Dora und die goldene Stadt – Blu-ray Kritik

Isabela Moner in Dora und die goldene Stadt
Isabela Moner in Dora und die goldene Stadt © 2018 Paramount Players Photo Credit: Vince Valitutti

Die Kritik:

Dora und die goldene Stadt Blu-ray Cover
Dora und die goldene Stadt Blu-ray Cover © Paramount Pictures

„Dora und die goldene Stadt“ ist 105 Minuten lang und in Deutschland für alle Altersklassen freigegeben. Es ist eine Realverfilmung der Nickelodeon-Serie „Dora the Explorer“ die vor einigen Jahren im Fernsehen lief. Hier geht es darum, dass Doras Eltern eine verschollene Stadt im Dschungel suchen. Währenddessen soll Dora, die Zeit ihres Lebens im Regenwald gelebt hat, in einer Stadt auf die Highschool gehen. Doch als sie kein Zeichen mehr von ihren Eltern erhält und sie und ihre neuen ‚Freunde‘ auch noch entführt werden, bleibt ihr nichts anderes übrig als auch nach der Stadt zu suchen.

Es fällt wirklich schwer eine Kritik zu diesem Film zu verfassen. Ähnlich wie beim letztjährigen Flop „Cats“ ist das Erlebnis des Schauens nicht wirklich zu greifen und man fragt sich Tage später immer noch was genau man da jetzt überhaupt gesehen hat. Die Geschichte des Films begann aber bereits vor der Veröffentlichung. Als herauskam, dass die Kinderserie als Kinofilm neu herauskommen soll, dachte ich zunächst an einen Film für Kinder. Dann machte plötzlich die Nachricht die Runde, dass Michael Bay diesen Streifen produzieren würde. Das machte mich stutzig. Ein Regisseur, der einzig und allein für Actionfilme bekannt ist und der keinerlei filmisches Talent besitzt, nimmt sich dieser surrealen Kindergeschichte an?! Das könnte vielleicht trotzdem ein guter Abenteuerfilm für Jugendliche und vielleicht sogar Erwachsene werden. Dann kam heraus, dass Michael Bay das ganze Projekt gar nicht produzierte. Dies erfuhr ich aber leider Gottes erst nach der Sichtung.

Eva Longoria in Dora und die goldene Stadt
Eva Longoria in Dora und die goldene Stadt © 2018 Paramount Players Photo Credit: Vince Valitutti

Auf einen Teenagerfilm eingestellt, verblüffte mich nach etwa zehn Sekunden die blanke Wahrheit: Das ist ein Kinderfilm. Aber auch irgendwie nicht. Billige Spezialeffekte, sprechende Tiere und eine völlig aufgedrehte Hauptfigur. Diese durchbricht, wie in der Serie, die vierte Wand und spricht direkt mit dem Zuschauer, nur dass der Film das direkt aufs Korn nimmt. Man weiß also während des Sehens immer noch nicht was genau das hier jetzt sein soll. Für einen Kinderfilm ist er auch zu schrill produziert, zu laut und zu ruppig. Ein Drogentrip innerhalb des Films macht dann die Parallele zur Serie auf und man ist komplett hin und weg – nur leider im verwirrten und nicht im guten Sinne. Die Antagonisten kommen so gesehen überhaupt nicht vor und ergeben keinen wirklichen Sinn. Dora wird zwar als schlau dargestellt, handelt aber wie Forrest Gump in seiner besten Zeit. Nichts passt so wirklich zusammen und man kommt einfach beim besten Willen nicht hinter diesen Film.

Isabela Moner in Dora und die goldene Stadt
Isabela Moner in Dora und die goldene Stadt © 2018 Paramount Players Photo Credit: Vince Valitutti

Wirklich verwunderlich ist das Einspielergebnis von 120 Millionen US-Dollars. Man sollte doch vermuten, dass dieser Film keine Zielgruppe hat. Die Personen, die Dora noch aus ihrer Kindheit kennen, sind mittlerweile Erwachsen und die Kinder, die diesen Kokaintrip in Reinform anschauen sollen, sind nicht mit Dora aufgewachsen.
Dabei hat der Film dennoch ein paar namhafte Darsteller parat. Doras Eltern werden von „Desperate Housewives“-Überbleibsel Eva Longoria und „Ant-Man“-Geschichtenerzähler Michael Pena verkörpert und der böse Fuchs, welcher irgendwie sprechen kann, wird von Benicio del Toro gesprochen.

Alles in allem haben wir einen viel zu schrillen Kinderfilm vorliegen, der nicht wirklich ein Kinderfilm sein will und dessen Seherfahrung nicht wirklich greifbar ist. Selbstreferenziell wendet er sich an die alten Fans der Serie, aber ist im Allgemeinen zu simpel inszeniert, um zu fruchten. Keine wirklich gute Seherfahrung, aber sicherlich eine einzigartige.

Bild:

Die 1080p-Auflösung der Blu-ray reichen aus um das Bild sauber auf den Fernseher zu bringen. Leider ist die Kulisse des Filmes sehr künstlich und falsch aus. Auch die Effekte lassen zu wünschen übrig und so ist das Bild eher unterdurchschnittlich.

Ton:

Über den Ton kann man nicht meckern. Das englische Original ist in Dolby Atmos verfügbar. Außerdem gibt es im Tonformat Dolby Digital 5.1 noch die Sprachen Deutsch, Französisch, Ungarisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch. Gute Ausführung!

Extras:

Als Bonus gibt es fünf verschiedene Features, die z.B. Outtakes vom Set oder einen Blick hinter die Kulissen zeigen. Diese sind für Kinder wahrscheinlich ansprechender als der Film selbst.

Blu-ray Wertung
  • 2/10
    Bild - 2/10
  • 5/10
    Bild - 5/10
  • 9/10
    Ton - 9/10
  • 7/10
    Extras - 7/10
3.5/10

Kurzfassung

Ein filmischer Drogentrip, der sich selbst als Kinderfilm verkaufen möchte.

Fazit:

Ein filmischer Drogentrip, der sich selbst als Kinderfilm verkaufen möchte. Ähnlich wie bei „Cats“ eine surreale Filmerfahrung, von der Kinder auf jedenfall fern gehalten werden sollten.


von Jan Welsch

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