Der Grinch – Filmkritik: Weihnachtlicher Animationsspaß für die ganze Familie

Der Grinch © Universal Pictures

Die Kritik:

Der Grinch – Teaserplakat © Universal Pictures

Die Tage werden kürzer und so langsam kündigt sich in den Läden das Weihnachtsfest an. Während man bereits Lebkuchen und Schokoladenweihnachtsmänner kaufen kann, freut sich manch einer schon auf das Fest: Liebevoll werden Geschenke gekauft und verpackt, Familie und Freunde ins heimelige Haus eingeladen und selbstgebackene Plätzchen verzehrt. Für einige bedeuten die bevorstehenden Festtage jedoch Einsamkeit, Frust und traurige Erinnerungen an die Vergangenheit.

Zu jenen zählt der Grinch, eine grün-pelzige Gestalt, die 1957 von dem amerikanischen Kinderbuchautor Dr. Seuss erfunden wurde. Hoch oben auf dem Mount Crumpit hat sich der Grinch in einer (recht gemütlichen) Höhle eingenistet. Dort lebt er ein einfaches Leben mit seinem Hund Max. Sofern es sich vermeiden lässt, meidet er Whoville und seine sonderbaren Bewohner, genannt die Whos. Da diese das Weihnachtsfest lieben und es Jahr für Jahr mit Glückseligkeit zelebrieren, hasst der Grinch auch sie. Aus diesem Grund fristet er sein Dasein in seiner Höhle und genießt seine Miesepetrigkeit. Doch als all seine Vorräte aufgebraucht sind, muss er sich gemeinsam mit Max auf den Weg ins Dorf machen, um einzukaufen. Als er Whoville betritt, wird er gleich von fröhlichen Weihnachtssängern belagert, die er nur durch einen Sprint quer durch das Dorf abschütteln kann. Nach einem sehr flinken Einkauf macht er sich auf den Rückweg in sein selbstgewähltes Exil. Doch kommt er nicht drumherum, auf die kunterbunt geschmückten Häuser und die emsigen Whos aufmerksam zu werden. Der Grinch findet alles nur fürchterlich und würde den selbstverliebten und gierigen Whos nur allzu gerne eins auswischen. Doch wie???

Der Grinch: Schon am Morgen fängt der miese Tag an!!! © Universal Pictures

Nach einer fast schlaflosen Nacht und vielen Gedanken kommt ihm die grandiose Idee: Er schmiedet einen teuflischen Plan, wie er dem ganzen Dorf in nur einer Nacht das ganze Weihnachtsfest stehlen kann. Immer emsiger wird der Grinch, während sich in Whoville auch die kleine Cindy-Lou auf das Fest vorbereitet. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, Santa Claus persönlich zu treffen, um ihn um einen ganz besonderen Wunsch für ihre Mutter zu bitten. Auch sie heckt einen Plan aus, der in der Weihnachtsnacht aufgeht. Allerdings geht ihr nicht Santa Claus in die “Falle“, sondern der sprachlose Grinch, der ebenfalls seinen Plan in die Tat umsetzen konnte. Doch glücklich ist er mit seiner teuflischen Tat nicht, denn die Begegnung mit der kleinen Cindy-Lou hat sein Wesen verändert…

Der Grinch und sein Freund Max © Universal Pictures International Germany GmbH

1966 erschien der Kurzfilm “How the Grinch Stole Christmas“ unter der Regie von Chuck Jones. Im Jahr 2000 wurde die Story von Ron Howard aufgegriffen, der sie als Realfilm mit Jim Carrey in der Rolle des grünen Biestes inszenierte. Nun bringen Yarrow Cheney (“Der Lorax“) und Scott Mosier die Geschichte als amüsantes Animationsabenteuer erneut auf die Kinoleinwand und lassen es sich nicht nehmen, die traurige Vergangenheit der Titelfigur zu beleuchten. Michael LeSieur (“Die Jones: Spione von nebenan“) und Tommy Swerdlow (“Chucky – Die Mörderpuppe“) haben sich mit ihrem Drehbuch an die Vorgabe der Geschichte von Dr. Seuss gehalten, diese aber mit neuen Momenten erweitert, die dem Zuschauer die Möglichkeit bieten, in die Vergangenheit zu blicken und die wahren Gründe für den Hass auf Weihnachten zu verstehen.

Der Grinch auf der Suche nach dem perfekten Rentier © Universal Pictures International Germany GmbH

Der Look des Films ist zauberhaft und verspielt, was sich in der Weihnachtsdekoration der Häuser widerspiegelt. Der Grinch und die Whos sind eigenwillig und putzig anzusehen, verfehlen jedoch ihren Zweck in der Geschichte nicht. Themen wie Familie, Vergangenheitsbewältigung und die innere Zerrissenheit einer alleinerziehenden Mutter fließen in die Handlung ein und verleihen ihr eine unerwartete Tiefe. Trotz seines Grolls ist der Grinch kein bösartiges Wesen, sodass selbst kleinere Kinder angstfrei der Geschichte folgen können. Gerade die Beziehung zwischen dem Grinch und seinem Hund Max sorgt für heitere Momente, die dem Ganzen eine sorgenfreie Note verleihen. Neben zahlreichen Slapstick-Einlagen gibt es auch viele Sprüche, die für Lacher sorgen.
In der Originalfassung leiht Schauspieler Benedict Cumberbatch (“Sherlock“) dem grünen Fiesling seine Stimme und lässt ihn unheilvoll grollen. In der deutschen Fassung spricht Komiker Otto den Grinch, was überraschenderweise besser gelingt, als gedacht. Bis auf wenige typische Otto-Lacher kann man fast vergessen, wer hinter dem Mikro stand und dem Grinch Leben eingehaucht hat.

Der Grinch hat eine Abneigung gegen Lebkuchen © Universal Pictures International Germany GmbH
  • 7/10
    - 7/10

Kurzfassung

Dr. Seuss‘ Grinch kommt im neuen Look daher und stimmt mit witzigen Figuren und einer heiteren Geschichte auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein.

Fazit:

“Der Grinch“ ist ein Weihnachtsfilm für die ganze Familie, der mit einem zwinkernden Auge auf die wirklich wichtigen Dinge an den Feiertagen lenkt und nebenbei mit einer witzig-heiteren Geschichte unterhält.


von Sandy Kolbuch

Mehr zum Film:
Trailer: Filminfo:

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