Saints Row 2022 im Test: Wilder Spaß zwischen haufenweisen Problemen

Saints Row - Key Art
Saints Row - Key Art © Deep Silver Volition

Nach ganzen 9 Jahren erscheint endlich ein neues Saints Row Spiel. Wie sich der Serienneustart der Entwickler Deep Silver Volition gestaltet und ob es dem Spiel gelingt die Zeit bis zu dem heiß erwarteten Release von GTA VI zu überbrücken erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test! Das Saints Row Reboot ist am 23. August 2022 für Playstation 4 und 5, Xbox One, Xbox Series und natürlich auch für den PC erschienen.

Bereits nach der ersten Ankündigung des Reboots auf der Gamescom 2021 hatte das Spiel mit haufenweiser Kritik zu kämpfen. Die Charaktere wurden als Möchtegern-Hipster-Ganoven betitelt und Fans der Serie befürchteten, dass der Neustart der Serie nichts mehr mit dem ursprünglichen Saints Row zu tun haben werde. Dazu lässt sich sagen, dass das neue Saints Row tatsächlich deutlich weniger abgedreht ist als einige der Vorgänger, es sich jedoch im Kern und durch seine Selbstironie immer noch nach einem Saints Row Teil anfühlt.

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Story:

In Saints Row verschlägt es euch in die fiktive Wüstenstadt Santo Ileso und deren Umgebung. Gemeinsam mit euren WG-Freunden beschließt ihr eine Gang zu gründen und mit den bereits bestehenden Gruppierungen, welche Teile von Santo Ileso kontrollieren, mitzuhalten. Nach und nach errichtet ihr euer eigenes kleines Gangster-Imperium durch kriminelle Machenschaften, welche von Versicherungsbetrug bis zum Errichten von Fake-Krankenhäusern reichen. Durch Neben-und Hauptmissionen breitet ihr euch in Santo Ileso mehr und mehr aus und könnt in unterschiedlichen Bezirken Einrichtungen der Gang bauen und erweitern. Dies führt jedoch auch zu Konflikten mit anderen etablierten Gangstergruppierungen wie etwa den Los Panteros oder den sogenannten Idols. Die Haupt- und Nebenmissionen führen euch durch die gesamte Open-World des Spiels wodurch ihr diese auch ohne ausführliches freies erkunden zu Gesicht bekommen könnt.

Saints Row - Panzer
Saints Row – Panzer © Deep Silver Volition

Grafik:

Veraltete Grafik und haufenweise Bugs

Dass Saints Row bereits in früheren Teilen der Serie in gewisser Weise durch seinen Comic-Look der Charaktere ausgemacht wurde ist klar. Jedoch wirkt das Reboot für ein Spiel, welches im Jahre 2022 erscheint, veraltet, was auch nicht durch Raytracing Optionen auf den Next-Gen Konsolen gerettet werden kann. Bei den Texturen (vor allem Felsen, Matsch etc.) wurde in den meisten Fällen auf Details verzichtet. Auch das aus anderen Spielen (*hust* Cyberpunk *hust*) bekannte Aufploppen von Elementen in der Ferne stört den Spielfluss.

Während sich kleine Bugs während des Spielens häufen, lässt sich sagen, dass Saints Row keine großen technischen Probleme hat und das Spiel mit der richtigen Hardware durchaus flüssig läuft. Beim Test kam es weder zu Abstürzen des Spiels noch zu nervenraubenden Rucklern welche den Spielgenuss beeinträchtigen.

Gameplay:

Wie auch in den Vorgängern kann das Gameplay als das Herzstück von Saints Row angesehen werden. Das Stiften von Chaos in Santo Ilseso und hitzige Verfolgungsjagden mit der Polizei machen einfach unheimlichen Spaß. Das gezielte Ausbleiben von physikalischen Gesetzen jeder Art gibt dem Spiel den wohlbekannten Saints Row-Charme, wodurch die Autos oder Gegner maßlos übertrieben durch die Luft fliegen, sich überschlagen und alles in einer riesigen Explosion endet. Dialoge und Zwischensequenzen sind dabei gespickt von herrlich schrägen Sprüchen seitens der Charaktere.

Großartig herausfordernd sind die Feuergefechte und Verfolgungsjagden jedoch nicht. Saints Row baut hier auf ein simples Kampfsystem, durch welches ihr die Standardgegnertypen einfach nur umpustet. Wie auch aus GTA bekannt gibt es ein Auto-Aim, welches beim Zielen den Gegner automatisch anvisiert, was das Ganze für meinen Geschmack etwas zu einfach gestaltet. Spaß macht das Kämpfen jedoch trotzdem und die freischaltbaren Fähigkeiten, welche zum Einsatz kommen nachdem sich im Kampf die sogenannte Flow-Leiste gefüllt hat, sind lustig und machen Spaß.

Innerhalb des Spiels treffen wir auf unterschiedliche Gegenertypen, welche sich in ihren Fähigkeiten und ihrer Rüstung unterscheiden. Neben den standardmäßigen schwachen Gegnern müsst ihr es gelegentlich auch mit kleinen Mini-Bossen aufnehmen, welche gerade zu Beginn des Spiels durchaus anspruchsvoller sind.

Die Haupt-und Nebenmissionen gestalten sich jedoch in ihrem Aufbau in den meisten Fällen gleich, da sie immer in einer großen Schießerei enden, bei der wir haufenweise Gegner umballern müssen. Das sorgt anfänglich noch für großen Spaß, welcher auch durch die große Variation an verfügbaren Waffen bedingt ist, ödet jedoch von Mission zu Mission mehr ab. Viel Spieltiefe und abwechslungsreiche Missionen solltet ihr hier also nicht erwarten.

Saints Row - Koop
Saints Row – Koop © Deep Silver Volition

Multiplayer:

Koop-Modus

Wie gewohnt beinhaltet Saints Row auch die Möglichkeit die Story, sowie die Open World gemeinsam mit einem Freund zu erleben. Der Koop-Modus beschränkt sich in dem Reboot jedoch auf 2 Spieler.

Chaos in der Stadt zu stiften macht gemeinsam gleich doppelten Spaß und es ist einfach lustig gemeinsam z.B. Versicherungsbetrug zu begehen, indem man sich in den laufenden Verkehr stürzt.
Bis auf kleinere Verbindungsprobleme, welche wir schnell beheben konnten, hatten wir beim Koop-Modus keine Probleme und konnten (bis auf die ersten beiden Missionen) das gesamte Spiel gemeinsam erleben.

Pro:

++ Großer Unterhaltungsfaktor

+ Witzige Missionen

+ Spaßige Verfolgungsjagden

+ Spaßiger 2 Spieler Koop

Kontra:

– Spiel wirkt stark veraltet

– viele Bugs

– teils zu leere Spielwelt

Spielwertung
  • 6/10
    Grafik - 6/10
  • 8/10
    Sound - 8/10
  • 7/10
    Steuerung - 7/10
  • 8.5/10
    Gameplay - 8.5/10
  • 4.5/10
    Spieltiefe - 4.5/10
  • 8/10
    Koop/Multiplayer - 8/10
7/10

Kurzfassung

Das Saints Row Reboot ist ein Spiel mit einigen Fehlern, welches es jedoch trotz allen Makeln schafft den Spieler zu unterhalten.


Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Saints Row im Kern ein Spiel ist, was euch mit seinen rund 17 Stunden Hauptstory gut unterhalten kann. Vor allem im Koop-Modus machen das Herumfahren und Ballern einfach Spaß. Natürlich darf man keine tiefgründige und ausgeklügelte Story erwarten, da bei Saints Row ganz klar das humorvolle Gameplay im Fokus liegt. Durch den großen Grad an Unterhaltung was einem das Spiel bietet, sieht man über einige der Bugs einfach hinweg und die ausbleibenden Details bei Texturen fallen einem auch nicht sonderlich auf. Trotz alledem bestehen diese Probleme und können bei dem ein oder anderen Spieler durchaus (und gerechtfertigt!) auf Enttäuschung stoßen.


von Luca Fiederer

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