The Report – Filmkritik zum Polit-Drama

The Report - Adam Driver
The Report - Adam Driver © ATSUSHI NISHIJIMA

Die Kritik:

The Report Filmposter
The Report Filmposter © DCM

„The Report“ ist der Name des neuen Politdramas von Scott Z. Burns („Pu-239“). Es geht um den Senatsmitarbeiter Daniel Jones (Adam Driver, „Logan Lucky“), welcher von seiner übergeordneten Senatorin den Auftrag bekommt sich durch die Millionen Akten der CIA zu arbeiten, um einen Bericht über die Gefangenen der USA nach 9/11 anzufertigen. Hierbei findet er heraus, dass die USA halb legal, halb illegal hunderte Gefangene brutalst gefoltert hat und dies von der CIA vertuscht wurde. Sein Report sollte eigentlich große Wellen schlagen, sollte er jemals veröffentlicht werden…

In der heutigen, teils politisch geladenen, Kinolandschaft muss sich „The Report“ unweigerlich den Vergleich zu „Vice“ und „The Big Short“ gefallen lassen. Die beiden Werke von Star-Regisseur Adam McKay wirken wie die älteren Geschwister dieses Films. Nicht weil der sich der Stil oder die Inszenierung ähneln, sondern weil (zumindest gefühlt) das Thema – der politische oder eben wirtschaftliche Kontext – zusammenpasst. Es ist schade, dass „The Report“ so wenig Aufsehen erregt. Adam Driver, den man sowohl aus großartigen Filmen, wie „Logan Lucky“, als auch aus Nieten, wie „Star Wars – The Last Jedi“ kennt, spielt hier nicht besonders auf. Das muss er aber auch nicht unbedingt, denn er verkörpert die Figur des Daniel Jones so, wie sie eben sein soll: Nicht besonders, nicht extrovertiert oder aus der Masse herausstechend. Jones ist einfach ein normaler, standardisierter Senatsmitarbeiter, der vielleicht etwas mehr Elan an den Tag legt, als seine Kollegen.

Senator Dianne Feinstein (Annette Bening)
Senator Dianne Feinstein (Annette Bening) © DCM

Weiterhin wird Jon Hamm („Mad Men“, „Baby Driver“) als einer der großen Stars des Films deklariert. Das Marketingbüro des Films scheint sich über dessen Wirkung bewusst zu sein, schließlich werben sie mit ihm, obwohl er lediglich ein paar Minuten Screentime bekommt und keinesfalls zu den besonders wichtigen Figuren gehört. Viel spannender ist jedoch das Wiedersehen mit Michael C. Hall („Gamer“), der der breiten Masse als mordender Beamter der Spurensicherung aus „Dexter“ bekannt sein dürfte. Dieser bekommt auch eine größere Rolle zugeschrieben und schafft es erneut dem (oder einem) Bösewicht einen psychologischen Aspekt zu verleihen. Er hat leider viel zu wenige Auftritte in größeren Produktionen, schließlich kann der Charakterdarsteller in den spezifisch gewählten Rollen wirklich überzeugen.

The Report - Jon Hamm
The Report – Jon Hamm © ATSUSHI NISHIJIMA

Die Geschichte des Films basiert auf wahren Begebenheiten – der Report existiert tatsächlich. Umso geschockter wird der Zuschauer im Verlauf des Films, wenn ans Tageslicht kommt, was die CIA nach 9/11 wirklich getrieben hat. Man bekommt außerdem einen Einblick was es für eine Arbeit gewesen sein muss, Millionen von geheimen CIA-Dokumenten auszuwerten. Der Film selbst nimmt dabei klar Stellung gegen das politische System der Vereinigten Staaten und positioniert sich auf Seiten der ‚einfachen‘ Bevölkerung. Ob diese Spezifizierung dem Film gut tut oder nicht, sei jedem Zuschauer selbst überlassen.

Auf handwerklicher Ebene ist „The Report“ keine große Überraschung. Die Kameraarbeit und Inszenierung sind eher durchschnittlicher Natur und bieten keine Alleinstellungsmerkmale. Deshalb verliert der Streifen auch klar im Vergleich mit McKays Werken.

Filmwertung
7/10

Kurzfassung

Ein gelungenes US-politisches Drama, dem es leider ein wenig an Pep fehlt.

Fazit:

Alles in allem sollte man dem Film definitiv eine Chance geben. Wer Politdramas mag und mit den genannten Schauspielern etwas anfangen kann, wird mit diesem Werk seinen Spaß haben. Wer sich einen kleinen, subjektiven Einblick in die Machenschaften der CIA einholen möchte, sollte ebenfalls ins Kino gehen – dabei aber nie vergessen, dass man hier einen Film und keine Dokumentation schaut. Ein gelungenes US-politisches Drama, dem es leider ein wenig an Pep fehlt.


von Jan Welsch

Mehr zum Film:
Trailer: Filminfo:

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