Holt mich Star Wars endlich wieder ab? – Ersteindruck zu The Acolyte

© Walt Disney Germany

Ich liebe Star Wars! Und so war es ganz besonders schmerzhaft in den letzten Jahren von den Live-Action-Serien so enttäuscht zu werden (Andor ist dabei natürlich die große Ausnahme!). Die dritte Staffel The Mandalorian, Obi-Wan Kenobi, The Book of Boba Fett und Ahsoka schwankten für mich zwischen schwerem Mittelmaß und absoluter Katastrophe. Doch bin ich müde geworden mich darüber endlos zu beschweren und aufzuregen, sondern will hier heute Star Wars und diese pure Magie, die diese weit, weit entfernte Galaxis ausströmt, wieder einmal feiern. Denn dies ist mein erster Eindruck von The Acolyte!

Die Serie beginnt dabei bereits spektakulär. Eine erste Kampfszene demonstriert die Leidenschaft und Sorgfalt, die man hier nach den ersten beiden Folgen – mehr habe auch ich noch nicht gesehen – die ganze Zeit spüren darf. Der Kampf ist (genauso wie alle darauffolgenden) hervorragend choreographiert, übersichtlich und doch dynamisch gefilmt und kann auf tolle Stuntarbeit zurückgreifen. Besonders gefällt mir dabei aber auch immer, wie die Kämpfe mehr über die Figuren erzählen, ihre inneren Konflikte und die unterschiedlichen Machtlevel klar demonstrieren.

Generell ist es erfrischend, dass man hier ein ganz neues Ensemble an spannenden Figuren eröffnet. Diese fühlen sich hier stets echt und authentisch an, auch weil die Dialoge immer wieder ein gewisses Gewicht mit sich tragen. Dabei konstruiert The Acolyte eine ungemein interessante Figurenkonstellation, die ihre ganz eigenen Konflikte mit sich bringt. Auch kleine Veränderung in der Mimik der Darsteller (vor allem Jung-jae Lee und Amandla Stenberg funktionieren hervorragend) dürfen dann eine große Bedeutung in sich tragen. Wenn Jedi-Meister Sol wieder auf seine frühere Padawan trifft, sagt ein einzelnes warmherziges Lächeln in seinem Gesicht mehr aus, als es irgendein Dialog könnte. Solche kleinen Charaktermomente erwarten uns immer wieder. So wirkt hier alles ungemein nahbar und menschlich auf mich. Auch die Seite der Antagonisten wird daher keinesfalls verteufelt.

Jedi-Meister Sol (Jung-jae Lee) beim Unterrichten der Jünglinge © Walt Disney Germany

Dabei eröffnet The Acolyte ein durchaus mitreißendes Mysterium mit zahlreichen Fragen, die definitiv im Laufe der nächsten Wochen einen festen Platz in meinem Gehirn reserviert haben. Zu hoffen bleibt nur, dass deren Auflösung nicht enttäuschen wird, doch bleibe ich hier durchaus optimistisch.

Wichtig wäre es allerdings noch mehr von dieser Welt bzw. dieser Zeit zu sehen, und tiefer darin einzutauchen. Gerade die kommende Tragödie über den Fall der Demokratie und des Jedi-Ordens könnte so noch an Gravitas dazugewinnen. Schließlich befinden wir uns hier noch in der Ära der High Republic, als Jedi und Republik nach Jahrhunderten des Friedens am Höhepunkt ihrer Macht waren. In The Acolyte neigt sich diese Zeit des Friedens und des Wohlstands nun aber langsam ihrem Ende zu, als die Dunklen Seite der Macht beginnt ihren Schatten zu werfen…

Währenddessen erhebt sich zum ersten Mal seit Jahrhunderten eine dunkle Bedrohung © Walt Disney Germany

Und dennoch fühlt sich diese Welt so viel lebendiger an, als in anderen Star Wars-Serien. Zwar könnten hier und da etwas mehr Statisten oder größere Sets noch weitere Einstellungen ermöglichen und die Welt noch greifbarer werden lassen, doch spüre ich, wie belebt diese dennoch ist. Auch weil hier eleganter mit der Stagecraft-Technologie – große LED-Wände (auch bekannt als The Volume), die in fast allen Live-Action Star Wars-Serien ihre Verwendung fanden – als in der Vergangenheit. Die Szenerien finden in mehreren Ebenen statt, nicht einfach nur vor einer zu offensichtlichen Wand. Es fühlt sich wesentlich organischer an und meist als tatsächlicher Teil der Welt. Die Kostüme, vor allem das Make-up und die Prothesen der Aliendarsteller fügen sich dabei nahtlos in die Schauplätze ein.

Das tolle an Star Sars war auch immer, dass man in so vielen verschiedenen Zeitspannen dieser Galaxis (etwas das Disney bisher in Filmen und Serien und Serien vernachlässigt hat) und so vielen diversen Genres stattfinden kann. The Acolyte fühlt sich deshalb für mich im besten Sinne nach klassischem Star Wars an und funktioniert dann doch auf seine ganz eigene Weise, auch weil man bisher auf unnötigen Fanservice vollkommen verzichtet.

Fazit: Natürlich ist all das nur ein Ersteindruck. Und doch konnten gestern weder meine Freundin noch ich uns erwehren von dieser neuen Star Wars-Serie vollkommen eingenommen zu werden. Denn hier wird ein Grundstein für etwas Großes gelegt…

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von Sebastian Stegbauer

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