Rezension zu „Demoniac – Macht der Finsternis“

Die Kontrahenten im Gespräch
Die Kontrahenten im Gespräch © Lighthouse

Die Kritik:

Demoniac - Macht der Finsternis
Demoniac – Macht der Finsternis © Lighthouse

Demoniac – Macht der Finsternis“ (Originaltitel: „Nefarious“) ist ein Psycho-Horror-Thriller aus dem Jahr 2023, der von Chuck Konzelman und Cary Solomon inszeniert wurde. Der Film basiert auf dem Roman „A Nefarious Plot“ von Steve Deace und wurde von der Produktionsfirma Believe Entertainment produziert, die zuvor hauptsächlich christliche Erbauungsfilme veröffentlicht hat. Nun aber eher das Gegenteil.

Denn der Film folgt dem verurteilten Mörder Edward Wayne Brady (Sean Patrick Flanery), der am Tag seiner Hinrichtung von dem Psychiater Dr. James Martin (Jordan Belfi) untersucht wird. Brady behauptet, von einem Dämon besessen zu sein und bittet um seine Hinrichtung, um von diesem befreit zu werden. Diese Ausgangssituation entfaltet sich in einem intensiven Kammerspiel und der Psychiater muss erkennen, dass es wohl doch mehr zwischen Himmel und Hölle gibt…

Sean Patrick Flanery liefert als Edward Wayne Brady eine coole Performance ab. Seine Darstellung eines Mannes, der von einem inneren Dämon geplagt wird, ist intensiv und glaubwürdig. Die Zerrissenheit und der innere Kampf seines Charakters kommen dabei gut zur Geltung. Obwohl er durchweg mit Handschellen an den Tisch gefesselt ist und sich kaum bewegen kann, geht ständig etwas Bedrohlichkeit von ihm aus. Jordan Belfi als Dr. James Martin bildet einen starken Gegenpart, dessen Skepsis und Rationalität nach und nach durch die verstörenden Enthüllungen Bracys herausgefordert werden.

Edward Wayne Brady (Sean Patrick Flanery)
Edward Wayne Brady (Sean Patrick Flanery) © Lighthouse

„Demoniac – Macht der Finsternis“ behandelt Themen wie Schuld, Besessenheit und den Kampf zwischen Gut und Böse, auch wenn dieser nicht explizit gezeigt werden. Der Film spielt beinahe nur in dem Befragungsraum im Gefängnis. Dort kann aber kammerspielartig gut mit der Vorstellung von Realität und Wahnsinn verweilen.

Etwas halbgar und nur in Ansätzen spannend sind die Dialoge (bzw. Monologe), in denen der vermeintliche Dämon seine Sichtweise erläutert. Die gesellschaftskritischen Punkte sind zu selten entlarvend. So mangelt es an Subtilität. Einen möglichen Twist finden wir nicht vor – der Film scheint uns durchweg von der Präsenz eines echten Dämons überzeugen zu wollen. Etwas mehr Ambivalenz in dieser Vorgehensweise wäre womöglich noch packender gewesen.

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Bild:

Der Film nutzt seine klaustrophobische Kulisse – größtenteils innerhalb der Mauern einer Todeszelle – um eine bedrückende und unheilvolle Atmosphäre zu schaffen. Das gelingt häufig genug auch gut! Die Kameraarbeit ist effektiv und unterstreicht die psychische Anspannung der Charaktere. Nahaufnahmen und schattige Beleuchtung verstärken das Gefühl der Isolation und der nahenden Bedrohung. Qualitativ ist an der Blu-ray-Bildqualität nichts auszusetzen.

Ton:

Die Tonebene des Films spielt eine gute Rolle bei der Erzeugung von Spannung und Unbehagen. Die Geräuschkulisse ist subtil, aber wirkungsvoll, mit gelegentlichen plötzlichen Lauten, die den Zuschauer erschrecken – einen kleinen, aber sehr effektiven Body-Horror-Moment inklusive. Der Soundtrack ergänzt diese Elemente mit einer Mischung aus dissonanten Klängen und bedrohlichen Musikstücken, die die düstere Atmosphäre verstärken. Es lohnt sich übrigens den Abspann am Ende abzuwarten, denn eine Stimme hat ganz am Ende noch etwas zu sagen.

Extras:

Extras gibt es keine bis auf den Trailer.

Blu-ray Kritik
  • 7/10
    Film - 7/10
  • 8/10
    Bild - 8/10
  • 8/10
    Ton - 8/10
  • 1/10
    Extras - 1/10
7/10

Zusammenfassung

In den besten Momenten ein intensiver und atmosphärischer Horror-Thriller.

Fazit:

„Demoniac – Macht der Finsternis“ kann mit starker schauspielerischer Leistung und der effektiven audiovisuellen Gestaltung punkten. Mit einigen vorhersehbaren Momenten und einem etwas zu arg schwurbelndem „Dämon“ gelingt es dem Film nicht durchweg seine unheilvolle und spannende Atmosphäre aufrecht zu erhalten.


von Nicolas Wenger

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