Emma – Filmkritik: Ein humorvoller Film

Anya Taylor-Joy in Emma
Anya Taylor-Joy in Emma © 2020 Universal Pictures International Germany GmbH

Die Kritik:

Emma Filmplakat
Emma Filmplakat © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH

Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy) gehört zur High Society des britischen Highbury. Sie ist allgemein bekannt als Heiratsvermittlerin und soll für ihre Freundin Harriet Smith (Mia Goth) einen passenden Ehemann finden. Es finden sich schnell einige Kandidaten, doch als der Favorit Mr. Elton (Josh O’Connor) eher Interesse für Emma hat, läuft der Plan aus dem Ruder.

„Emma“ basiert auf dem letzten Roman der Autorin Jane Austen. Genau so wie in der Vorlage spielt die Handlung im Großbritannien des 19. Jahrhunderts. Die namensgebende Protagonistin ist im klassischen Sinne eine Heiratsvermittlerin und hat schon viele Erfolge gefeiert. Sie selbst hält nichts von der Liebe, aber für ihre Freundinnen steht sie immer gerne zur Seite. Sie findet eine Reihe von Anwärter. Ihr Vater hält nicht sehr viel von ihrer Berufung, da er sich um seine Nachfolge sorgt. Emma weigert sich einen Mann zu heiraten und erst recht will sie keine Kinder bekommen. Allein diese Ausgangslage ist schon sehr obskur. Der Film steigert sich mit den Dialogen aber immer weiter. Einfach jeder Aspekt des Films zieht darauf ab witzig zu sein. Tatsächlich funktionieren die Witze in den meisten Fällen. Man braucht zwar schon ein Faible für den eher trockenen, britischen Humor, aber wenn man sich drauf einlässt, wird man die komplette Laufzeit über bestens unterhalten. Dabei steigert sich extrem die Frequenz der lustigen Passagen. Anfangs sind sie noch sehr vereinzelt, bauen aber immer weitere auf.

Anya Taylor-Joy und Mia Goth in Emma
Anya Taylor-Joy und Mia Goth in Emma © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH

Wenn man mal abseits des Humors auf den Film blickt, erkennt man eine wunderschöne Aussage. Diese wird zwar nicht an die große Glocke gehangen, rückblickend ist sie daher sehr einfühlsam verpackt. Der Film nimmt sich zu keiner Sekunde zu ernst. Die Charaktere wiederum denken, dass sie die wichtigsten Persönlichkeiten in der Weltgeschichte sind. Genau dieser Kontrast gibt dem Humor noch einen finalen Schliff. Der Film hat seinen sehr bedeutsamen, emotionalen Kern in eine wunderschön humoristische Atmosphäre gelegt. Daher fühlt man sich während des Films bestens unterhalten und danach sogar belehrt. Der Film richtet einen sehr sarkastischen Blick auf die Liebe und der Zuschauer kann sich bestens mit der Protagonistin identifizieren.

Der Film ist mit seiner Laufzeit von 125 Minuten aber deutlich zu lang geraten. Gerade im Mittelteil gibt es sehr viele Szenen, die man hätte streichen können. Der Film ist zwar die ganze Zeit über recht humorvoll, allerdings wiederholen sich im Laufe der Handlung einige Momente und dadurch funktionieren manche Witze nicht mehr.

Johnny Flynn and Anya Taylor-Joy in Emma
Johnny Flynn und Anya Taylor-Joy in Emma © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH

Die Regisseurin Autumn de Wilde („Six by Sondheim“) hat die erneute Verfilmung des Stoffes übernommen. Sie hat sich Schauspieler ausgesucht, die ihre Rollen mit einer sehr authentischen Ausstrahlung spielen. Allen voran überzeugt Anya Taylor-Joy („Glass“/„The Witch“). Der ganze Film lebt aber hauptsächlich von der Synergie der ganzen Figuren, sodass auch Mia Goth („Suspiria“/„High Life“), Bill Nighy („Shaun of the Dead“/„Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu“) und Callum Tuner („Green Room“/„Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“) allesamt wunderbare Arbeit leisten.

Der ganze Film sieht unglaublich detailgetreu aus. Das liegt nicht nur an den wunderbaren Sets und den atemberaubenden Kostümen, sondern auch an der sehr hochwertigen Kameraarbeit von Christopher Blauvelt („Mid90s“). Er schafft alle faszinierenden Aspekte des Films in Szenen zu legen, die meistens nur wenige Schnitte benötigen.

Des Weiteren lässt der Soundtrack, komponiert von David Schweitzer („Tag der Finsternis – Day of Wrath“) und Isobel Waller-Bridge („Vita & Virginia“), eine wirklich authentische Atmosphäre entstehen. Die Musik ist nahezu den ganzen Film über zu hören und unterstützt die Geschichte komplett.

Filmwertung
8/10

Kurzfassung

Wie ein sehr langer Witz, bei dem man mittendrin schon anfangen muss zu lachen.

Fazit:

„Emma“ ist ein wirklich humorvoller Film. Allein die Ausgangslage und das abstrakte Setting hält einige Witze parat. Allen voran ist aber das Drehbuch und die schauspielerische Leistung für den Humor verantwortlich. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, sodass man vollsten unterhalten wird.


von René Fischell

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