Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – Blu-ray Kritik

Carina Smyth (Kaya Scodelario), Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) und Henry Turner (Brenton Thwaites)
Carina Smyth (Kaya Scodelario), Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) und Henry Turner (Brenton Thwaites) © Disney Enterprises, Inc.

Die Kritik:

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache – Blu-ray Cover © Disney Enterprises, Inc.

Das letzte Abenteuer beginnt: Captain Jack Sparrow sticht wieder in See, natürlich volltrunken und verwirrt wie immer. Ob ʻPirates of the Caribbean: Salazars Racheʻ allerdings tatsächlich das letzte Abenteuer des erfolgreichen Franchise ist, darf bezweifelt werden. Schließlich hat der fünfte Teil der Reihe an den weltweiten Kinokassen knapp 800 Millionen US-Dollar eingespielt, denen Produktionskosten von 230 Millionen gegenüberstehen, weshalb man durchaus erneut von einem Erfolg sprechen kann. Ein sechster Teil, sollte er überhaupt kommen, wird aber definitiv von zwei Faktoren abhängig sein: Erstens und das ist das Wichtigste, muss Johnny Depp für diesen wieder zur Verfügung stehen und zweitens, möchte man erst abwarten, wie der fünfte Teil im Heimkinosektor bei den Kunden ankommt. Sollte beides für Disney passen, so dürfte einem sechsten Teil wohl nichts im Wege stehen, bei dem dann erneut der Norweger Espen Sandberg die Regie übernehmen soll, der zusammen mit Co-Regisseur Joachim Rønning bereits Teil 5 gedreht hat. Dieser erscheint nun am 5. Oktober auf Blu-ray und wir berichten in unserer Kritik, ob der Film und dessen technische Umsetzung auf das HD-Format gelungen ist.

Ich kannte mal einen Spanier… mit irgendwas auf Spanisch! Genau dieser Satz wird Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) in ʻPirates of the Caribbean: Salazars Racheʻ zum Verhängnis, denn der sogenannte Spanier ist nämlich ein verflucht gemeiner Hund. Verflucht im wahrsten Sinne des Wortes, denn einst waren Captain Armando Salazar (Javier Bardem) und seine Crew erfolgreiche Piratenjäger, die allerdings zu lebenden Toten verflucht wurden, als sie durch eine List von Jack Sparrow in eine verfluchte Bucht im sagenumwobenen Teufelsdreieck steuerten. Doch eines Tages gelingt es Captain Salazar, durch eine Unbedachtheit von Jack, die Bucht zu verlassen. Fortan sinnt dieser auf Rache und schwört, alle noch lebenden Piraten auf See zu töten – allen voran Jack Sparrow!

Jack Sparrow (Johnny Depp, links) und Gibbs (Kevin McNally)
Jack Sparrow (Johnny Depp, links) und Gibbs (Kevin McNally) © Disney Enterprises, Inc.

Soviel zum groben Handlungsstrang des fünften Teils, der allerdings noch durch einen zusätzlichen Nebenstrang weiter ausgebaut wird. Im Fokus dieses zweiten Handlungsstrangs steht der junge Henry Turner (Brenton Thwaites), der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich seinen geliebten Vater William Turner (Orlando Bloom) vom Fluch der Flying Dutchman zu befreien. Möglich soll dies angeblich der mysteriöse Dreizack Poseidons machen, der über die Macht verfügt, sämtliche Flüche der See aufzuheben. Auf seiner Suche nach dem Dreizack trifft Henry auf die hübsche Carina Smyth (Kaya Scodelario), die auf der Flucht und zum Tode verurteilt ist, da die Leute glauben, sie sei eine Hexe. Allerdings ist dem gar nicht so, schließlich deutet sie lediglich die Sterne mit Hilfe eines alten Buches ihres Vaters, welchen sie allerdings nie kennengelernt hat, um ebenfalls den Dreizack zu finden. So kommt es, das sich die Beiden zusammentun und während ihrer Reise noch zufällig auf Jack Sparrow treffen, der ebenfalls den Dreizack zu finden gedenkt – denn nur dieser alleine hat die Macht, Captain Salazar und seine verfluchten Schergen aufzuhalten.

Carina (Kaya Scodelario) und Henry (Brenton Thwaites)
Carina (Kaya Scodelario) und Henry (Brenton Thwaites) © Disney Enterprises, Inc.

Was hier jetzt zwar nach schnell zusammengeschmissener Storyline klingt, funktioniert im fünften Teil allerdings sehr gut und bleibt von Beginn bis zum fulminanten Finale spannend und unterhaltsam. Produzent Jerry Bruckheimer und seiner Crew ist es doch tatsächlich gelungen, für den fünften Teil beinahe wieder sämtliche bekannten Gesichter, wenn diese nicht gerade im Film dahingeschieden sind, aus den vorigen Teilen wieder zusammenzutrommeln. Unterm Strich bedeutet dies, dass es ein Wiedersehen mit Captain Hector Barbossa (Geoffrey Rush), dessen Affe Jack sowie Scrum (Stephen Graham) gibt und selbstverständlich sind aus Sparrows alter Crew erneut wieder Joshamee Gibbs (Kevin R. McNally) sowie Marty (Martin Klebba) mit von der Partie, genauso wie die ehemaligen Marines Mullroy (Angus Barnett) und Murtogg (Giles New) welche einst der British Royal Navy angehörten und auf Port Royal stationiert waren, jetzt allerdings waschechte Piraten sind. Aber es gibt nicht nur ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, zu denen unter anderem auch ein Kurzauftritt von Elizabeth Swan/Turner (Keira Knightley) gehört, sondern mit dem besagten Captain Salazar, dessen genauso grimmigen Lieutenant Lesaro (Juan C. Vellido), der Hexe Shansa (Golshifteh Farahani) und nicht zuletzt Lieutenant Scarfield (David Wenham), welcher diesmal im Auftrag der Royal Navy als kommandierender Offizier der HMS Essex unterwegs ist, sind auch viele neue interessante Charaktere hinzugekommen, die den Cast ungemein bereichern. Rein inszenatorisch reiht sich der fünfte Teil jedenfalls hervorragend in die vorangegangenen Abenteuer ein und dank der vielen neuen Charaktere wird immer noch für prächtige Unterhaltung gesorgt, auch wenn es im Mittelteil ein kurzes Tief gibt und man nicht umherkommt zuzugeben, das dem Franchise so langsam aber sicher etwas die Luft ausgeht.

Bild:

Salazars "Silent Mary" attackiert Barbossas "Queen Anne's Revenge"
Salazars „Silent Mary“ attackiert Barbossas „Queen Anne’s Revenge“ © Disney Enterprises, Inc.

Rein qualitativ gibt es am Bildtransfer von ʻPirates of the Caribbean: Salazars Racheʻ, welcher im Ansichtsverhältnis von 2,40:1 (16:9) vorliegt, nichts zu beanstanden. Zu Filmbeginn und auch während vieler anderer Szenen auf See, präsentiert sich der Transfer sehr dunkel, das passt aber hervorragend zum Geschehen und untermalt perfekt die düstere Stimmung, wenn zum ersten Mal die Flying Dutchman aus dem Tiefen des Meeres emporsteigt oder wenn Captain Salazar mit seiner verfluchten Crew erstmals in bedrohliche Erscheinung tritt. Das Bild verfügt aber nicht nur über ein tolles Kontrastverhältnis und einen sehr satten Schwarzwert, in welchem erfreulicherweise auch keinerlei Details verloren gehen, auch in hellen Passagen läuft der Transfer zur Höchstform auf und besticht mit einer tollen Bildschärfe, sehr natürlichen und gleichermaßen kräftigen Farben sowie einer großartigen Feindetailzeichnung. Ganz gleich ob es nun die feinen Muster und Stickereien auf den Kostümen sind, die feinen Hautporen auf denen jeder Tropfen Schweiß klar zu sehen ist oder die überaus gelungene Darstellung der verbrannten Körper von Salazars Crew, wo um deren entstellte Körper herum noch kleine Ruß-Reste umherfliegen, die Blu-ray offenbart jedes noch so kleine Detail. Selbst in Szenen, in denen man von Effekten, vor allem zum fulminanten Finale hin, wenn beispielsweise das Meer geteilt wird, schon beinahe erschlagen wird, wird dank der gelungenen Bildqualität jedes noch so kleine Detail mühelos sichtbar. Toll!

Ton:

Leider bleibt Disney seiner aktuellen Linie treu und spendiert auch hier der deutschen Tonspur nur einen Mix in DTS-HD High Resolution 5.1, während der englische Originalton mir verlustfreiem DTS-HD Master Audio auftrumpfen kann und das sogar mit zwei zusätzlichen Kanälen in 7.1-Sound. Normalerweise wäre dies ja nicht weiter tragisch, denn die deutsche Abmischung klingt sehr aktiv und bietet auch viele tolle Effekte auch ein ausgewogenes Balancing, bei dem die Dialoge stets klar und verständlich wiedergegeben werden – allerdings macht der englische Originalton eine nochmals bessere Figur. Schon gleich zu Filmbeginn bemerkt man, dass der unkomprimierte DTS-Mix hörbar kräftiger, differenzierter und während der Kampfszenen auch dynamischer klingt. Vor allem wenn die Schiffskanonen abgefeuert werden, die Säbel aufeinanderprallen oder einfach nur das Holz unter dem kräftigen Wellengang des Meeres zu knarzen beginnt, dann wird das alles etwas feiner und effektvoller über die Lautsprecher ausgegeben. Nichtsdestotrotz kann man aber auch mit dem deutschen Sound sehr zufrieden sein, der zwar in den Actionsequenzen gerne etwas mehr Druck haben könnte, ansonsten aber auch kaum Wünsche offen lässt. Für die richtige Atmosphäre wird dank des tollen Scores von Geoff Zanelli, der bereits bei ʻFluch der Karibikʻ (OT: ʻPirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearlʻ) sowie ʻPirates of the Caribbean – Am Ende der Weltʻ (OT: ʻPirates of the Caribbean: At World’s Endʻ) die ergänzende Musik beisteuerte, jedenfalls auf beiden Tonspuren prächtig gesorgt.

Will Turner (Orlando Bloom, links) mit seinem Sohn Henry (Lewis McGowan)
Will Turner (Orlando Bloom, links) mit seinem Sohn Henry (Lewis McGowan) © Disney Enterprises, Inc.

Extras:

  • Making-of: Salazars Rache (47:50 min.)
  • Making-of: Salazars Rache (47:50 min.)
  • Karibische Pannen beim Dreh (2:58 min.)
  • Jerry Bruckheimers Fototagebuch (1:40 min.)
  • Zusätzliche Szenen:
    • Straßenräuber (0:34 min.)
    • Captain Jack erteilt Henry Turner eine Lektion (0:39 min.)
    • Ein Waal in Poseidons Grab (0:55 min.)
    • Alternative Szene: Murtogg + Mullroy (0:31 min:)
  • Trailershow:
    • Star Wars: Die letzten Jedi (2:03 min.)
    • Cars 3 (1:32 min.)

Die Extras sind diesmal etwas übersichtlicher ausgefallen, sind aber trotzdem überwiegend sehenswert und warten mit informativen Beiträgen auf. Das Herzstück stellt dabei das Making-of dar, welches in insgesamt sieben Bereiche aufgeteilt wurde und in dem man nicht nur vieles über die eigentliche Produktion in Erfahrung bringen kann sondern in dem sich auch einige Darsteller wie beispielsweise Brenton Thwaites (Henry Turner), Kaya Scodelario (Carina Smyth) sowie Javier Bardem (Salazar) über ihre Rollen und den Alltag am Set äußern. Sehenswert ist hier vor allem der überaus witzige Kevin R. McNally (Mr. Gibbs), der schon seit dem ersten Teil der Reihe mit an Bord ist und dem die Zusammenarbeit sichtlich immer noch sehr viel Spaß bereitet. Des Weiteren gibt es unter „Zusätzliche Szenen“ insgesamt vier eher unwichtige Ausschnitte zu sehen, welche es zurecht nicht in den fertigen Film geschafft haben sowie einige Pannen von Dreh und ein kurzes Fototagebuch von Produzent Jerry Bruckheimer, das einige Porträts und Schnappschüsse zeigt, die während des Drehs entstanden sind.

Fazit:

Auch der nunmehr fünfte Teil der ʻPirates of the Caribbeanʻ-Reihe hat nichts von seinem Charme eingebüßt und unterhält immer noch prächtig, auch wenn man nicht umherkommt zu sagen, das dem Franchise so langsam aber sicher die Luft ausgeht. Gerade im Mittelteil fällt der Titel in ein kleines Handlungstief, das aber erfreulicherweise durch die vielen sympathischen Charaktere wieder wett gemacht wird und in einem tollen Finale gipfelt, das mit tollen Momenten sowie großartigen Effekten aufwartet und jede Menge Fan-Service bietet. Unterm Strich eine gute Fortsetzung der Reihe, die zudem technisch gewohnt souverän auf Blu-ray umgesetzt wurde.


von Roland Nicolai


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