Fast & Furious: Hobbs & Shaw – viel Humor, viel Action, coole Darsteller

Jason Statham und Dwayne Johnson in Fast & Furious: Hobbs & Shaw
Jason Statham und Dwayne Johnson in Fast & Furious: Hobbs & Shaw © Universal Pictures

Die Kritik:

Mittlerweile gibt es acht Fast and Furious-Filme. Die letzten zwei spielten jeweils mehr als eine Milliarde Dollar ein. Wenn man sich den letzten anschaute, dann fiel einem direkt auf, dass die Kombi „The Rock/Statham“ Potenzial für eine Art moderne Buddy-Cop-Komödie hätte. Zwei Jahre später bekommen die Zuschauer in „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ genau das. Einen Sommer-Blockbuster vom aller Feinsten, der spektakulär, witzig, actionreich und schlichtweg 135 Minuten lang den Zuschauer unterhält und zu keiner Sekunde auch nur annähernd langatmig geschweige denn langweilig wird. Was hier David Leitch erschaffen hat, ist ein Bombast, den man selten im Kino in dieser Form, mit dieser Selbstironie und Action, erleben darf.

Fast & Furious: Hobbs & Shaw - Filmplakat
Fast & Furious: Hobbs & Shaw – Filmplakat © Universal Pictures

Das einzige, was diesem Film fehlt, ist Logik und selten war das so irrelevant wie in diesem Streifen. Denn die Darsteller und Macher verinnerlichen die Tatsache, dass das hier alles mit einem Augenzwinkern und nicht bitterernst gemeint ist in jeder Actionszene und in jedem Dialog. Es sei nur soviel vorab gesagt, dass man diesen Streifen unbedingt anschauen muss, wenn man etwas von den letzten vier Filmen der Reihe abgewinnen konnte und einfach einen unterhaltsamen Streifen im August sehen möchte, bei dem man abschalten kann und alle Alltagssorgen für zwei Stunden vergessen lässt. Zudem sollte man unbedingt bis zur letzten Sekunde dabei bleiben nach dem Abspann, denn hier gibt es neben zwei Mid-Credit-Scenes auch eine Post-Credit-Scene, für die es sich lohnt, sitzen zu bleiben.

Zur Story wird nichts gesagt. Nicht weil es hier Überraschungen gibt und man Spoiler vermeiden will, sondern weil sie schlichtweg nebensächlich ist. Der zweite Trailer erzählt die ganze Dramaturgie des Films und dennoch ist das einem egal, da der Film das in extrem unterhaltsamen 135 Minuten packt, die einem sehr viel Spaß bereiten. Das liegt an drei Dingen: Die Action, die Hauptdarsteller sowie die Dialoge. Was die Action angeht, ist das hier kein John Wick oder kein The Raid. Es ist ein übertriebenes Spektakel entgegen jedweder physikalischen Gesetze und dennoch macht es unglaublich viel Spaß das Ganze auf der großen Leinwand zu bestaunen. Es gibt rasante Verfolgungsjagden, spektakuläre Explosionen mit vernünftigen CGI-Effekten und vor allem sehr unterhaltsame Schlägereien.

Idris Elba in Fast & Furious: Hobbs & Shaw
Idris Elba in Fast & Furious: Hobbs & Shaw © Universal Pictures

Natürlich stellen sich hier die Gegner zumeist nicht klug an, aber wenn Jason Statham sich in klassischer Manier durch mehrere Gegner boxt und sie zusammenschlägt, macht das einfach Bock zuzuschauen, denn David Leitch versteht es Härte in die Action zu bringen und dennoch der FSK 12-Freigabe gerecht zu werden. So tut es beim Hinsehen weh, wenn Statham mit einem Flaschenkopf seine Gegner K.o. schlägt. Insofern fühlt sich selten eine Szene an, als ob hier mit angezogener Handbremse die Explizität in der Darstellung verringert wurde. Teilweise sind die Action-Szenen wirklich kreativ und es werden einem Dinge gezeigt, die man in der Form auch noch nicht erlebt hat. Das Franchise schafft es immer wieder mit neuen Ideen aufzutrumpfen und auch nie etwas von anderen Filmen abzukupfern. Daher hat Fast and Furious, so kurios es auch klingen mag, eine eigene Handschrift, was die Action angeht.

Doch das Prunkstück des Filmes ist nicht die Action, sondern allen voran die beiden Hauptdarsteller Dwayne Johnson und Jason Statham sowie die Dialoge. Was diese zwei Darsteller hier abliefern, ist Unterhaltung pur. Die Sprüche, wie sie sich gegenseitig aufziehen, die Dialoge im Allgemeinen zwischen den Darstellern, das Schauspiel der beiden und die berüchtigte Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Alles ist hier einfach nur gelungen. Die Schauspieler bringen mit ihrer charismatischen Art und vor allem einer ganz großen Portion Selbstironie genau die richtige Atmosphäre für diesen Film ein. Es macht Spaß, es ist nicht alles bitterernst, man kann lachen und vor allem sprüht jeder in diesem Film vor Coolness. Hier gibt es einige Verweise im Film mit den echten Schauspielern, sodass man teilweise das Gefühl bekommt, dass der Film auch als Statham and Johson vermarktet werden könnte statt Hobbs and Shaw.

Vanessa Kirby in Fast & Furious: Hobbs & Shaw
Vanessa Kirby in Fast & Furious: Hobbs & Shaw © Universal Pictures

Es ist vor allem der Inhalt der skurrilen Dialoge, wenn versucht wird, verbal aufeinander loszugehen, aber vor allen Dingen auch die Art und Weise, wie Statham und Johnson in den Szenen ohne Action agieren. Das ist schlichtweg ein geniales Timing, was Comedy angeht und man selten zu Gesicht bekommt. Zudem brilliert hier Vanessa Kirby wie auch schon in Mission Impossible: Fallout in ihren Actionszenen. Sie verkörpert einen außergewöhnlichen Mix aus Grazilität und Härte, der das männliche Duo perfekt ergänzt. Auf der Gegenseite bekommt man einen Idris Elba zu sehen, der in seiner Rolle des Bösewichts sichtlich Spaß hat. Mit seiner dominanten Art passt er sehr gut in die Rolle und spielt diese auch genrekonform. Darüber hinaus gibt es zwei Cameo-Auftritte, die extremst überraschen. Hier hat die Geheimhaltung sehr gut funktioniert, da im Vorfeld nicht mal auf IMDb diese Info in der Filmographie der zwei Darsteller, die hier mehrere Gastauftritte haben, hinterlegt ist. Der Cast ist also ebenfalls ein großer Pluspunkt in diesem Film und man bekommt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass der Hauptcast der F&F-Streifen fehlen würde.

Filmwertung
8.5/10

Kurzfassung

Der Film ist ein ganz großer Spaß. Fast & Furious: Hobbs and Shaw ist einfach ein Sommerblockbuster, wie man ihn braucht, mit viel Humor, viel Action, coole Darsteller und jede Menge Unterhaltung.

Fazit:

Letztlich hat dieser Film Potenzial nicht nur ein einzelnes Spin-off zu sein, sondern ein eigenes Franchise im Franchise zu werden. Denn es passt einfach alles. Natürlich ist das kein Film, der eine 9 oder 10-Punkte-Bewertung erhalten könnte, da er schlichtweg keinen künstlerischen Anspruch hat und zu platt und unlogisch ist. Was ihn dennoch mehr als nur sehenswert macht, ist das Zusammenspiel der Figuren, die bombastische Inszenierung der Action, die für die große Leinwand gemacht ist sowie vor allem der Humor im Film, der einen zwei Stunden lang unterhält.


von Morteza Wakilian

Mehr zum Film:
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