Tiger & Dragon aka Crouching Tiger, Hidden Dragon in der Review

Tiger & Dragon - Michelle Yeoh und Chow Yun-Fat
Tiger & Dragon - Michelle Yeoh und Chow Yun-Fat © Studicoanal

Die Kritik:

„Crouching Tiger, Hidden Dragon” oder „Tiger & Dragon” ist pure cineastische Magie. Der Film funktioniert wunderbar als Drama über verdrängte Gefühle, Freiheit und Gewalt, zugleich aber als opulentes Martial Arts-Epos, ein Genre das erst durch Ang Lees Meisterwerk wieder auferstehen durfte. Erzählt wird eine zeitlose Geschichte über ehrenwerte Schwertkämpfer voller Reue und eine grausame Mörderin auf der Flucht, die um die Seele einer jungen Frau kämpfen. So entspinnt sich in dieser Figurenkonstellation eine ehrliche und reale Geschichte, die trotz des fantastischen Settings ihre emotionale Wirkung nie verfehlt. Wir fühlen mit den Figuren, weil jeder Gefühle repräsentiert, die die meisten von uns gleichermaßen erlebt haben und kennen. Der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung und die Wut, die damit einhergeht und Gefühle der Reue und des Schmerzes, die über vergeudete Zeit einhergehen, treiben unsere Protagonisten, wie Antagonisten, lassen sie zweifeln und aufeinander zusteuern. So ist die letztendliche Konfrontation unausweichlich, und dadurch umso tragischer. Sie alle bleiben so aber vor allem menschlich. Es gibt kaum etwas wie eine klassische Schwarz-Weiß-Zeichnung. All das wird in intelligenten Dialogen verarbeitet. Exposition wird auf ein Minimum gehalten, und dennoch lernen wir die Zusammenhänge dieser mysteriösen, scheinbar unendlichen Welt und die Geschichten ihrer Figuren besser kennen als ich für möglich hielt.

Tiger & Dragon - Zhang Ziyi und Chow Yun-Fat
Tiger & Dragon – Zhang Ziyi und Chow Yun-Fat © Studicoanal

Das liegt in großen Teilen an der einmaligen Herangehensweise an die legendären Actionszenen. Vordergründig unterhalten uns diese mit der Eleganz der Choreographie. Treffen hier Meister des Schwertkampfes aufeinander erwartet uns nicht ein simples Duell, mehr ein durch Körper und Emotionen geleitete Erkundung der Gefühlswelten unserer Figuren. Ein tänzerischer Dialog, der nach seinen ganz eigenen Regeln funktioniert. Jede dieser Szenen hat seine persönliche Dramaturgie und Geschichte, an deren Ende die Figuren verändert hervorgehen. Man ergötzt sich nicht nur in der Opulenz der Martial-Arts-Kämpfe, vielmehr macht man sich unabdinglich für die Handlung des Films.

Tiger & Dragon - Zhang Ziyi
Tiger & Dragon – Zhang Ziyi © Studicoanal

Unsere Krieger verfügen dabei über eine unmögliche Eleganz, jede Bewegung fließt in die nächste, so wie jede Einstellung nahtlos in die nächste gleitet. Die Kämpfe wirken dabei gleichermaßen wunderschön und wie auch gefährlich. So münden sie in einem tödlichen Ballett aus Schwertern und Klingen, aus unmöglichen Sprüngen und rasender Geschwindigkeit, getanzt von zeitlosen Figuren mit großem Verlangen bis man in einem Finale endet, das in seiner Emotionalität vielschichtiger kaum sein könnte, auch weil der ohnehin grandiose Soundtrack hier seinen absoluten Höhepunkt erreicht.

Filmwertung
9.5/10

Kurzfassung

Tiger & Dragon muß man gesehen haben.

Fazit:

Ang Lee schuf mit „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ nicht nur einen durch starke Frauen dominierten Action-Meilenstein, sondern zugleich ein intimes Epos mit zeitloser Geschichte.


von Sebastian Stegbauer

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