Planet der Affen 4: New Kingdom – Die Magie eines (Neu-)Anfangs

Eine neue Reise beginnt ... © Walt Disney Germany

Die Kritik:

Ich sitze vor meinem Fernseher und schmelze erneut dahin. Wieder einmal wischt War for the Planet of the Apes mit mir den Boden auf. Ein brillantes Ende für eine brillante Trilogie! Was natürlich die Frage aufwirft: Wie kann man diese Geschichte hier bitte noch auf eine originelle Weise fortführen?

Nun, leider kann Kingdom of the Planet of the Apes – oder wie er leider in Deutschland heißt: „Planet der Affen 4: New Kingdom – diese Frage auch nicht so hundertprozentig beantworten. Und doch stört mich das überraschend wenig, denn dieser neue Ableger ist so liebevoll erzählt und voller Herz, dass ich den Kinosaal dennoch mit einem breiten Lächeln verlassen habe…

Denn hier begleiten wir nun Noa – einen neuen Helden am Beginn seiner Reise. Seine Charaktereinführung gestaltet sich als ungemein effektiv und schnell fühlte ich mich mit diesem sehr verbunden. Angenehmerweise lässt sich Kingdom dabei viel Zeit seine neue Riege an Figuren und die Welt, die sie bevölkern, erst einmal kennen zu lernen. Nach einem Zeitsprung von vielen Generationen dürfen wir uns so erst einmal an diesen neuen Planeten der Affen gewöhnen und diesen, gerade als Noas Reise beginnt, zunehmend besser kennenlernen.

In vielen Punkten denkt das Drehbuch diese Welt auch clever weiter. Die Gebäude wurden im Laufe der Zeit zunehmend von der Natur eingenommen – ein gleichermaßen trostloses, wie hoffnungsvolles Bild – während die Affen nun in zahlreichen verschiedenen Klans mit vollkommen unterschiedlichen Ideologien leben. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder diese eine klare Frage, wie mit dem Vermächtnis von Caesar umgegangen werden soll (eine Frage die sich auch die Filmemacher auf Schritt und Tritt stellen mussten).

… und damit auch eine neue Bedrohung © Walt Disney Germany

Die Antworten auf diese Problematik und die damit einhergehenden moralischen Vorstellungen trennen viele der Charaktere voneinander, sorgen aber gleichzeitig auch für zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Fraktionen und schaffen so eine durchaus faszinierende Figurenkonstellation. Sie alle existieren auf demselben Spektrum und spiegeln sich gegenseitig. Und so entsteht für mich auch ein wirklich mitreißender Bösewicht in Proximus Caesar…

Dabei nimmt sich das Drehbuch auch die Zeit seine Figuren tatsächlich zu erzählen, sie in ihren Ansichten herauszufordern und so über die rund 2,5 Stunden wirklich wachsen zu lassen. Eine vermeintliche Rarität im Blockbuster-Kino!

Regisseur Wes Ball fängt dabei in tollen Bildern mit unglaublichen Effekten seine Figuren in einer faszinierenden Welt ein, die dann aber leider doch in einigen Aspekten einen zu vertrauten Status Quo errichten will. Das sorgt zwar dafür, dass clever ein Schlüsselmoment aus Rise of the Planet of the Apes gespiegelt wird, wirkt bisweilen aber auch etwas repetitiv. Viele Aspekte, Bilder und Ideen kommen dann doch etwas zu vertraut und altbekannt daher. Und doch wird aus den sich daraus ergebenden Konflikten spannende moralische Herausforderungen für die Figuren ausgearbeitet. Und so stand für mich letztlich diese liebevoll erzählte Heldenreise Noas im Mittelpunkt.

Leider bleibt man uns gegen Ende noch einige Erklärungen schuldig, die wohl in Fortsetzungen aufgegriffen werden sollen (Kingdom soll der Auftakt einer neuen Trilogie funktionieren). Diese sind allerdings zum Zeitpunkt dieser Kritik noch alles andere als in Stein gemeißelt, da der Film an den Kinokassen aktuell etwas enttäuscht.

Leider! Denn dieses neue Kapitel der Affen-Saga stellte sich für mich als ein Anfang voller Magie heraus. Zu selten sitze ich im Kino und spüre, dass ich gerade den Start einer spannenden Reise erleben darf, den Beginn eines großen Abenteuers. So bleibt nur zu hoffen, dass wir die Weiterführung davon auch tatsächlich erleben dürfen.

Filmwertung
8/10

Zusammenfassung

Voller Abenteuerlust!

Fazit:

Auch wenn man qualitativ nicht ganz an die Caesar-Trilogie anschließen kann, gestaltet sich Kingdom als magischer Neuanfang einer absoluten Ausnahmereihe. Diese ruhige, herzliche und bedächtige Art hat mich vollkommen verzaubert.


von Sebastian Stegbauer

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