Kritik zu „Dream Scenario“ und der Blu-ray

Nicolas Cage & Julianne Nicholson © DCM Film Distribution GmbH

Die Kritik:

Dream Scenario“ ist eine filmische Reise, die Elemente aus Komödie, Drama und surrealistischer Fantasie (bis hin zu Horror) verbindet. Unter der Regie von Kristoffer Borgli bietet der Film also allein daraus schon ein vielversprechendes Seherlebnis. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was passiert, wenn plötzlich eine ganz normale Person in den Träumen vieler Menschen auftaucht? Die Kritiken zum Film fielen positiv aus. Zum Blu-ray-Start werfen auch wir einen Blick auf den Film, inkl. Bild, Ton und Extras.

Dream Scenario - Blu-ray
Dream Scenario – Blu-ray © DCM Film Distribution GmbH

Inhalt: Der Film folgt dem unauffälligen Professor Paul Matthews (Nicolas Cage), einem durchschnittlichen Mann, der an einer Universität lehrt und ein eher bescheidenes Leben führt. Paul ist in seinen eigenen Augen nichts Besonderes und hat sich mit einem ruhigen Dasein abgefunden. Doch sein Leben nimmt eine drastische Wendung, als er plötzlich und ohne erkennbaren Grund in den Träumen unzähliger Menschen weltweit auftaucht. Anfangs nur als unbeteiligte Person, doch später werden richtige Alpträume daraus!

Der Film hat sogar einen kleinen, wahren Hintergrund. Tatsächlich wollen in New York viele verschiedene Menschen von ein und demselben ihnen unbekannten Mann geträumt haben. So extrem wie hier im Film aber sicherlich nicht. Denn Paul Matthews wandelt sich in den Träumen vom Zuschauer zum Vergewaltiger, Mörder und schlicht Wahnsinnigen (wobei der inzwischen 60-Jährige letzteres bekanntermaßen am liebsten verkörpert). Diese Horror-Szenen kommen so plötzlich, effektvoll und brechen aus der locker-gediegenen Komödie raus, dass die FSK 12 doch etwas überraschen.

Dream Scenario - Szenenbild
Dream Scenario – Szenenbild © DCM Film Distribution GmbH

Während einige den Mann als eine Art mystischen Helden sehen, sind andere beunruhigt und später nur noch verängstigt. Der Angehimmelte wird so schnell zum Hassobjekt. Seine Frau Janet (Julianne Nicholson) und seine Tochter Sophie (Lily Collins) sind ebenfalls besorgt. Und auch die Universität nimmt zunehmend Abstand.

Der Film untersucht damit auf leicht humorvolle Weise, wie Paul mit seinem plötzlichen Ruhm umgeht und wie die Gesellschaft auf dieses unerklärliche Phänomen reagiert. Es wird klar, dass mit großer Bekanntheit auch immense Herausforderungen und Konflikte einhergehen.

Der Film bietet eine gute Mischung aus Humor, Drama und ein paar existenziellen Fragen. Das satirische Potenzial schöpft „Dream Scenario“ derweil nicht komplett aus. Zum Ende hin wird das noch etwas mehr versucht, scheitert dabei aber und irritiert mehr, als dass es zum Nachregen anregt. So bleibt es dabei, dass „Dream Scenario“ einige lose Fragen über Identität, Berühmtheit und den Einfluss der Gesellschaft auf das Individuum aufwirft, was insgesamt immerhin gut unterhält.

Nicolas Cage liefert dafür eine herausragende Leistung ab, indem er Paul Matthews als sympathischen, leicht ironischen und zunehmend verwirrten Mann darstellt, der versucht, seine Rolle in der Welt zu finden.

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Bild:

Visuell ist „Dream Scenario“ gut geraten. Die Kameraführung ist sorgfältig durchdacht, ganz nah dran und unterstützt die erzählerischen Elemente des Films. Regisseur Borgli und Kameramann Loeb gelingt es, das surreale Konzept des Films visuell treffend umzusetzen. Die Traumsequenzen sind besonders beeindruckend und heben sich deutlich vom Rest des Films ab. Sie sind oft bizarr, humorvoll und manchmal beängstigend, was den surrealen Charakter des Films unterstreicht. Das leicht körnige Bild ist auf eine Handkamera im 16mm-Film zurückzuführen, die uns stärker in das Geschehen versetzen will.

Ton:

Der Soundtrack, komponiert von Hildur Guðnadóttir, ergänzt die Bilder des Films hervorragend. Die Musik variiert zwischen leichten, verspielten Melodien und intensiveren, dramatischen Klängen, die die emotionale Reise von Paul Matthews und die Atmosphäre des Films unterstützen. Der Einsatz von Jumpscare-artigen Soundeffekten in den Traumsequenzen lässt definitiv aufhorchen.

Extras:

Zu den Extras zählen der Audiokommentar sowie drei (sehr kurze) unveröffentlichte Szenen. Der Film wurde neben DVD und Blu-ray auch als Ultra HD Blu-ray-Mediabook veröffentlicht. Dieses lag uns allerdings nicht vor.

Blu-ray Wertung
  • 6.5/10
    Film - 6.5/10
  • 9/10
    Bild - 9/10
  • 8/10
    Ton - 8/10
  • 3/10
    Extras - 3/10
6.5/10

Zusammenfassung

Interessanter Genre-Mix mit einem tollen Nicolas Cage.

Fazit:

„Dream Scenario“ ist ein thematisch, optisch und schauspielerisch toller Film geworden. Etwas mehr Biss in der Satire wäre wünschenswert gewesen. So bleibt ein interessanter Genre-Mix, der durchweg unterhält aber nur bedingt tiefere Fragen aufwirft.


von Nicolas Wenger

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