Primal – Die Jagd ist eröffnet – Blu-ray Kritik

Nicolas Cage in Primal - Die Jagd ist eröffnet
Nicolas Cage in Primal - Die Jagd ist eröffnet © LEONINE

Die Kritik:

Primal - Die Jagd ist eröffnet: Blu-ray
Primal – Die Jagd ist eröffnet: Blu-ray © LEONINE

Nicolas Cage war in den 90ern einer der populärsten Schauspieler Hollywoods und gewann 1996 den Oscar. In den letzten rund 15 Jahren fiel er aber eher durch die schiere Vielzahl an Direct-to-DVD-Filmen auf, in denen er mitgespielt hat. Und nicht jeder dieser Filme war qualitativ hochwertig, ganz im Gegenteil. Die letzten Filme von Cage waren ziemlich schwach und nur eine handvoll seiner letzten Werke sind sehenswert, dazu gehören die Filme „Joe“ und „Mandy„. Dennoch besitzt Cage immer noch eine große Fanbase, die mit Spannung seine nächsten Filme erwartet, denn bei Cage weiß man nie, was er als nächstes drehen wird. In letzter Zeit finden sich auch vermehrt Titel in seiner Filmographie, die mit ihren absurden oder interessanten Handlungen für Interesse sorgen. Eines dieser Filme ist „Primal“, und auch wenn der Film nicht annähernd sein ganzes Potenzial ausschöpft.

Regisseur Nick Powells eigentlicher Job ist Stundkoordinator und hat in über 100 Filmen mitgewirkt, dann gab er 2014 sein Regiedebüt mit „Outcast – Die letzten Tempelritter“, ebenfalls mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. Nun nimmt er nach fünf Jahren wieder auf dem Regiestuhl ab und man merkt, dass er sich als Filmemacher gesteigert hat, aber da ist immer noch viel Luft nach oben. Die Inszenierung in „Primal“ wirkt kompetenter, hätte aber deutlich temporeicher sein können. Der Film hat den Look einer TV-Serie, was aber nicht hauptsächlich an Powell liegt. Wenn das Budget nicht mehr hergeben konnte, ist das nicht die Schuld des Filmemachers, auch wenn ein Regisseur mit mehr Erfahrung definitiv einen besseren Job gemacht hätte, den Film mit Tricks aufzuwerten. Das Drehbuch von Richard Leder ist eigentlich nicht der Rede wert. Die Prämisse ist spaßig, doch an der Umsetzung hapert es. Dumme Dialoge führen zu (unfreiwillig) witzigen Momenten, und auch sonst sind die Charaktere alle eindimensional. Aber auch sonst hätte Leder viel mehr aus dem Plot machen können.

Famke Janssen in Primal - Die Jagd ist eröffnet
Famke Janssen in Primal – Die Jagd ist eröffnet © LEONINE

Der Film fokussiert sich auf Frank Walsh, ein Jäger und Sammler seltener exotischer Tiere. Nach langer Zeit hat er nun seinen größten Fang gemacht: Er einen unbezahlbaren weißen Jaguar gefangen, den er mit einem Frachtschiff zu seinen Auftraggebern bringen will. Doch an Bord befindet sich neben der Raubkatze noch ein weiteres gefährliches Tier — ein verhafteter Auftragsmörder, der in die USA gebracht werden soll. Als der Killer ausbricht und die Katze inklusive anderer gefährlicher Tiere freilässt, muss Walsh sowohl den Jaguar lebendig wieder einfangen und den Mörder aufhalten. Cage darf hier wieder schön die Sau rauslassen und man merkt ihm an, dass er bei den Dreharbeiten Spaß hatte. Kevin Durand, der in seiner Karriere schon mehrere Bösewichte verkörpert hat, überzeugt ebenfalls als durchgeknallter Mörder und bildet mit Cage ein solides Duo. Famke Janssen ist die Schwachstelle des Ensembles und wirkt total lustlos. Sie hat die Rolle höchstwahrscheinlich nur wegen der Gage angenommen und gibt sich keine Mühe. Auch der Rest der Besetzung bleibt leider blass.

Kevin Durand in Primal - Die Jagd ist eröffnet
Kevin Durand in Primal – Die Jagd ist eröffnet © LEONINE

„Primal“ hätte durchaus ein unterhaltsamer B-Movie werden können, doch Regisseur Nick Powell holt aus der Geschichte zu wenig heraus. Wenn die seltenen und gefährlichen Tiere so oft erwähnt werden und man den Jaguar auch im Trailer promotet, dann sollte man ihn auch so oft wie möglich im Film zeigen. Der Jaguar und die anderen gefährlichen Tiere werden kaum genutzt, da sie viel zu selten in Erscheinung treten und somit keine spürbare Bedrohung für Walsh und den Rest darstellen. Wenn sie mal auftauchen sind sie extrem schwach animiert, aber bei dem Budget ist das verständlich und keine Ausrede, den Tieren keine Screentime zu geben. So entwickelt sich der Film schnell zu einer Mann-gegen-Mann-Jagd auf einem beengten Raum, was man so schon häufig und vor allem besser inszeniert gesehen hat. Wenn es mal zur Sache geht, macht das alles schön viel Spaß und dann sind die wahren Stärken von Powell zu sehen.

Bild:

Die bildliche Umsetzung des Films ist recht gelungen. Ein durchaus scharfes und detailreiches Bild entspricht dem Stand aktueller Produktionen. Farben wirken sehr kräftig und auch der Schwarzwert liegt auf einem soliden Niveau.

Ton:

Ebenso wie das Bild kann auch der Ton als recht gut eingestuft werden. Hier erwarten den Zuschauer stets klar verständliche Dialoge, die auch während den wilden Actionsequenzen nicht untergehen.

Extras:

Das Making-of ist ganz solide, mehr gibt es leider nicht.

Blu-ray Wertung
  • 4.5/10
    Film - 4.5/10
  • 7/10
    Bild - 7/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 3/10
    Extras - 3/10
5/10

Kurzfassung

Durchschnittlicher B-Movie, der sein Potenzial nicht ausnutzt.

Fazit:

Nicolas Cage spielt in „Primal“ wieder in einem durchschnittlichen B-Movie mit, der sein Potenzial nicht ausnutzt.


von Denizcan Sürücü

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