Christopher Nolan Filme im Ranking

Christoper Nolan Filme Teaserbild
Christoper Nolan Filme Teaserbild

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich wohl kein Regisseur solch einen Namen bei Kritikern als auch bei Fans gemacht wie Christopher Nolan. Der Brite, der mit Filmen wie Inception oder Memento als einer der größten Vertreter des „Mindfuck-Kinos“ gilt, bewies zuletzt mit seinem Kriegs-Epos „Dunkirk“, dass er ebenso in der Lage ist, ohne viel Dialog und Handlung, dafür aber umso mehr mit purer Spannung und bildgewaltigen Aufnahmen zu fesseln.


Mit seinem neusten Werk „Tenet“, welches tapfer auf seinem Startdatum (16. Juli 2020) verweilt, kehrt Nolan wohl zu seinen Wurzeln im „Mindfuck-Kino“ zurück. Anlässlich seines elften Kinofilms haben wir uns die Filmographie des Ausnahme-Regisseurs noch einmal genauer angesehen, um seine bisherigen Regiearbeiten in dieser Top-Liste zu ranken:

10. Following (1998)

Mit einem Budget von ungefähr 6.000$ realisierte Nolan seinen ersten Spielfilm “Following”, indem er Freunde, Kollegen und sogar Familienmitglieder als Cast- und Crewmitwirkende engagierte, um sein Debüt finanzieren zu können. Der in schwarz-weiß gehaltene Psychothriller, der die kriminelle Londoner Unterwelt thematisiert, zeigte schon früh die filmischen Vorlieben Nolans, die er in seinen folgenden Werken beibehalten sollte. Trotz der begrenzten Möglichkeiten und offensichtlich teilweise nicht ausgebildeten Schauspielern ist „Following“ mehr als nur ein Studentenfilm, da er über weite Strecken durchaus packen und unterhalten kann. Nicht umsonst gilt er als Hollywood- Sprungbrett für Nolan. Nichtsdestotrotz reicht sein Spielfilmdebüt jedoch nicht an seine späteren Werke heran, da hier die mangelnde Erfahrung des Machers einfach zu deutlich zu spüren ist.

Al Pacino und Robin Williams in Insomnia
Al Pacino und Robin Williams in Insomnia © Warner Bros.

9. Insomnia – Schlaflos (2002)

Dass “Insomnia-Schlaflos” als einziger seiner Regie-Werke nicht auf einem von Nolan stammenden Drehbuch beruht, ist wohl der größte Schwachpunkt des Thrillers mit Al Pacino und Robin Williams. Der Neuverfilmung des skandinavischen Originals „Todesschlaf“ von 1997 merkt man sofort an, dass die Charaktere sowie die Handlung nicht so komplex sind, wie es für einen Nolan-Film typisch ist. Trotz starker Besetzung und einigen tollen Aufnahmen reicht es für Nolans dritten Spielfilm nicht über ein Prädikat „gewöhnlich“ hinaus.

8. Memento (2000)

Seine erste Oscar-Nominierung und die Aufmerksamkeit der „Großen“ in Hollywood verschaffte Nolan sein vielzitiertes Werk „Memento“, welches obendrein den wohl am wenigsten vertrauenswürdigsten Erzähler der jüngeren Kinogeschichte hat. Nolan bediente sich hier zum ersten Mal dem Element der Zeit, welches fortan das Leitmotiv seiner kommenden Filme sein sollte. Trotz der spannenden Prämisse, dass „Memento“ zur gleichen Zeit vorwärts als auch rückwärts erzählt wird, erinnert der Film oft leider nur an ein Kammerspiel, bei welchem man die große Enthüllung schon von weitem kommen sieht. Gerade wegen seiner Unglaubwürdigkeit fällt es dem Zuschauer schwer, mit dem von Guy Pearce verkörperten Protagonisten mitzufiebern. Trotzdem bleibt die diskontinuierliche Erzählweise ein Alleinstellungsmerkmal, das bis heute unerreicht bleibt.

The Dark Knight Rises: Christian Bale
The Dark Knight Rises: Christian Bale © Warner Home Video

7. The Dark Knight Rises (2012)

Das Finale Nolans „Dark Knight“- Trilogie stand alles andere als unter einem guten Stern. Angefangen mit dem tragischen Tod Heath Ledgers, welcher noch einmal in seiner Paraderolle als Joker zurückkehren sollte, über Nolans angebliche Abneigung, eine weitere Fortsetzung zu inszenieren, bis hin zu einem Amoklauf bei der Filmpremiere in Colorado. Allen dunklen Vorzeichen zum Trotz lieferte der Brite einen würdigen Abschluss seiner Batman-Saga, der dennoch nicht mit seinen beiden Vorgängern schritthalten konnte. Handgemachte Action, die A-Riege Hollywoods und Hans Zimmers berühmter Soundtrack können die vielen Logik-Löcher und die viel zu langgezogene Handlung leider nicht wettmachen. Selbst Tom Hardy kann sich mit seiner einzigartigen Performance als Terrorist Bane nur als zweitbester Bösewicht der Trilogie rühmen.

6. Batman Begins (2005)

Für viele Comic-Fans gilt Christopher Nolan als der Mann, der Batman wieder cool gemacht hat. Acht Jahre nach dem „Batman & Robin“-Debakel von Joel Schumacher, für das sich Hauptdarsteller George Clooney heute noch öffentlich entschuldigt, schaffte Nolan die von vielen als unmögliche Aufgabe angesehene Wiedergeburt des dunklen Ritters im 21.Jahrhundert. Düster, ernst und innerlich zerrissen, aber auch menschlicher als seine Vorgänger inszenierte der Regisseur seinen Protagonisten während seiner Anfänge in Gotham City. Neben der hervorragend eingefangenen düsteren Atmosphäre sticht vor allem der Cast in dieser Neuverfilmung hervor: Neben Christian Bale als Batman glänzen Gary Oldman, Michael Caine, Morgan Freeman und Cillian Murphy als Nebencharaktere, die ihre Figuren für kommende Batman-Filme wohl sehr geprägt haben dürften. Nolan konnte mit „Batman Begins“ erstmals beweisen, dass er auch mit großen Blockbuster-Budgets umgehen kann.

Kommandant Bolton (Kenneth Branagh)
Kommandant Bolton (Kenneth Branagh) © Warner Home Video

5. Dunkirk (2017)

2017 bekamen wir das bisher wohl bildgewaltigste Spektakel des Ausnahme-Regisseurs. In diesem Anti-Kriegs-Epos verzichtete Nolan darauf, während des gesamten Films auch nur einen einzigen deutschen Soldaten zu zeigen, um die Zeit als eigentlichen Feind der in Dünkirchen festsitzenden britischen Armee darzustellen. Kein Wunder also, dass im Hintergrund fast während der gesamten Lauflänge des Films ein Uhrticken zu vernehmen ist. Auch verzichtet Nolan auf jegliche Brutalität, sondern setzt stattdessen die Angst als schlimmstes Übel des Krieges ein. Packend und mitreißend schuf Nolan mit „Dunkirk“ einen der außergewöhnlichsten, aber gleichzeitig auch besten Kriegsfilme aller Zeiten, der obendrein einige der atemberaubendsten Aufnahmen des Jahres zu bieten hat.

4. The Prestige – Meister der Magie (2006)

Storytelling vom feinsten. Nolan inszeniert die Geschichte zweier rivalisierender Zauber-Künstler im London des 19.Jahrhundert so brutal, herzzerreißend und spannend, dass er es schafft, die Zuschauer für beide und doch gleichzeitig für keinen der Protagonisten mitzufiebern. Der Mindfuck-Thriller gilt als endgültiger Freifahrtschein für Nolan beim Studio Warner Bros., mit dem er einen Exklusiv-Vertrag hält. Perfekte Schauspielerführung, einprägsame (obgleich auch verstörende) Aufnahmen und gestochen scharfe Dialoge bilden zusammen einen Zaubertrick, der nur Chris Nolan gelingen hätte können.

Matthew McConaughey in Interstellar
Matthew McConaughey in Interstellar © Warner Bros.

3. Interstellar (2014)

Nachdem er sich im historischen London, Gotham City und in den Träumen anderer Menschen selbst austoben durfte, verschlug es Nolan in seinem neunten Spielfilm nun auch in den Weltraum. In Interstellar bietet er all seine Fähigkeiten als Mindfuck-Filmexperte auf, so dass wohl jedem Zuschauer nach erstmaligen Schauen des Science-Fiction-Dramas der Kopf rauchen dürfte. Doch nicht nur das; Nolan erzählt neben der atemberaubenden Suche nach einem neuen, bewohnbaren Planeten für die Menschheit auch die herzzerreißende Geschichte eines Astronauten, der seine Tochter für die Rettung der Erde verlässt, ohne zu wissen, wann bzw. ob er je wiederkehren würde. Dieser erschreckend realistische Film wird veredelt mit nie zuvor gesehenden Aufnahmen und Effekten und einem Hans Zimmer-Score, der bis heute als einer der besten Science-Fiction Soundtracks gilt. SPÄTESTENS ab diesem Teil der Liste zählen alle aufgezählten Filme als einzigartige Meisterwerke.

2. Inception (2010)

Wohl kaum ein Film hat die Jahrzehntwende so sehr geprägt wie dieser. Jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit Filmen zu tun hat, hat schon einmal von einer „Inception“ gehört. Die Story, die sich um eine Gruppe Leute dreht, welche in anderer Menschen Träume einbrechen, ist sicherlich wohl keine, die sich über Nacht entwickeln lässt. Das brillant konstruierte Herzensprojekt Nolans, an welchem er nach eigenen Angaben über zehn Jahre schrieb, ist wohl der Mindfuck-Gipfel seiner Karriere und bietet einen Cast, der mit u.a. Leonardo DiCaprio, Michael Caine, Tom Hardy, Ken Watanabe, Marion Cotillard, Cillian Murphy und Joseph Gordon-Levitt einige der besten Schauspieler dieser Generation einschließt. Gepaart mit visionären Sound-und Animationseffekten, einem weiteren großartigen Hans Zimmer-Score und Szenen, die bis heute einzigartig sind (Stichwort: Schwereloser Flurkampf) ergibt dies ein filmisches Monument für die Ewigkeit, dass Nolan möglicherweise nur mit einem einzigen anderen Film überbieten konnte.

Heath Ledger in The Dark Knight
Heath Ledger in The Dark Knight © Warner Bros.

1. The Dark Knight (2008)

Wo fängt man bei „The Dark Knight“ an? Dieser Film setzte neue Maßstäbe, und dies überall. Er ist der Start-und Taktgeber der Superhelden-Ära. Er lieferte mit Heath Ledgers Joker eine der besten schauspielerischen Leistungen aller Zeiten. Er zeigte, wie Action auch ohne große Computer-, aber dafür mit praktischen Effekten noch eindrucksvoller wirken kann. Er bewies, dass Action und Drama in einem Film funktionieren können, was in dieser komplexen, mit brillanten Plot Twists gefüllten Handlung bewiesen wurde. Er lieferte fast schon unerträgliche Spannung und Intensität in fast jeder Szene. Er beinhaltet teilweise großartige Dialoge sowie wunderschöne, ja epische Bilder.

„The Dark Knight“ war und ist ein cineastischer Meilenstein, mit dem Christopher Nolan endgültig bewies, dass er einer der größten Regisseure unserer Zeit ist.

von Tavius Audersch

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