Schock – Blu-ray-Kritik

Schock - Bruno (Denis Moschitto)
Schock - Bruno (Denis Moschitto) © Eurovideo

Die Kritik:

 Schock [Blu-ray]
Schock [Blu-ray] © Eurovideo
Schock“ ist das Regiedebüt von Denis Moschitto der gleich selbst die Hauptrolle übernahm. Die Weltpremiere des deutschen Thriller-Dramas fand im Juni 2023 auf dem Filmfest München statt, wo er schon für Aufsehen sorgte. Nach dem Kinostart im Februar ist der Film ab dem 20.06.2024 für das Heimkino erhältlich. Wir bewerten bei der Blu-ray auch Bild, Ton und Extras.

Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte von Bruno (Denis Moschitto), einem ehemaligen Arzt, der seine Approbation verloren hat und nun im Verborgenen (buchstäblich) operiert. Bruno kümmert sich um also Patienten, die lieber außerhalb des Systems behandelt werden möchten. Sein Leben nimmt eine drastische Wende, als eine Anwältin (Anke Engelke) ihm anbietet, einen leukämiekranken Kriminellen zu behandeln. Diese Entscheidung zieht Bruno in die gefährliche Welt des organisierten Verbrechens und bringt ihn in direkten Konflikt mit Giuli (Fahri Yardim), dem Mann seiner Schwester Laura (Aenne Schwarz), der ein Gegner von Brunos neuem Patienten ist…

Schock – Der Gangster Giuli (Fahri Yardim) © Eurovideo

Wir werden direkt in die komplexe Welt hineingeworfen, auf irgendwelche Hintergründe wird nahezu komplett verzichtet und finden höchstens im vorbeigehen Erwähnung. Es entwickelt sich dafür eine Geschichte mit ausgefeilter Handlung und authentischen Charakteren. Übergangene moralische Grenzen und die Konsequenzen kommen knüppeldick zurück bis zum beinahe surrealistischen Finale.

Der Film zeichnet sich darüber hinaus durch eine dichte Atmosphäre und aus, die den Zuschauer durchweg in ihren Bann zieht. Ein paar richtig heftige Momente inkl. etwas Körperhorror gibt es außerdem und die FSK 16 sind da nur folgerichtig.

Denis Moschitto trägt den Film mit großer Hingabe und lässt uns richtig mitleiden. Anke Engelke (hauptsächlich bekannt für ihre komödiantischen Rollen) überrascht in „Schock“ zwar mit einer ernsthaften Rolle, hat aber kaum Screentime. Fahri Yardim und Aenne Schwarz liefern ebenfalls sehr gute Leistungen ab.

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Blu-ray Wertung
  • 7/10
    Film - 7/10
  • 8/10
    Bild - 8/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 1/10
    Extras - 1/10
7/10

Zusammenfassung

Roh, unverfälscht und auf das Wesentliche konzentriert.

Bild:

Schock – Fast der ganze Film spielt bei Nacht © Eurovideo

Die Kameraarbeit und der Schnitt sind von hoher Qualität und tragen maßgeblich zur düsteren und bedrohlichen Stimmung bei. Der Einsatz von Licht und Schatten sowie die gezielte Wahl der Schauplätze verstärken die klaustrophobische Atmosphäre und lassen die Spannung bis zum Höhepunkt steigen. Damit kommt ein schönes Neo-Noir-Feeling auf. Qualitativ besticht die Blu-ray mit einem jederzeit scharfen Bild.

Ton:

Hintergrundgeräusche und musikalische Untermalungen sind sparsam, aber effektiv eingesetzt, um die Spannung in entscheidenden Momenten zu steigern und die Dramatik der Handlung zu unterstreichen. Blockbuster-Geballer sucht man im authentisch wirkenden Thriller-Drama vergebens. Die Dialoge sind gerne mal genuschelt, was zusätzlich realistisch anmutet, aber teils wirklich schwierig zu verstehen ist. Allzu lange Wortwechsel braucht der Film aber nicht, lieber lässt er die Mimik der Figuren und die Atmosphäre für sich sprechen.

Extras:

Hier gibt nur den Trailer.

Fazit:

Nur ein weiterer deutscher Vertreter, der zeigt, wie leicht das Leben aus den Fugen geraten kann? Jein, denn starke schauspielerische Leistungen, eine packende Handlung und eine aufs Wesentliche konzentrierte Noir-Inszenierung heben „Schock“ hervor. Ein gutes Regiedebut von Moschitto.


von Nicolas Wenger

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