Men in Black – Trilogie – 4K Ultra HD Kritik

Die Agenten Jay (Will Smith) und Kay (Tommy Lee Jones)
Die Agenten Jay (Will Smith) und Kay (Tommy Lee Jones) © Sony Pictures Home Entertainment

Die Kritik:

Men in Black Trilogie 4K Ultra HD Cover
Men in Black Trilogie 4K Ultra HD Cover © Sony Pictures Home Entertainment

Es wäre vermessen davon auszugehen, dass wir in den unendlichen Weiten des Weltalls vollkommen alleine und die einzig intelligente Lebensform sind. Viel fantastischer und gar nicht mal undenkbar wäre vielmehr, dass Aliens bereits unter uns sind und getarnt als Menschen womöglich direkt das Wohnhaus nebenan bezogen haben. Ein ähnliches Thema behandelt Regisseur Barry Sonnenfelds ʻMen in Blackʻ-Reihe, welche auf der gleichnamigen Miniserie von Malibu Comics basiert, die es auf insgesamt drei Kinofilme gebracht hat und in denen Regierungsagenten in schwarzen Anzügen zu sehen sind, die außerirdische Lebensformen verdeckt auf der Erde überwachen. Am 7. Dezember sind alle drei Teile erstmals auf dem 4K UHD-Format erschienen – wir haben freundlicherweise ein Testexemplar zur Verfügung gestellt bekommen und berichten in unserer Kritik, ob die Bildqualität verbessert werden konnte, welche Neuerungen es bei den Tonformaten zu vermelden gibt und ob es einige Extras auf die Scheiben geschafft haben.

Men in Black (1997)

Nur die Men in Black kennen das bestgehütete Geheimnis der Welt: Auf der Erde wimmelt es von Aliens! Außerirdische der unterschiedlichsten Art haben sich, als Menschen getarnt, illegal auf unserem Planeten breitgemacht. Einige werden geduldet, andere hingegen aufgespürt, gejagt und abgeschoben – oder notfalls auch eliminiert. Um diesen schwierigen und kräftezehrenden Job kümmern sich unter anderem die beiden zähesten unter den Alienjägern, die Agenten Kay (Tommy Lee Jones) und Jay (Will Smith). Doch dann landet ein intergalaktisches Riesenmonster auf der Erde – sein Ziel: Die totale Vernichtung der Welt. Trotz optimaler High-Tech-Bewaffnung haben die beiden Super-Agenten jetzt einen lebensgefährlichen Auftrag! Als sie die Fährte des außerirdischen Eindringlings aufgenommen haben, scheint es fast zu spät zu sein – eine globale Katastrophe bahnt sich an …

Kay (Tommy Lee Jones) und Jay (Will Smith) bei der Arbeit
Kay (Tommy Lee Jones) und Jay (Will Smith) bei der Arbeit © Sony Pictures Home Entertainment

Men in Black II (2002)

Als Agent Kay (Tommy Lee Jones) vor einigen Jahren die Geheimorganisation der Men in Black verließ, wurde sein Gedächtnis getreu den Vorschriften „geblitzdingst“. Sein ehemaliger Partner Jay (Will Smith) ist derweil zum neuen Top-Agenten der MIB aufgestiegen, allerdings hat er keinen fähigen Kollegen an seiner Seite, was ihm seinen Job nicht gerade leichter macht – schon gar nicht, als plötzlich die außerirdische Kylothin Serleena (Lara Flynn Boyle) in Gestalt eines verführerischen Dessous-Models auf der Erde Angst und Schrecken verbreitet. Mit Hilfe des zweiköpfigen Unholds Scrad (Johnny Knoxville) will sich diese das Licht von Zartha unter den Nagel reißen, um sich auf diese Weise die Herrschaft über das Universum zu sichern. Nur Kay könnte das gemeine Biest noch aufhalten – wenn er sich doch bloß an seine frühere Existenz erinnern könnte! Agent Jay macht sich deshalb auf, seinen alten Partner zu reaktivieren, was allerdings leichter gesagt als getan ist …

Men in Black 3 (2012)

Die zwei MIB-Agenten Kay und Jay arbeiten schon sehr lange gut zusammen, allerdings geraten beide in einen Streit, als Boris die Bestie (Jemaine Clement) aus einem Alien-Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond ausbricht und Kay sich weigert, genauere Informationen über den gefährlichen Boglodid zu teilen. Kurz darauf verschwindet Kay auf mysteriöse Weise und alle glauben plötzlich, dass dieser bereits vor 40 Jahren verstorben ist. Allerdings kann sich Jay noch an seinen früheren Partner in der Gegenwart erinnern, weshalb MIB-Chefin O (Emma Thompson) vermutet, dass die Zeit irgendwie manipuliert wurde. Kurzerhand entschließt sich Jay dazu, umgehend in die Vergangenheit zu reisen, um dort das Übel an der Wurzel zu packen und die Zeitlinie wieder herzustellen. Doch im Jahr 1969 angekommen, stellt er schnell fest, dass sein maulfauler Partner einige richtig gut gehütete Geheimnisse hatte, deren Ausmaß Jay erst durch das Zusammentreffen mit dem jüngeren Kay (Josh Brolin) verstehen kann …

 

Kylothin Serleena (Lara Flynn Boyle)
Kylothin Serleena (Lara Flynn Boyle) © Sony Pictures Home Entertainment

Über die drei Filme selbst braucht an dieser Stelle eigentlich gar nicht mehr viel gesagt werden, außer vielleicht das der erste Teil aus dem Jahr 1997 zweifelsohne der Beste der Trilogie ist. Sei es nun die Einführung der Figuren und der streng geheimen MIB-Organisation, die Einbindung der verschiedenen Aliens, zu denen auch eine monströse Killerschabe im Edgar-Kostüm (Vincent D’Onofrio) gehört oder wie kompromisslos die Regierungsbeamten einfach mit dem Neuralisator das Gedächtnis schaulustiger Passanten löschen – hier stimmt nahezu alles. Die fünf Jahre später erschienene Fortsetzung erreicht dabei keinesfalls die Klasse des Vorgängers, wird aber allen voran durch den saukomischen Einsatz von Mops Frank, der im Film zu Jays neuem Partner Agent F avanciert, zumindest wieder etwas wett gemacht. Wenn der Köter anfängt loszuquatschen und dabei stets einen lockeren Spruch auf Lager hat, bleibt garantiert kein Auge trocken – vor allem dann nicht, wenn die freche Töle im Mercedes E-500 sitzt und passend zu „Who let the Dogs out von Baha Men“ mitbellt. Ebenfalls zum Brüllen komisch ist der schräge Auftritt von Michael Jackson, der hier eine kleine Gastrolle hat und der MIB unbedingt als offizieller Agent M beitreten möchte, jedoch kurzerhand abgewiesen wird. Im dritten Teil geht es hingegen zwar wieder etwas bodenständiger und weniger übertrieben zu, allerdings kommt diese Fortsetzung viel zu spät, immerhin liegen zwischen Teil 2 und 3 insgesamt zehn Jahre. Nichtsdestotrotz hat aber auch ʻMen in Black 3ʻ viele Stärken, die zwar auch nicht an die Klasse des Originals heranreichen, jedoch zumindest die Geschichte um Agent Jay weiter ausbaut, so dass man erfährt, woher der ehemalige New Yorker Polizist James Edwards III eigentlich kommt und wie seine Vergangenheit mit den Geschehnissen des MIB-Universum verbunden ist. Wirklich toll was hier von Drehbuchautor Etan Cohen (Tropic Thunder), der gemeinsam mit Will Smith an der Story gearbeitet hat, geleistet wurde. Wie die Faust aufs Auge passt auch Josh Brolin als junger Agent Kay, der zweifelsohne das perfekte Pendant zum älteren, griesgrämigen Tommy Lee Jones ist – wahrlich eine Idealbesetzung als Abschluss für die humorvolle Trilogie.

Bild:

Damit man sich an nichts mehr erinnert, wird man "geblitzdingst"
Damit man sich an nichts mehr erinnert, wird man „geblitzdingst“ © Sony Pictures Home Entertainment

Dass die Filme ursprünglich noch auf 35mm-Material gedreht wurden, sieht man den neuen 4K-Mastern durchaus an. Trotzdem kann man hier von einem deutlichen Qualitätsanstieg sprechen, der die vorangegangenen Blu-ray-Veröffentlichungen in den Schatten stellt. Zwar werden alle Transfere, die im Übrigen allesamt im Ansichtsverhältnis von 1.85:1 (16:9) vorliegen, von Filmkorn begleitet, das vor allem beim ersten Teil und auch dessen dunkleren Bildabschnitten verstärkter in Erscheinung tritt, jedoch wirkt sich das nicht negativ auf den Filmgenuss aus, sondern verleiht den Titeln einen ansprechenden filmischen Look. Die Bildschärfe konnte indessen leicht gesteigert werden, wobei hier natürlich ʻMen in Black 3ʻ am besten abschneidet, was allerdings wenig verwunderlich ist, handelt es sich doch bei diesem um eine gerade mal fünf Jahre alte Produktion. Da die Effekte lediglich in 2K gemastert wurden, erkennt man diese natürlich leicht als solche, was vor allem im zweiten Teil gleich mehrmals der Fall ist. Beispielsweise ist Wurm Jeff in der U-Bahn deutlich weicher als der Rest der Szenerie, genauso wie die Wurm-Jungs – die sogenannten Annelids, die in der animierten Serie eine größere Rolle einnehmen. Ansonsten ist die Bildqualität stellenweise etwas schwankend ausgefallen, denn einige Szenen wie zum Beispiel in ʻMen in Black IIʻ bei Timecode 11:35 zeigen im Hintergrund nur verschwommene Details, klar zu erkennen beim Baum rechts im Bild, andere Shots hingegen, beispielsweise wenn bei Minute 30:38 Postarbeiter Kevin im Auto auf die Rückbank schaut, sehen wirklich erstklassig aus. Das gilt im Übrigen auch für die meisten der Nahaufnahmen, welche dank der tollen Detailzeichnung jedes noch so kleine Detail in den Gesichtern der Darsteller erkennen lässt. Das nachträglich hinzugefügte HDR leistet ebenfalls gute Arbeit, wodurch nicht nur die Helligkeitsunterschiede profitieren, sondern auch das Kontrastverhältnis, das dank des sehr satten Schwarzwertes sichtbar plastischer als beim 1080p-Master ausfällt.

Ton:

Mops Frank als Agent F
Mops Frank als Agent F © Sony Pictures Home Entertainment

Beim deutschen Ton hat sich bei dieser UHD-Veröffentlichung ebenfalls etwas getan, denn bei allen drei Teilen liegt nun jeweils eine deutsche Abmischung in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, während man beim englischen Originalton komplett auf das neue Dolby Atmos-Format setzt. Letzteres ist freilich dem deutschen Ton hörbar überlegen, nutzt sämtliche Surround-Kanäle entsprechend aus und klingt nicht nur dynamischer und kräftiger, sondern auch frischer. Im direkten Vergleich fällt hier vor allem der erste Teil beim deutschen Sound merklich ab, da sich dieser eher zurückhaltend präsentiert und das Geschehen hauptsächlich auf die vorderen Kanäle verteilt. Ähnlich verhält es sich bei der Fortsetzung, die zwar räumlicher klingt, aber bei den Effekten und vor allem beim zu schwachen Tieftonkanal abfällt. Richtig gut hingegen ist ʻMen in Black 3ʻ, der allerdings bereits auf der damaligen Blu-ray mit einem DTS-HD Master Audio 5.1-Mix aufwartete, der sehr aktiv klingt und viele direktionale Effekte bietet. Die exzellente Räumlichkeit wird hier auch endlich von einem satten und kräftigen Tieftonkanal begleitet, bei dem der Subwoofer einiges zu tun bekommt. Nicht unerwähnt lassen möchten wir, das – obwohl der deutsche Ton beim dritten Teil am besten abschneidet, die Dialoge bei allen drei Filmen zu jederzeit klar und verständlich wiedergegeben werden.

Extras:

Leider hat man es versäumt, der Trilogie das bekannte Bonusmaterial der alten Scheiben zu spendieren. Demnach bieten alle drei Teile lediglich einige ausgewählte Szenen aus dem Film, welche sich im Bereich „Momente“ direkt anwählen lassen. Bedauerlich ist auch, dass man dem Set ein eher zurückhaltendes Cover spendiert hat, bei dem obendrein auch auf eine zweite Seite ohne FSK-Logo verzichtet wurde.

Fazit:

Die ʻMen in Blackʻ gehören eigentlich in jede gut sortierte Filmsammlung und da bildet auch die neue 4K-UHD-Trilogie keine Ausnahme. Dank der gesteigerten Bild- und Tonqualität bei allen drei Teilen, die zum einen beim Bild durch das hinzugefügte HDR als auch beim Ton durch das neue Dolby Atmos-Format profitiert, lohnt sich hier das Upgrade. Allerdings sollte man die alten Blu-rays nicht ausmustern, denn das darauf enthaltene Bonusmaterial ist auf der neuen UHD-Trilogie leider nicht enthalten.


von Roland Nicolai


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