Interview mit Sonsee Neu zum Finale von PASTEWKA

Sonsee Neu als Anne in der Serie Pastewka
Sonsee Neu als Anne in der Serie Pastewka © Bastian Schmitz

Schauspielerin Sonsee Neu (*1973 Frankfurt am Main) absolvierte nach dem Abitur ihre Schauspielausbildung an der American Academy of Dramatic Arts (1993 bis 1996) und an der Michael Howard in New York (1996 bis 1998). In Deutschland ist sie vor allem in Fernsehfilmen zu sehen:“Vater braucht eine Frau (2002)“, „Rosamunde Pilcher: Gewissheit des Herzens (2002)“, „Die andere Frau (2003)“, „Kommissarin Lucas – Vergangene Sünden und Kommissarin Lucas – Vertrauen bis zuletzt (2004)“, „Der Bernsteinfischer (2005)“, „Die Liebe eines Priesters (2005)“. Von 2005 bis 2020 ist in der Comedy-Serie „Pastewka“ als Bastian Pastewkas Freundin Anne zu sehen. In Kürze erscheint die finale Staffel auf amazon Prime.


15 Jahre lang waren Sie vor und hinter der Kamera an der Seite von Bastian Pastewka. Wird Anne immer ein Teil von Ihnen sein?

Sonsee Neu: Ich hoffe tatsächlich, dass ich sie nie so ganz los werde, weil mir diese Rolle sehr viel Spaß gemacht hat.

Fällt es Ihnen nach all den Jahren schwer, den wahren Bastian von der Serienfigur Bastian zu unterscheiden?

Sonsee Neu: Ich merke natürlich schon, dass der Serien-Bastian dem echten Bastian überhaupt nicht gerecht wird. Das war schon immer so und das wird immer so sein. In der Privatperson ist einfach so viel mehr los (lacht).

Sie haben die Rolle der Anne sofort bekommen, wobei Sie nicht Bastians erste Wahl waren. Sie haben dies erst viel später erfahren, wie haben Sie darauf reagiert?

Sonsee Neu: Ich habe es im Sommer erfahren und war empört darüber, dass Bastian mir das all die Jahre verheimlicht hat. Ich habe nämlich noch nie, so schnell eine Zusage für eine Rolle bekommen. Keine 24 Stunden nach dem Casting hatte ich die Zusage. Daher bin ich immer davon ausgegangen, dass meine Rolle eine ganz klare Sache war.

Zu Beginn der Serie stand nicht fest, dass sich die Serie über alle die Jahre fortsetzen wird. Was hat Sie damals an der Rolle gereizt?

Sonsee Neu: Damals war tatsächlich nur von dem Pilotfilm die Rede. Ich wurde zum Casting eingeladen, Bastian Pastewka war mir ein Begriff und ich bekam meine Szene fürs Vorsprechen: Dies war die Anschlussszene zur bekannten „Brötchen-Szene“. Diese Art von Dialog kannte ich nicht, wo man quasi nichts sagt und es dennoch eine komplette Szene ist. Diese Zwischentöne haben mich fasziniert.

Haben Sie nach Abschluss jeder einzelnen Staffel erfahren, dass die Serie fortgesetzt wird?

Sonsee Neu: Bis Amazon Prime kam, war es tatsächlich immer so. Und wir hatten zwischendurch auch mal jahrelang eine Pause. Ich finde ganz ehrlich, dass Sat1 immer sehr stiefmütterlich mit uns umgegangen ist. Man war es irgendwann gewöhnt, Abschiede zu feiern oder Sendeplatzverschiebungen zu akzeptieren. Wir haben immer damit gerecht, dass es nach dem jeweiligen Staffelende vorbei ist.

Das letzte große Finale von „Pastewka“ würde sich auf der Kinoleinwand sehr gut machen…

Sonsee Neu: Ja, das finde ich auch. Bastian beteuert immer, dass er happy ist mit den finalen 99 Folgen, aber er hat immer von 100 Folgen gesprochen. Und da Bastian ein Mensch ist, der zu seinem Wort steht, reite ich immer darauf herum. Ich denke, dass die Kinoleinwand vielleicht unser Schlupfloch ist. Ich denke, die Serie ist wirklich zu Ende, auch wenn man immer neues Material finden würde. Die 10. Staffel lässt keine Fragen offen, würde aber dennoch Stoff für eine weitere Geschichte liefern.

Die Serie gab es zunächst auf DVD, dann auf Blu-ray, dann auf 4K und nun ist sie zum Streamen auf amazon Prime angekommen. Macht man sich während des Drehs Gedanken um das Format?

Sonsee Neu: Ja, die macht man sich tatsächlich. Vor allem, weil es durch Amazon Prime so viel besser wurde.

Die Serie lebt von seinen Charakteren und den Beziehungen untereinander. Im Laufe der Jahre wurde fast jedes Thema angeschnitten. Gibt es etwas, was Sie als Anne gerne noch gezeigt hätten?

Sonsee Neu: In der letzten Staffel kommt noch ganz viel Neues von Anne. Tatsächlich auch einiges, was ich mir gewünscht hatte. Plakativ gesprochen wird in der 10. Staffel mal eine wahre Frauengeschichte erzählt. Anne ist jetzt bereit für ein Kind. Und das schöne ist, dass dieser Wunsch in der Serie nicht hinterfragt wird. Niemand macht sich Gedanken um ihr Alter… Dass ist so schön, weil der Trend dahin geht, dass man erst spät Mutter wird. Wir haben alle unsere Ausbildung gemacht oder studiert, wann sollte man da eine Familie gründen? Als Frau ist man da körperlich wirklich im Nachteil. Und auch der Gedanke, dass Anne auch ohne Mann ihren Traum verwirklichen will, ist großartig. Ich sehe es auch in meinem eigenen Umfeld. Meine beste Freundin ist beispielsweise auch erst mit 46 Mutter geworden.

Wie haben Ihre Kinder auf die letzte Staffel und die Wünsche von Anne reagiert?

Sonsee Neu: Meine Kinder haben die letzte Staffel noch gar nicht gesehen. Ich bin sehr gespannt, wie sie es aufnehmen. Bisher wissen sie davon nichts.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

von Sandy Kolbuch

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*