Bombshell – Das Ende des Schweigens: Filmkritik

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) zieht in den Kampf gegen Roger Ailes. © Wild Bunch Germany

Die Kritik:

Bombshell Filmplakat
Bombshell Filmplakat © Wild Bunch Germany

Mit „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ wird nun eine brisante Geschichte verfilmt, welche viele in Deutschland wahrscheinlich gar nicht mitbekommen haben. Dabei geht es um den Fox News Skandal aus dem Jahre 2016, bei welchem dem CEO mehrere sexuelle Missbrauchsvorwürfe vorgeworfen wurden. Doch hat diese interessante Geschichte auch das Zeug zu einem guten Film oder kann man sich den Kinobesuch sparen?

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) ist eine gefeierte Moderatorin bei dem Fernsehsender Fox News. Doch eines Tages, als diese grundlos entlassen wurde, wirft diese plötzlich dem CEO Roger Ailes (John Lithgow) mehrere Missbrauchsvorwürfe vor. Doch damit ist sie nicht die Einzige, denn auch viele andere Moderatorinnen, wie die gefeierte Journalistin Megyn Kelly (Charlize Theron), haben selbst solche Erfahrungen gemacht. Daher liegt es nun an den Frauen, die Gerechtigkeit siegen zu lassen und Ailes für seine Verbrechen dranzukriegen.

Die auf einer wahren Geschichte basierende Story wird dabei aus der Sicht von drei unterschiedlichen Frauen erzählt, welche alle bei Fox News arbeiten. Diese werden dabei von Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie verkörpert. Deren Darstellungen stellt auch das größte Highlight des Filmes dar, da alle drei Frauen mit ihren Rollen förmlich verschmelzen. Besonders Theron ist äußerlich sogar gar nicht mehr als die sie selbst zu erkennen und gleicht ihrem Vorbild Megyn Kelly fast eins zu eins. Das Schauspiel selbst befindet sich dabei auf aller höchstem Niveau. Doch auch John Lithgow verkörpert den schmierigen alten Roger Ailes hervorragend. So steigt besonders die Spannung immer, wenn es gerade mit einer der Frauen zu tun hat.

Megyn Kelly (Charlize Theron), Gretchen Carlson (Nicole Kidman) und Kayla Pospisil (Margot Robbie) im Aufzug von FOX NEWS.
Megyn Kelly (Charlize Theron), Gretchen Carlson (Nicole Kidman) und Kayla Pospisil (Margot Robbie) im Aufzug von FOX NEWS. © Wild Bunch Germany

Die Geschichte selbst wird dabei zu Beginn aus drei verschieden Perspektiven erzählt. Im Laufe der Handlung läuft dabei jede verschiedene Situation aufeinander zu, welches dann in einem Finale mündet. Leider schafft es das Drehbuch dabei nicht, alle Handlungen gleichzeitig auszubalancieren. So vergehen auch schon mal gut 30 Minuten, an welchen wir einen Charakter gar nicht sehen. So vergisst man teilweise während des Filmes, das bestimmte Figuren überhaupt existieren. Auch die Dialoge fühlen sich leider an manchen Momenten etwas gestellt hat. Dies schadet der Handlung zwar nicht stark, aber wirf den Zuschauer leicht aus dem Geschehen. Auf der anderen Seite muss man hingegen die schnelle Erzählweise loben. So kommt während des gesamten Filmes keine Langweile auf. Generell ist der Film sehr kurzweilig. So vergeht die fast zwei Stunden lange Handlung wie im Flug. Auch trifft die Geschichte zum jetzigen Moment gut den Nerv der Zeit. So wird mit dem Thema der sexuellen Belästigung sehr gut umgegangen. Dabei werden besonders die beruflichen Folgen der Betroffenen gut und deutlich thematisiert. So kann man sich auch gut als Außenstehender ein Bild von solch einer Situation machen. Jedoch wird ein gewisses Grundwissen über die Medienlandschaft in den Vereinigten Staaten für den Zuschauer vorausgesetzt, um der Handlung in allen Zügen folgen zu können.

Charlize Theron in Bombshell
Charlize Theron in Bombshell © Wild Bunch Germany

Technisch gesehen überzeugt der Film auf einem sehr hohen Level. Dies liegt zu größten Teilen an der hervorragenden Ausstattung der verschiedenen Locations. So wirken die verschiedenen Räume und Studios von Fox News höchst realistisch, wodurch die Geschichte noch packender wird. Auch wechselt die Handlung immer mal wieder an verschiedene Orte Rund um und in New York City. Dieser gute Eindruck wird auch durch die sehr gute Kameraarbeit gestärkt. So gibt es viele verschiedene kreative Kamerafahren durch die Büros. Generell versprüht der Film ein sehr schönes amerikanisches Feeling. Die Musik hält sich dabei in vielen Momenten sehr zurück und wird nur gezielt an einigen Momenten in den Vordergrund gezogen. Dadurch fühlt sich der Film teilweise sogar wie eine Dokumentation an.

Trailer zu Bombshell 

 

 

Filmwertung
8/10

Kurzfassung

Unterhaltsamer und kurzweiliger Film.

Fazit:

„Bombshell – Das Ende des Schweigens“ ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Film, welcher dem Zuschauer auf eine interessante Weise den Skandal rund um Fox News zeigt. Dabei lebt die Handlung besonders die durch die starken Frauenrollen, welche ihren Weg durch das Mediengeschäft schlagen. Die Besetzung ist dabei auch hervorragend gelungen, wodurch jede einzelne Figur wunderbar verkörpert wird. Einzig und allein das Drehbuch hat einige kleine Schwächen, worüber der Kinobesuch aber durchaus hinweg sehen kann. Der Film ist daher eine klare Empfehlung für alle, welche das Thema interessant finden und gerne einen Blick in die Medienlandschaft von Fox News werfen wollen.


von Phillip Schwellenbach

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