Fokus: Animationsfilme – Knick Knack

Szene aus Knick Knack
Szene aus Knick Knack © Disney

Anders als zuletzt der Kurzfilm „LUXO JR.“, der mit seinem süßen Protagonisten zwar für Begeisterung sorgte, aber auch zeitgleich seinen Zuschauern eine Lehre mitgeben wollte, war ein weiterer Kurzfilm nicht so tiefgehend und eher nur zur Unterhaltung gedacht.


Wenn man aber einen philosophischen Hintergrund suchen sollte (da das einfach die Stärke von PIXAR ist, dass jeder noch so kurze Film eine gute Message hat und zum Nachdenken anregen kann), dann wäre der wohl hier, dass man nicht alle Ziele erreichen kann, egal wie sehr man es auch versucht. Jedoch sollte man dann genau in so einem Fall nicht versagen, sondern in den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten das Schöne suchen.

In dem Film geht es um einen Schrank. Auf diesem Schrank stehen mehrere Andenken aus Sommerurlauben und eine Schneekugel mit einem Schneemann drin. Während die Sommerfiguren die ganze Zeit Party machen und es sich gut gehen lassen, steht er alleine in seiner Kugel und ist frustriert. Als ihm dann eine hübsche blonde Frau zu winkt, ist für ihn klar: Er will raus! Dafür versucht alle Möglichkeiten aus und würde alles tun für dieses Ziel, doch er kommt einfach nicht raus. Doch dann passiert das undenkbare, die Kugel fliegt vom Schrank und ihm gelingt es zu entkommen. Er ist nun endlich frei, kann mit Party machen und mit dieser hübschen Frau sprechen oder doch nicht?

Szene aus Knick Knack
Szene aus Knick Knack © Disney

Anders als bei „Luxo Jr.“ hat „Knick Knack“ nun ein passendes Lied, das im Hintergrund gespielt wird und der Szene nochmal mehr Ausdrucksweise verleiht. Es ist ein schönes Acapella Lied, das direkt Sommerlaune auslöst und noch klarer macht, wie traurig es sein muss, wenn man sein ganzes Leben in Einsamkeit und im Schnee gefangen ist. Dabei bekommen wir mit dem Schneemann einen sehr sympathischen Protagonisten vorgesetzt, mit denen sich bestimmt der Ein oder Andere nur zu gerne vergleichen möchte. Wer kennt nämlich nicht diese Momente, wo man alles versucht, was in seiner Macht steht, aber eine Sache einfach nicht funktionieren möchte? Wo man denkt, dass die Welt gegen einen ist und wo man von einem Fettnäpfchen ins andere tritt? Keiner mag das Gefühl bei sich selbst und doch ist es sehr spaßig es sich mit solchen fiktiven Figuren anzusehen. Nicht ohne Grund gab es eine Zeit, wo Schauspieler wie Charlie Chaplin, Laurel und Hardy, aber auch ein Rowan Atkinson als „Mr. Bean“ echte Hits waren. Sie haben nicht gesprochen und hatten einfach nur sehr viele Fettnäpfchen vor sich. Genauso an diese Zeit erinnert dieser Kurzfilm. An ein altes, sehr beliebtes Hollywood.

Es ist also ein sehr gelungener Titelheld, über den man lachen und an dem man sich belustigen kann, nur eben keine Figur die lange nachhallt. Er hat seinen Kurzfilm und macht diesen gut. Doch er ist nicht so, dass man ihn unbedingt wieder sehen muss und er würde als PIXAR Maskottchen sehr vermutlich versagen. Er hat einfach nicht den Charme einer kleinen Lampe und ist viel eher eine Figur, für zwischendurch, aber nichts an das man immer wieder erinnert werden möchte. Das hält diesen Kurzfilm aber definitiv nicht davon ab, einem für diese kurze Länge ein zufriedenes Gefühl zu schenken und er ist genau das, wofür PIXAR steht und was sie drauf haben. Er steckt voller Kreativität und behandelt ein Thema, das man in so einer Form nicht erwartet hätte. Keiner hat sich vorgestellt, was eigentlich ein Schneemann in einer Schneekugel für Probleme hat und doch stellt man es so dar, als wäre es das Natürlichste, was es gibt und das geht sogar vollkommen auf. Man denkt sich nicht, was das für ein Quatsch sei und geht auf Distanz dabei, sondern kann diesen Quatsch sogar genießen und eben (wie bereits gesagt) seinen Spaß damit finden. Negativ fällt hier jedoch das Frauenbild auf. Diese werden in diesen Kurzfilm zu willig dargestellt und so, als würde eine Frau jeden nehmen um ihren Spaß zu finden. Eine Tatsache, die man heutzutage aus einem anderen Blickwinkel sieht und die dem ein oder anderen vielleicht „ein Dorn im Auge“ sein kann. Es wird sich nicht jeder damit zufriedengeben können und doch ist es Jammern auf hohem Niveau, denn in diesem Kurzfilm ist das nämlich reine Nebensache.

Szene aus Knick Knack
Szene aus Knick Knack © Disney

Fazit

So kommen hier ca. 2 Minuten pure Unterhaltung heraus, die sehr an ein altes Hollywood erinnern und wo es schön ist, dass der Protagonist nicht zu viel redet. Sprache hätte hier nämlich einiges kaputt gemacht. Stattdessen wird alles über Gestik und Mimik zum Ausdruck gebracht und das ist eine so tolle Idee gewesen. Qualitativ würde ich den Kurzfilm persönlich unter „Luxo Jr.“ ansehen, aber wenn man nicht so viel erwartet, kann man ihn sich super anschauen und wird es sicherlich nicht bereuen.

Filmwertung
7/10
von Peter Brauer

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