Thank You For Your Service – Blu-ray Kritik

Miles Teller und Beulah Koale in Thank You for Your Service
Miles Teller und Beulah Koale in Thank You for Your Service © Constantin Film

Die Kritik:

Thank You For Your Service Blu-ray Cover
Thank You For Your Service Blu-ray Cover © Constantin Film

Die Zusammenarbeit zwischen Steven Spielberg und Daniel Day-Lewis an dem Biopic „Lincoln“ war so erfolgreich, dass der Film insgesamt 12 Oscarnominierungen bekam und zwei Statuen mit nach Hause nehmen konnte, inklusive DDL, der die Trophäe als Bester Schauspieler bekam. Beide wollten nochmal gemeinsame Sache, dabei konzentrierten sie sich auf das Drama „Thank You For Your Service“. Das Projekt kam mit den beiden letztendlich nicht zustande, doch Jason Hall, der das Drehbuch zum Film schrieb, wollten diesen Film unbedingt realisieren und nahm selber auf dem Regiestuhl Platz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn „Thank You For Your Service“ überzeugt dank einem super Schauspielensemble und einem wichtigen Thema.

Jason Hall hat in seiner Karriere in einigen Filmen geschauspielert, doch seine wahre Berufung hat er im Jahr 2009 gefunden, als er das Drehbuch zu „Toy Boy“ schrieb. Seinen endgültigen Durchbruch feierte er 2014, als er für sein Skript „American Sniper“ für einen Oscar nominiert wurde. Drei Jahre später fasste er sich ein Herz und gab mit diesem Projekt sein Spielfilmdebüt. Das Thema „Posttraumatische Belastungsstörung“ ist sehr anspruchsvoll und darüber wird in den Medien nicht oft genug gesprochen. Mit diesem Film macht Hall auf dieses Problem aufmerksam. Seine Inszenierung ist leider etwas harmlos und hätte etwas mehr Energie vertragen können, um das Problem effektiv auf die Leinwand zu bringen. Das Drehbuch ist besser und überzeugt mit viel Tiefgang, auch wenn einige Charaktere mehr Screen Time verdient hätten.

Miles Teller in Thank You for Your Service
Miles Teller in Thank You for Your Service © Constantin Film

Der Film basiert auf der gleichnamigen Buchvorlage von Journalist David Finkel. Es geht um US-Soldaten, die vom Irak-Krieg wieder in ihre alten Leben zurückkehren – den Krieg aber nicht so leicht aus dem Kopf bekommen. Einer der Heimkehrer ist Adam Schumann, der seine Frau Saskia und seine Kinder wiedertrifft. Er wird mit großer Freude begrüßt, gibt sich im Alltag Mühe. Aber eine posttraumatische Belastungsstörung zu überwinden, ist schwer, und Hilfe zu bekommen ist noch schwerer. Miles Teller ist das schauspielerische Highlight des Films. Es ist erfreulich, dass Teller zumindest vorübergehend YA-Adaptionen und Superheldenfilmen den Rücken gekehrt hat, denn er ist ein unglaublich starker Schauspieler, der besonders in Dramen aufgeht. Hier liefert er eine mitreißende Performance ab, die den Zuschauer emotional berührt. Beulah Koale ist ebenfalls fantastich und er ist unglaublich, vor allem wenn man bedenkt, dass das seine erste große Rolle ist. Er kann mit Teller locker mithalten und ich bin mir sicher, dass wir von Koale in der Zukunft noch einiges sehen werden. Die Nebenbesetzung ist ebenfalls sehr gut, jeder Schauspieler ist top besetzt.

Miles Teller und Haley Bennett in Thank You for Your Service
Miles Teller und Haley Bennett in Thank You for Your Service © Constantin Film

Hollywood hat das Thema Kriegsveteranen schon mehrmals behandelt, der Film „The Best Years of Our Lives“ aus dem Jahr 1946 ist dabei ein hervorragendes Beispiel, und auch „The Hurt Locker“ von Oscargewinnerin Kathryn Bigelow hat sich mit dem Thema beschäftigt. „Thank Your For Your Service“ gehört dabei zu den Filmen der guten Sorte, die sich ernsthaft mit dem Thema Posttraumatische Störung beschäftigen. Hall geht das Thema mit viel Feingefühl an und setzt nicht zu dick auf. Er geht in die Psyche seiner Charaktere ein, die ihre Erlebnisse im Krieg nicht verarbeiten können. „Thank You For Your Service“ ist ein unglaublich wichtiger Film, der jedem die Augen öffnen und die US-Regierung dazu bringen sollte, sich um seine Soldaten, die aus dem Krieg heim kommen, zu kümmern. Der Film ist sehr nüchtern in seiner Erzählweise und es gibt keine auffälligen Elemente in der Inszenierung, doch die Wut ist stets bemerkbar. Die Wut auf die Regierung, die tatenlos zusieht, wie ein Veteran nach dem anderen an dieser Krankheit endet.

Bild:

Das Bild ist hervorragend und besitzt keine Schwächen.

Ton:

Die Charaktere sind zu jeder Zeit gut verständlich und wenn es mal lauter zur Sache geht erfüllt der Ton auch seinen Zweck.

Extras:

Der Film besitzt die Featurettes „Der Krieg durch die Kamera“ und „Der Krieg zu Hause“, die alle sehr sehenswert sind.

Blu-ray Wertung
  • 8/10
    Film - 8/10
  • 8.5/10
    Bild - 8.5/10
  • 8.5/10
    Ton - 8.5/10
  • 4/10
    Extras - 4/10
7.3/10

Kurzfassung

Weiß mit einer wichtigen Geschichte und starken Schauspielern zu überzeugen.

Fazit:

„Thank You For Your Service“ weiß mit einer wichtigen Geschichte und starken Schauspielern zu überzeugen, doch hier und da fehlt der nötige Biss, um den Film auf ein höheres Niveau zu katapultieren.


von Denizcan Sürücü


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