Verachtung – Filmkritik zum vierten Fall von Carl Mørck

Verachtung - Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) ermitteln wieder
Verachtung - Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) ermitteln wieder © NFP

Die Kritik:

Verachtung Filmposter
Verachtung Filmposter © NFP

„Verachtung“ ist der vierte Krimithriller der außerordentlich erfolgreichen Buchreihe von Jussi Adler-Olsen. Auch alle drei vorherigen Teile wurden verfilmt, besonders der letzte Film namens Erlösung hat uns gut gefallen. Die hiesige Verfilmung startet am 20.06.2019 im Kino und wir wollen klären, ob er an die erfolgreichen Vorgänger anknüpfen kann.

Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) sind die Kommissare des dänischen Sonderdezernats Q. Diese gegründete Mini-Abteilung rollt alte Fälle wieder auf. Bisher kamen damit dramatische, vertuschte und korrupte Kriminaltaten zum Vorschein und so wird es auch in „Verachtung“ wieder sein. Der Anstoß zum Fall erfolgt durch drei grausig mumifizierte Leichen, die in einem Wandverschlag entdeckt werden. Gleichzeitig bekommt der Zuschauer einen früheren Zeitstrang zu Gesicht, in dem es um ein Mädchenheim auf einer einsamen Insel geht. Nachdem sich Mørck den Fall geschnappt hat, deutet die Verbindung der drei Opfer schnell auf die dortigen unmenschlichen Geschehnisse hin.

Verachtung - Nete (Fanny Bornedal) als junges Mädchen
Nete (Fanny Bornedal) als junges Mädchen © NFP

Wie in dem Roman weiß der Zuschauer damit stets mehr als die Kommissare. Doch die Ermittlungsarbeit  erledigt sich sowieso fast von selbst. Da beinahe ständig etwas Aufsehenerregendes zum Fall passiert, geht es immer zügig in die richtige Richtung weiter ohne falsche Fährten oder langwierige Ermittlungsarbeit. Die Bösewichte sind auch ohne dem Wissen um das Buch schnell klar. Trotzdem bleibt man am emotional aufgeladenen Film immer interessiert dabei.

Was in der Vorlage aber tatsächlich spannender erzählt wird, sind die vielen Rückblenden. Diese sind in einer filmischen Umsetzung traditionell schwierig abzubilden, weshalb hier teilweise ganz verzichtet wird. Das tut dem Filmgenuss allerdings keinen Abbruch. Dafür gibt es einen weiteren Handlungszweig im aktuellen Zeitstrang. Der ist zwar zuweilen vorhersehbar. Dennoch glückt  dieser Griff sehenswert, denn er transportiert noch etwas mehr Gesellschaftskritik in die heutige Zeit und hilft beim Showdown.

Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) nach einer Kneipentour
Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) nach einer Kneipentour © NFP

Insgesamt ist „Verachtung“ sehr düster und drückend geworden. Einige Bilder zeigen sich sehr unappetitlich, die Empathie zur Protagonistin Nete (sehr toll von der jungen Fanny Bornedal gespielt) erledigt dann den Rest. Nach dem Film wird noch über die wahren Ereignisse berichtetet, die den unbekannten, harten Stoff noch etwas schwerer verdaulich machen. Viele ironische Untertöne und Sticheleien zwischen den gegensätzlichen Ermittlern helfen aber ungemein, um in den 120 Minuten auch Spaß zu haben.

Filmwertung
7.5/10

Kurzfassung

Die vierte und längste Verfilmung der Jussi Adler-Olsen-Reihe macht wieder vieles richtig.

Fazit:

Während der Vorgänger schon deutlich mehr Richtung Thriller als Krimi ging, setzt die dänische Produktion (im Original übrigens Journal 64)  diesen Weg nun fort. Emotional und düster zeigt „Verachtung“ einen Fall der wahre Begebenheiten in der dänischen Vergangenheit behandelt. Im Film-Drehbuch wurde im Vergleich zum Roman absolut nachvollziehbar gekürzt bzw. ergänzt und so steht wieder ein eigener, guter Film für sich.


von Nicolas Wenger

Mehr zum Film:
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