm für seine Güte eine Feder.

Yakari mit Kleiner Donner, Kleiner Dachs und Regenbogen bei den Sioux © Leonine

Fortan hat er die Gabe, mit Tieren zu sprechen. Dies will der kleine Indianer nutzen, um mit Kleiner Donner zu kommunizieren. Doch bei dem Versuch fällt er ins Wasser und wird von einem Wasserfall verschlungen. Derweil haben seine Eltern seine Abwesenheit bemerkt und machen sich auf die Suche nach ihm. Yakari wird von einer Gruppe Bibern gerettet. Erschöpft macht er sich auf den Heimweg und gerät in eine Herde wilder Mustangs, die auf der Flucht vor dem Stamm der Pumafelljäger sind. Kleiner Donner rettet ihn, eh er überrannt wird. Als Dank hilft Yakari den Pferden. Die daraus resultierende Freundschaft führt die Geschichte zu einem glücklichen Ende.

Yakari und seine Eltern © Leonine

Obwohl der Kinofilm vom Stil her der TV-Serie entspricht, haben die Macher sowohl die Figuren, als auch die Schauplätze neu designt. Die sehr detaillierten und komplexen Bilder erzeugen eine wunderbare Tiefe und Räumlichkeit. Bereits im November 2017 starteten die Arbeiten am Storyboard und der Animatic bevor im November 2018 die 3D-Animation beginnen konnten, die im Dezember 2019 mit der Postproduktion der Bilder und der Verschmelzung mit Toneffekten und Filmmusik beendet wurden.

Yakari- Der Kinofilm: Kleiner Dachs, Yakari und Regenbogen mit dem schlafenden Hund Knickohr @ Leonine

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen und wird vor allem die Zuschauer, die mit dem kleinen Indianer aufgewachsen sind, in ihre Kindheit zurückversetzen. Die im Vergleich zu unserem Alltag rudimentär wirkende Welt der Indianer verkörpert Ruhe und Zufriedenheit, kennt aber auch Action und Abenteuer. Der Einklang mit der Natur und der Umgang mit anderen Lebewesen bildet den Fokus der Handlung, der auch für kleine Kinobesucher gut nachvollziehbar ist. Während Yakari und seine Freunde als Sympathieträger gelten, können die Pumafelljäger als böse Charaktere verstanden werden, die das ein oder andere Kind erschrecken können. Die Figuren sind in ihrer Gestaltung nicht mit den Animationen der bekannten Studios vergleichbar, was aber auch nicht Ziel des Films ist. „Yakari“ zeichnet sich durch seinen einfacheren Stil aus, der den Comicbüchern entspricht und über Jahrzehnte hinweg bis heute sehr beliebt ist.

Freundschaft, Vertrauen in die eigene Person und der bedachte Umgang mit der Natur sind die wichtigsten Themen des Films. Ohne den pädagogischen Zeigefinger zu erheben, erklärt „Yakari“ spielerisch, wie das Leben im Einklang aller Lebewesen im besten Fall funktionieren kann. Vor allem die Gespräche mit den Tieren werden der kindlichen Zielgruppe gefallen und bilden zugleich das Highlight der Geschichte. Welches Kind wünscht sich nicht, sich mit dem eigenen Haustier unterhalten zu können oder von fremden Arten spannende Hintergründe zu erfahren.

Filmwertung
7/10

Zusammenfassung

Ein Indianerabenteuer für kleine und größere Entdecker, das den Lebenslauf der Welt spielerisch zu erklären versucht.

Fazit:

Mit „Yakari“ erleben Kinder ein sorgenfreies Abenteuer, das Spannung und Action bereithält, ohne Spezialeffekte oder übernatürliche Mächte in den Fokus der Betrachtung zu rücken.


von Sandy Kolbuch

Mehr zum Film:
Trailer: Filminfo:

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