Blood Quantum – der kanadische Zombie-Film in der Kritik

Blood Quantum - Nach dem Gemetzel
Blood Quantum - Nach dem Gemetzel © Koch Media GmbH

Die Kritik:

Blood Quantum Bluray Cover
Blood Quantum Blu-ray Cover © Koch Media GmbH

Blood Quantum ist vordergründig nur ein weiterer Zombie-Streifen. Die sich langsam steigende Invasion der gefräßigen Untoten spielt im Nordosten Kanadas und hat vor allem das indigene Volk als Protagonisten. Der Angriff darf laut Machern als Metapher für die Kolonisation verstanden werden. Dieser Aspekt lässt auf einen interessanten Streifen hoffen, der ab dem 24. September 2020 neben DVD und Blu-ray sogar als Mediabook erscheint.

Inhalt: Im Indianer-Reservat häufen sich merkwürdige Vorkommnisse. Tote Lachse spielen verrückt, der Hund etwas später ebenso und schließlich infizieren sich auch die Menschen. Unvorbereitet wie sie sind, trifft sie die Attacke gnadenlos. Ein halbes Jahr später ist von der Menschheit nicht mehr viel übrig. Im benannten Reservat hat ein Großteil der indigenen Bevölkerung überlebt und verbarrikadiert sich um den Anführer Traylor (Michael Greyeyes). Ihr Vorteil ist, dass sie von Bissen nicht mutieren. Aber die Gefahr geht auch aus den eigenen Reihen hervor…

Der Beginn der Pandemie ist äußerst stimmig und spannend umgesetzt, wenn die verschiedenen Figuren erstmals in Kontakt mit Infizierten kommen. Schon hier wird nicht an Blut und ziemlich ekligen Szenen gespart. Insgesamt mag Blood Quantum ein niedriges Budget besitzen, wodurch man schlechte CGI-Effekte und miese Zombies erwarten könnte. Tatsächlich wird der Zuschauer dahingehend sehr positiv überrascht. Die Untoten sehen recht gut aus und die spätere Action beim abmetzeln gefällt durchweg. Hier ist alles drin von Zweikämpfen über Schwerthiebe, aufspießen, zerschreddern und natürlich Kopfschüsse. Die FSK 18 sind unbestreitbar richtig.

Blood Quantum - Ein gefangener Zombie
Blood Quantum – Ein gefangener Zombie © Koch Media GmbH

Nach dem unerwarteten sechs monatigen Vorspulen gerät die Zombie-Invasion jedoch etwas beliebig und die Handlung wird mehr im bekannten „malen-nach-Zahlen-Prinzip“ abgehandelt. Der Bösewicht unter den Menschen ist kaum überzeugend und von da an bleibt Blood Quantum hinter seinen Möglichkeiten der selbst ausgerufenen Metapher. Regisseur Jeff Barnaby – selbst Angehöriger der indigenen Bevölkerung – hatte zuvor durchaus interessante Vergleiche und Nadelstiche geschaffen. Im späteren Chaos inkl. Familientragödie verliert sich dies jedoch zu stark, als dass der Film noch viel länger im Gedächtnis bleiben würde.

Bild:

Die Qualität des Bildes ist jederzeit überzeugend, sogar in den dunkleren Momenten fallen kaum Unschärfe auf. Auch die aller meisten CGI-Effekte und die Zombies gehen absolut in Ordnung. Das Setting fällt dagegen etwas spärlicher aus.

Ton:

Hier bleiben vor allem einige Dialoge, die als gesellschaftskritisch interpretiert werden können, im Gedächtnis. Soundtrack und Synchronisation stimmen ansonsten im Horrorthriller.

Extras:

Neben Trailern liegt ein knackiges Making of vor, das zum Punkt kommt und die Metaphern hinter dem Zombie-Film aufdeckt. Auch ein kleiner Blick hinter die Kulissen wird gewährt. Ansonsten stehen noch Interviews und ein Q&A beim Bonusmaterial zur Verfügung.

Blu-ray Wertung
  • 8/10
    Film - 8/10
  • 8/10
    Bild - 8/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 5/10
    Extras - 5/10
8/10

Kurzfassung

Kurzweiliger Zombie-Thriller mit interessanter Meta-Ebene.

Fazit:

Blood Quantum ist ein optisch absolut überzeugender Film, der dem Genre durch seine Metapher noch etwas mehr bietet. Darüber hinaus kann er mit Spannung und Kurzweiligkeit punkten, auch wenn die zweite Hälfte etwas beliebiger ausfällt.


von Nicolas Wenger

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