Narziss und Goldmund - Film

Narziss (Sabin Tambrea) und Goldmund (Jannis Niewöhner)© 2018 Jürgen Olczyk/Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Narziss und Goldmund (Deutschland, 2018)
Genre:
Internationaler Titel: Narziss und Goldmund

Narziss und Goldmund Filmplakat Kinostart: 12.03.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 118 Minuten
Verleih: Sony Pictures

Inhalt:

Zwei konträre Lebensentwürfe und Charaktere bilden den Kern der Geschichte von Narziss und Goldmund. Da ist auf der einen Seite der asketische und tiefreligiöse Klosterschüler Narziss (Sabin Tambrea), auf der anderen Seite der junge, ungestüme Goldmund (Jannis Niewöhner), der von seinem Vater ins mittelalterliche Kloster Mariabronn gebracht wird. Narziss hat sich den strengen Klosterregeln und dem damit verbundenen entsagungsvollen Leben mit jeder Faser seines Herzens verschrieben und Goldmund versucht zunächst, ihm nachzueifern. Schnell entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden so unterschiedlichen Jungen. Doch Narziss erkennt, dass Goldmund einen anderen Weg gehen muss: Sein ungestümer, temperamentvoller und lebenslustiger Freund ist für das karge Klosterleben nicht geschaffen und er bestärkt ihn darin, die Abtei zu verlassen. So begibt sich Goldmund auf eine rastlose Wanderschaft. Er erlebt Jahre voller Glück, Freiheit und Zufriedenheit, aber auch Elend, Krieg, Tod und die tödliche Pestepidemie. Viele Frauen kreuzen seinen Weg, bis er in Lene (Henriette Confurius) seine große Liebe findet. Und auch als Künstler reift er und findet so Erfüllung in einem Leben. Doch dann kommt es unter dramatischen Umständen zu einem erneuten Treffen der beiden, das ihre Freundschaft auf die Probe stellen wird…



Trailer zu Narziss und Goldmund


Besetzung und Stab

Regie:

Stefan Rudowitzsky

Darsteller:

Jannis Niewöhner, Sabin Tambrea, André M. Hennicke, Sunnyi Melles, Henriette Confurius, Elisa Schlott, Emilia Schüle, Jessica Schwarz, Matthias Habich, Georg Friedrich, Uwe Ochsenknecht, Kida Khodr Ramadan

Produzent:

Helge Sasse, Chritoph Müller, Tommy Pridnig, Peter Wirthensohn

Kamera:

Benedict Neuenfels

Drehbuch:

Stefan Ruzowitzky


Filminfo und Wissenswertes zu Narziss und Goldmund

Ein Sommer, alle Jahreszeiten
Eine Burg und das Paradies: Die Dreharbeiten

NARZISS UND GOLDMUND entstand vom 16. August bis 12. Oktober in Österreich und Tschechien. Hauptmotive waren die 1145 errichtete Burg Hardegg im Thayatal an der österreichisch-tschechischen Grenze sowie das mittelalterliche Stift Zwettl, eine halbe Stunde entfernt im Waldviertel (Niederösterreich) gelegen. Hier wurden sämtliche Szenen im Kloster Mariabronn gedreht.

Der Schauplatz Burg Hardegg, wo sich die Produktion zwei Wochen aufhielt, war für Christoph Müller auch aus persönlichen Gründen überwältigend: „Hier habe ich vor 28 Jahren meinen allerersten Studentenfilm gemacht, einen Ritterfilm. Nun stehe ich wieder hier und drehe einen Film, den ich schon während meiner Hochschulzeit machen wollte!“

Am Anfang aber war das Paradies, verrät Christoph Müller. Gemeint ist Goldmunds glückliche Zeit mit Lene in der Natur – die „Hippie-Sequenz“, wie Jannis Niewöhner das Szenario zärtlich nennt. Der Drehstart im sommerlichen Tschechien war auch für die Schauspieler ein wunderbar befreiender Auftakt: Henriette Confurius genoss es, die ganze Zeit barfuß zu laufen und nicht auf ihr Kostüm achten zu müssen, „weil Lene ruhig ein wenig dreckig und patiniert sein darf“.

„Das war wirklich ein Traum; diese Stimmung“, fügt Christoph Müller hinzu. „Wir hatten ja diesen phänomenalen Sommer.“

„Wir haben im Vorfeld sehr genau geplant, wann die Sonne wo steht“, führt Stefan Ruzowitzky aus. „Natürlich hatten wir auch Glück, weil das Wetter fast immer schön war. Aber wir haben eben auch viel dafür getan, dieses Glück dann perfekt nutzen zu können.“

„Bei einem so epischen Film wie NARZISS UND GOLDMUND, der sich über Jahrzehnte und alle Jahreszeiten erstreckt, muss man natürlich jede Atmosphäre und Temperatur im wahrsten Sinne einfangen: Sommer, Herbst und Winter, Wärme und Kälte“, so Christoph Müller weiter. Deshalb wurden zwei Schneetage in Südtirol nachgedreht. Das leise Rieseln bei Goldmunds Ankunft in Mariabronn zu Beginn des Films wurde indes künstlich erzeugt – bei 20 Grad Außentemperatur.

Was Kida Khodr Ramadan über die Arbeit mit Stefan Ruzowitzky sagt, darf stellvertretend für das gesamte Ensemble stehen: „Wahnsinnsregisseur! Fokussiert, supernett trotzdem, sehr loyal und zuvorkommend, lässt einen spielen. Also, die Arbeit mit ihm ist Wellness und Champions League in einem!“

Narziss (SABIN TAMBREA, l.) und Goldmund (JANNIS NIEWÖHNER, r.)
Narziss (SABIN TAMBREA, l.) und Goldmund (JANNIS NIEWÖHNER, r.) © 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
Die Darsteller

JANNIS NIEWÖHNER (Goldmund)

JANNIS NIEWÖHNER wurde 1992 in Krefeld geboren und stand bereits mit zehn Jahren für eine Folge des „Tatort“ erstmals vor der Kamera. Bald folgten weitere Rollen, etwa in Christian Züberts Kinderfilm Der Schatz der weißen Falken (2005).

Der Jugendfilm Sommer (2008) war ein großer Erfolg für Niewöhner und verschaffte ihm eine Nominierung für den renommierten österreichischen Undine-Award als bester jugendlicher Nebendarsteller. Als einer der Hauptdarsteller in Gangs (2009) war er schon kurz darauf erneut im Kino zu sehen. Es folgten u.a. die Kinofilme Freche Mädchen 2 (2010) und Ein Tick anders (2010). In dem preisgekrönten Film Ein Jahr nach morgen (2012) von Regisseurin Aelrun Goette brillierte Niewöhner mit der fulminanten Darstellung eines zutiefst verstörten jungen Mannes.

In der Fantasy-Trilogie Rubinrot (2013), Saphirblau (2014) sowie Smaragdgrün (2016) nach den Bestsellern von Kerstin Gier begeisterte der Nachwuchsstar als Zeitreisender erneut vor allem das junge Publikum. Es folgten die Kinohits Ostwind 2 (2015) sowie Ostwind – Aufbruch nach Ora (2017).

Im Jahr 2014 stand Jannis Niewöhner gleich für mehrere Projekte vor der Kamera: in Finnland für die internationale Produktion The Girl King (2015, Regie: Mika Kaurismäki) und für Theresa von Eltz‘ Regiedebüt 4 Könige (2015), der 2016 den Deutschen Filmpreis in Bronze erhielt und Jannis Niewöhner eine Nominierung für den Deutschen Schauspielerpreis einbrachte.

Anfang 2015 wurde Niewöhner anlässlich der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin von der European Film Promotion als deutscher Schauspieler zum European Shooting Star 2015 gekürt.

Großes Kritikerlob erntete er auch als Jonathan (2016, Berlinale Perspektive Deutsches Kino), der sich um seinen kranken Vater kümmern muss. Für diese Leistung und für die moderne Klassiker-Adaption Jugend ohne Gott (2017, Regie: Alain Gsponer) wurde Niewöhner mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Im Jahr 2017 überzeugte er außerdem in der Titelrolle des Historien-Dreiteilers „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (Regie: Andreas Prohaska).

Nach einer Hauptrolle in Detlev Bucks Gangsterfilm Asphaltgorillas (2018) feierte Jannis Niewöhner mit Marco Kreuzpaintners Amazon-Serie „Beat“ einen weiteren Erfolg: Seine eindringliche Darstellung des drogensüchtigen Antihelden Robert „Beat“ Schlag wurde 2019 mit dem Grimme-Preis und dem Jupiter in der Kategorie Bester TV-Darsteller national gewürdigt, außerdem wurde er 2019 für den International Emmy nominiert.

Zuletzt zählte Jannis Niewöhner zum Ensemble des Justizdramas Der Fall Collini (2019) nach Ferdinand von Schirach. Inzwischen hat er den Thriller Cortex von und mit Moritz Bleibtreu abgedreht und wird die Titelrolle in Detlev Bucks Neuverfilmung von Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull übernehmen. 2020 ist Jannis Niewöhner zudem in Kids Run (Eröffnungsfilm Berlinale Perspektive Deutsches Kino) und in der Titelrolle des Zweiteilers „Der Überläufer“ nach Siegfried Lenz zu sehen.

Sabin Tambrea (Narziss)

SABIN TAMBREA, 1984 in Rumänien geboren, wuchs in Hagen auf, wo er 1996 erstmals als Solist im Kinderchor des Theater Hagen professionell auf der Bühne stand. Bereits im Alter von vier Jahren begann er seine musikalische Ausbildung, belegte als Violinist mehrfach erste Plätze des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und wurde daraufhin Mitglied des Landesjugendorchesters NRW. 2003 zählte Tambrea zu den Gründern des Jugendtheaters Lutz – Junge Bühne Hagen.
Im Jahr 2006 ging Sabin Tambrea nach Berlin, um an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sein Studium aufzunehmen, das er 2010 erfolgreich abschloss. Noch während des Studiums wurde er 2009 für Claus Peymanns viel beachtete Inszenierung von Wedekinds „Frühlings Erwachen“ besetzt. Vier weitere Arbeiten folgten, die ihren Abschluss 2017 mit „Prinz Friedrich von Homburg“ fand, Peymanns letzter Inszenierung als Intendant. Darüber hinaus arbeitete Tambrea am Berliner Ensemble mehrfach mit Robert Wilson zusammen, verkörperte Jack the Ripper in „Lulu“ und Peter in „Peter Pan“. Katharina Thalbach inszenierte ihn in „Was ihr wollt“ und „Im Dickicht der Städte“. In 13 Inszenierungen gehörte Sabin Tambrea am Berliner Ensemble zu den prägenden jungen Schauspielern der letzten zehn Jahre. 2014 erhielt er den DAPHNE-Preis der TheaterGemeinde Berlin für außergewöhnliche darstellerische Leistungen.

In „Polizeiruf 110: Der Tod und das Mädchen“ (2009) stand er erstmals vor der Kamera. Sein Kinodebüt gab Tambrea in Christian Schwochows Die Unsichtbare (2011). Für die Titelrolle in Ludwig II. setzte er sich gegen weit über dreihundert Konkurrenten durch und wurde für sein sensibles Porträt des legendären Märchenkönigs mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller sowie dem New Faces Award belohnt.

Im Kino sah man Sabin Tambrea außerdem in Ma Folie (beide 2016), welcher 2015 den Hauptpreis des First Steps Awards gewann, in Marie Curie (2016) und in Der Mann aus dem Eis (2017) neben Jürgen Vogel. Zu seinen wichtigsten Fernseharbeiten zählen „Nackt unter Wölfen“ von Philipp Kadelbach, der den Deutschen Fernsehpreis gewann und für den International Emmy nominiert wurde, die erste Staffel der US-Serie „Berlin Station“ (2016) sowie die erfolgreichen Event-Dreiteiler „Ku’damm 56“ (2016) und „Ku’damm 59“ (2018). Die Fortsetzung „Ku’damm 63“ ist in Arbeit. Zum Beethoven-Jahr 2020 ist er in Niki Steins Biopic „Louis van Beethoven“ zu sehen.

2017 sorgte der charismatische Schauspieler im letzten „Bella Block“-Fall „Am Abgrund“ für Gänsehaut. Auf der Leinwand war Sabin Tambrea zuletzt in Ostwind – Aris Ankunft und dem Thriller La Gomera des rumänischen Filmemachers Corneliu Porumboiu zu sehen (beide 2019). Aktuell zählt er zum Ensemble der dritten Staffel „Babylon Berlin“.

ANDRÉ M. HENNICKE (Lothar)

ANDRÉ M. HENNICKE, 1958 in Steinheidel-Erlabrunn im Erzgebirge geboren, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Nach mehreren Jahren am Theater wandte er sich dem Film zu und gab sein Kinodebüt 1988 in Die Schauspielerin an der Seite von Corinna Harfouch. Nach der Wende widmete sich Hennicke auch dem Fernsehen und trat in der Krimireihe „Polizeiruf 110“ auf, für die er selbst Drehbücher verfasste. Mit Til Schweiger und Tom Zickler gründete Hennicke die Produktionsfirma Mr. Brown Entertainment, der mit Knockin‘ on Heaven’s Door (1996) ein großer kommerzieller Erfolg gelang.

Nach Filmen wie Kalt ist der Abendhauch (2000) oder So weit die Füße tragen (2001) machte André M. Hennicke besonders durch seine markanten Rollen in Christian Petzolds „Toter Mann“ (2001, Deutscher Fernsehpreis) und Der alte Affe Angst (2003) von Oskar Roehler auf sich aufmerksam. In Oliver Hirschbiegels Der Untergang sah ihn 2004 ein Millionenpublikum. Unvergesslich auch sein eisiger NS-Richter in Sophie Scholl – Die letzten Tage (2004) und der Serienkiller in Antikörper (2005).

Nach Nebenrollen in Der freie Wille und Winterreise (beide 2006) spielte Hennicke in Jugend ohne Jugend (Youth Without Youth, 2007) unter der Regie von Francis Ford Coppola. Es folgten Heinrich Breloers Buddenbrooks, Christian Petzolds Jerichow (beide 2008) und eine ganze Reihe internationaler Koproduktionen: Die Gräfin (The Countess, 2009) von Julie Delpy, Henri 4 (2010), David Cronenbergs Eine dunkle Begierde (A Dangerous Method, 2011), „Die Tore der Welt“ (2012) nach Ken Follett und die Krimiserie „The Team“ (2014).

Zu André M. Hennickes Fernseharbeiten zählen des Weiteren der viel diskutierte „Tatort: „Wegwerfmädchen“ (2012) mit Emilia Schüle, „Die Spiegel-Affäre“, „Meine Tochter Anne Frank“ (beide 2014) und der Mehrteiler „Mitten in Deutschland: NSU“ (2016). Auf der Leinwand zeigte der Charakterdarsteller in Die dunkle Seite des Mondes und in Sebastian Schippers mit sechs Deutschen Filmpreisen prämiertem Victoria (beide 2015) Präsenz.

In Jonathan (2016) verkörperte er Jannis Niewöhners Vater, mit Sabin Tambrea stand André M. Hennicke bereits in Der Mann aus dem Eis (2017) vor der Kamera. 2019 verstärkte er zudem den Cast des Familiendramas Das Leben meiner Tochter und des DDR-Spionagethrillers „Wendezeit“.

HENRIETTE CONFURIUS (Lene)

HENRIETTE CONFURIUS, 1991 in Berlin geboren, gab ihr Schauspieldebüt als Zehnjährige in der TV-Komödie „Die Meute der Erben“ (2000) und übernahm an der Seite von Juliane Köhler in Mein erstes Wunder (2002, Max-Ophüls-Preis) ihre erste Kinohauptrolle. Für diesen Film sowie ihre eindrücklichen Leistungen in „Polizeiruf 110: Verloren“ und „Bella Block: Das Gegenteil von Liebe“ (beide 2003) erhielt die Nachwuchsschauspielerin beim Deutschen Fernsehpreis 2004 den Förderpreis.

In den folgenden Jahren spielte Henriette Confurius diverse Rollen in Fernsehspielen, darunter „Der Novembermann“ (2007) mit Götz George oder „Ellas Geheimnis“ (2009) mit Hannelore Hoger, sowie zahlreiche prägnante Gastauftritte in Reihen wie „Ein Fall für zwei“ und „Tatort“. In der ersten Episode des Dreiteilers „Die Wölfe“ (2009) spielte die Berlinerin eine Hauptrolle als Mitglied einer Jugendbande. Gemeinsam mit dem jungen Ensemble wurde sie beim Deutschen Fernsehpreis 2009 erneut mit dem Förderpreis ausgezeichnet.

Es folgten Friedemann Fromms „Jenseits der Mauer“ (2009), das preisgekrönte Dokudrama „Eichmanns Ende“ und die Komödie „Familie Fröhlich – Schlimmer geht immer“ (beide 2010). Auf der Kinoleinwand sah man Henriette Confurius in Julie Delpys Die Gräfin (2009) und in Der ganz große Traum (2010) mit Daniel Brühl wieder. In Dominik Grafs Die geliebten Schwestern (2013) übernahm sie die Rolle der Charlotte von Lengsfeld und vervollständigte neben Hannah Herzsprung und Florian Stetter die Ménage à trois (Berlinale 2014).

Für den Dreiteiler „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ (2014) war sie beim Bayerischen Fernsehpreis als beste Darstellerin nominiert und überzeugte 2017 auch in der Fortsetzung. Mit der Märchenverfilmung Das kalte Herz und dem vielfach preisgekrönten Euthanasie-Drama Nebel im August von Kai Wessel feierte die Schauspielerin 2016 auch im Kino zwei große Achtungserfolge.

2019 war Henriette Confurius mit Golden Twenties auf der Kinoleinwand präsent, übernahm eine Hauptrolle in der Netflix-Serie „Tribes of Europe“ sowie die Titelrolle in Kai Wessels‘ Sechsteiler „Die verlorene Tochter“, der ab Januar 2020 im ZDF ausgestrahlt wurde.

Lydia (EMILIA SCHÜLE)
Lydia (EMILIA SCHÜLE) © 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

EMILIA SCHÜLE (Lydia)

EMILIA SCHÜLE wurde 1992 in Russland geboren und kam als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland. Ihr Fernsehdebüt gab sie in Lars Kraumes vielfach preisgekröntem Drama „Guten Morgen, Herr Grothe“ (2007), ihre erste Kinohauptrolle spielte Schüle in Freche Mädchen (2008). Zu ihren frühen Filmen zählen außerdem das Jugenddrama Gangs (2009), in dem sie erstmals mit Jannis Niewöhner vor der Kamera stand, und das Musical Rock It! (2010).

Der Durchbruch gelang der Schauspielerin mit dem zweiteiligen „Tatort: Wegwerfmädchen / Das goldene Band“ (2012), in dem sie als Missbrauchsopfer beeindruckte und dafür sowohl mit der Goldenen Kamera als auch dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet wurde. 2014 war Emilia Schüle in der Tragikomödie Besser als nix auf der Leinwand präsent und als Synchronsprecherin – wie auch schon im ersten Teil – in Drachenzähmen leicht gemacht 2 zu hören. Es folgten Tod den Hippies!! Es lebe der Punk (2015) von Oskar Roehler, LenaLove sowie die Bestsellerverfilmung Smaragdgrün (beide 2016). Allein im zweiten Halbjahr 2017 starteten vier weitere Kinofilme mit Emilia Schüle in einer Hauptrolle: Jugend ohne Gott, Anika Deckers Komödie High Society, Es war einmal Indianerland sowie Simpel von Markus Goller.

Zu ihren größten Fernseherfolgen zählen die Miniserien „Ku’damm 56“ (2016) sowie die Fortsetzung „Ku’damm 59“ (2018) und „Charité“ (2017). Im Pixar-Hit Die Unglaublichen 2 (Incredibles 2, 2018) lieh die Schauspielerin Superheldin Violetta ihre Stimme.

2019 war Emilia Schüle in der Romanze Traumfabrik und dem modernem Märchen Axel der Held zu sehen, das beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis uraufgeführt wurde. In der US-Amazon-Serie „Treadstone“ (2020) spielt sie eine russische Agentin zur Zeit des Kalten Krieges. Ebenfalls 2020 wird sie in Karoline Herfurths neuem Kinofilm Wunderschön in einer Hauptrolle zu sehen sein.

ELISA SCHLOTT (Julia)

ELISA SCHLOTT wurde 1994 in Berlin geboren. Ihr Schauspieldebüt gab sie bereits als Jugendliche in dem TV-Abenteuer „Das Geheimnis von St. Ambrose“ (2005) neben Ulrich Mühe. Es folgten der Zweiteiler „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ (2007) mit Veronica Ferres und das Sozialdrama „Der große Tom“ (2008). Ihre erste Kinohauptrolle übernahm Schlott in dem düsterem Familiendrama Draußen am See (2009). Für ihre Leistung wurde sie beim Münchner Filmfest mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet. Nach einem kleineren Part in Giulias Verschwinden (2009) verkörperte sie in Fliegende Fische müssen ins Meer (2011) die Tochter von Meret Becker.

In Nina Grosses RAF-Drama Das Wochenende (2012) überzeugte Elisa Schlott neben Katja Riemann und wurde für den New Faces Award nominiert. Ihre Darstellungen eines misshandelten Mädchens in „Finn und der Weg zum Himmel“ (2012) sowie einer jugendlichen Prostituierten in Agnieszka (2014) brachten ihr erneut großes Kritikerlob ein. Für ihre Rolle als Junkie in „Tatort: Borowski und der Himmel über Kiel“ (2014) erhielt sie zudem den Günter-Strack-Fernsehpreis (heute: Schauspieler-Fernsehpreis).

Im Jahr 2014 begann Elisa Schlott schließlich ihr Schauspielstudium an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, wirkte parallel aber weiterhin in Filmproduktionen mit. In „Fremde Tochter“ (2017) begeisterte sie als rebellische 17-Jährige und wurde bei den Filmfestivals in Aubagne (Frankreich) und Quito (Ecuador) preisgekrönt. Hans-Christian Schmid besetzte Elisa Schlott zudem in seinem viel beachteten Vierteiler „Das Verschwinden“ (2017) in der Schlüsselrolle eines spurlos verschwundenen Teenagers. In den Spielzeiten 2016/17 sowie 2017/18 hatte die Berlinerin darüber hinaus ein Engagement am Schauspielstudio Köln.

2018 sah man Elisa Schlott in Markus Imbodens TV-Thriller „Der Richter“ mit Heino Ferch und in der Dating-Komödie Safari – Match Me If You Can. 2019 spielte sie im Kinodrama Goliath96 erneut an der Seite von Katja Riemann und in der dritten Staffel „Schuld“ nach Ferdinand von Schirach. Das Krimidrama Limbo (2019) mit Elisa Schlott in der Hauptrolle wurde beim Filmfest München uraufgeführt und lief im Wettbewerb des Film Festival Austin. Zuletzt stand Elisa Schlott für den ZDF-Dreiteiler „Unsere wunderbaren Jahre“ (2020) vor der Kamera.

UWE OCHSENKNECHT (Meister Niklaus)

UWE OCHSENKNECHT, Jahrgang 1956, schloss 1974 die Schauspielschule in Bochum ab und wurde 1981 mit Wolfgang Petersens Das Boot bekannt. Doris Dörries Komödie Männer (1985) machte ihn schlagartig zum Star und brachte Ochsenknecht den Deutschen Darstellerpreis in der Kategorie Bester Nachwuchsschauspieler ein. Seitdem zählt er zu den populärsten, gefragtesten Film- und Fernsehdarstellern. Für Doris Dörrie stand Ochsenknecht nach dem Männer-Erfolg in Geld (1989), Bin ich schön? (1998) und Erleuchtung garantiert (1999) erneut vor der Kamera.
Unter seinen zahllosen Rollen ragen der Fälscher der Hitler-Tagebücher in Helmut Dietls Satire Schtonk! (1991) und der einsame Vertreter in Weihnachtsfieber (1997) heraus. Als arbeitsloser Schalke-Fan in Fußball ist unser Leben (1999) wurde Uwe Ochsenknecht als bester Hauptdarsteller mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Bemerkenswert sind auch sein Gourmetkoch in der schwarzen Komödie Die Bluthochzeit (2005) und der abgehalfterte Schlagerstar in „Das große Comeback“ (2011).

Eine kleine Auswahl aus Uwe Ochsenknechts umfangreicher Filmografie, die sämtliche Genres umfasst: Ein Mann für jede Tonart (1992), Kaspar Hauser (1993), „Dune – Der Wüstenplanet“ (2000), Luther (2003), Vom Suchen und Finden der Liebe (2005) von Helmut Dietl, Elementarteilchen (2006) von Oskar Roehler, Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken (2007), Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman, Sommer (beide 2008), der Zweiteiler „Gier“ (2009) von Dieter Wedel, Ludwig II. (2012) und Simon Verhoevens Kinohit Willkommen bei den Hartmanns (2016).

Für Uwe Jansons an den Fall Uli Hoeneß angelehnte Satire „Die Udo Honig Story“ (2015) wurde Uwe Ochsenknecht für den Deutschen Schauspielerpreis nominiert. Außerdem gehörte er zum Ensemble der Krimireihe „Der Bulle und das Landei“ (2010–2017), der Miniserien „Ku’damm 56“ (2016) sowie „Ku’damm 59“ (2018) und steht für die dritte Staffel „Charité“ vor der Kamera.

Nach der Die wilden Kerle-Trilogie (2003–2006) mit seinen Söhnen Jimi Blue und Wilson Gonzalez war und ist Uwe Ochsenknecht auch regelmäßig in Familienfilmen zu sehen, so in Das kleine Gespenst (2013), Burg Schreckenstein II (2017), Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Benjamin Blümchen (beide 2018) sowie aktuell in Lassie – Eine abenteuerliche Reise (2020). Darüber hinaus zählte der Schauspieler, der in den 1990er-Jahren mehrere Alben veröffentlicht hat, zur Starbesetzung der Musical-Verfilmung Ich war noch niemals in New York (2019).

KIDA KHODR RAMADAN (Anselm)

KIDA KHODR RAMADAN zählt zu den führenden Charakterdarstellern der aktuellen deutschen Filmszene. Einen Triumph feierte er als Neuköllner Gangsterboss in bislang drei Staffeln der Serie „4 Blocks“. Die Rolle bescherte ihm beim Deutschen Fernsehpreis 2018 eine Auszeichnung als bester Schauspieler. In Ummah – Unter Freunden hatte er sich bereits 2014 Nominierungen als bester Nebendarsteller für den Deutschen Filmpreis und den Deutschen Schauspielerpreis gesichert.

Kida Khodr Ramadan wurde 1978 in Beirut geboren und wuchs in Berlin-Kreuzberg auf. Schon früh interessierte ihn die Berliner HipHop- und Breakdance-Szene mehr als die Schule. Türöffner zur Welt des Films wurde schließlich der deutsch-türkische Regisseur und Erzieher Neco Çelik, den Ramadan bei einem Sommercamp für Berliner Jugendliche kennenlernte.

Nach seinem Debüt in Çeliks Fernsehprojekt „Alltag“ (2002) übernahm er weitere Rollen – unter anderem in Neco Çeliks auf der Berlinale 2005 vorgestelltem Film Urban Guerrillas sowie Kebab Connection (2004), wofür Ramadan 2005 in der Kategorie Bester jugendlicher Nebendarsteller in einem Kinospielfilm für den Undine Award nominiert wurde. Es folgten Detlev Bucks Sozialdrama Knallhart (2006) und die Web-Miniserie „Blutsbrüder“. Nach einer Nebenrolle in Matthias Schweighöfers Vaterfreuden (2013) landete er 2015 mit der Komödie 3 Türken & ein Baby an der Seite von Kostja Ullmann und Eko Fresh einen Kinohit.

Danach war der Schauspieler in Thomas Stubers Kinodebüt Herbert (2015) zu sehen, das auf dem Toronto International Film Festival Weltpremiere feierte, außerdem in Outside the Box (2015) sowie in Blind Date mit dem Leben (2016), in dem Ramadan erneut mit Kostja Ullmann vor der Kamera stand. Darauf folgten Auftritte in Wie Männer über Frauen reden, Volt, Hey Bunny (alle 2016), Nur Gott kann mich richten, Berlin Falling (beide 2017), Detlev Bucks Asphaltgorillas, der Satire Womit haben wir das verdient? und der Serie „Blockbustaz“ (alle 2018).
2019 zählte Kida Khodr Ramadan zum Ensemble der Komödie Die Goldfische und spielt nach dem Erfolg von Jan Georg Schüttes Impro-Komödie „Klassentreffen“ auch in „Klassentreffen – Die Serie“ mit.

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