Der Sex Pakt – Filmkritik: Derbe Partykomödie

Der Sex Pakt: Sam (Gideon Adlon), Julie (Kathryn Newton) und Kayla (Geraldine Viswanathan) © Universal

Die Kritik:

Der Sex Pakt-Plakat
Der Sex Pakt-Plakat © Universal Pictures

1999 sorgten Paul und Chris Weitz mit ihrer Komödie „American Pie“ für schlüpfrige Momente, als sie das „typische“ Leben geschlechtsreifer Highschoolschüler bebilderten. 19 Jahre später bringt Kay Cannon mit „Der Sex Pakt“ eine ähnlich chaotische Komödie auf die Leinwand, in der diesmal die Eltern für mehr peinliche Situationen sorgen, als ihr pubertierender Nachwuchs.

Im Zentrum der Story stehen die drei Freundinnen Julie (Kathryn Newton), Kayla (Geraldine Viswanathan) und Sam (Gideon Adlon), die bereits seit Kindertagen alle Geheimnisse und Sorgen miteinander teilen. Als die Nacht des Abschlussballs immer näher rückt, plant Julie den ersten Sex mit ihrem Freund Austin (Graham Phillips), um die Beziehung zu festigen und ihr eine romantische Note zu verleihen. Kayla sieht den Abschlussball und die darauffolgende Nacht als pragmatische Gelegenheit, um endlich Sex zu haben. Als Objekt ihrer Begierde hat sie sich Connor (Miles Robbins) ausgeguckt, der im Jahrgang als Drogenkurier bekannt ist. Sam, die im Geheimen eigentlich auf eine Mitschülerin steht, will ihre sexuelle Orientierung austesten und willigt ebenfalls in den Sex Pakt der Freundinnen ein. Mit dem willigen Chad (Jimmy Bellinger) an ihrer Seite kann eigentlich nichts schief gehen. Doch die drei Freundinnen haben nicht damit gerechnet, dass ihre Eltern durch Zufall von ihren Plänen erfahren und alles zu tun gedenken, um die Jungfräulichkeit ihrer Töchter zu bewahren. Julies alleinerziehende Mutter Lisa (Leslie Mann) und Kaylas überfürsorglicher Vater Mitchell (John Cena) geraten zusehends in Panik. Nur Sams eigentlich chaotisch veranlagter Erzeuger Hunter (Ike Barinholtz) versucht, die Ruhe zu bewahren und seine Freunde von dem Fehler ihres Lebens abzuhalten.

Der Sexpakt: Lisa (LESLIE MANN) und Hunter (IKE BARINHOLTZ) © Universal

Der Fakt, dass amerikanische Teenager bevorzugt ihr erstes Mal am Abend des Abschlussballs zelebrieren, zieht sich wie ein roter Faden durch zahlreiche Komödien. Ob bei „American Pie“, „Eine wie keine“ oder „Not a Girl“, die Bereitschaft der männlichen Teenager ist immens. Doch diesmal geben die Macher den Mädchen das Zepter in die Hand, was dem Ganzen eine frische Note verleiht. Mit den Freundinnen im Fokus lernen die Kinobesucher drei junge Frauen kennen, die sich ihren Wünschen bezüglich der Zukunft durchaus bewusst sind und diese auch mit allen Mitteln durchzusetzen versuchen. Während sich Lisa aus ihrer engen Beziehung mit ihrer Mutter zu lösen versucht, muss auch Kayla ihren Vater allmählich davon überzeugen, dass sie kein Kind mehr ist. Dass Sam auf das eigene Geschlecht steht, hält sie selbst noch geheim, während ihr Vater dies bereits weiß und ihr am Ende hin eine Schulter zum Anlehnen bieten kann. Der Entwicklungsprozess, den die drei Mädchen bereits durchlaufen haben, steht den Eltern noch bevor. Denn nur schwer können sie mitansehen, wie ihre Töchter erwachsen werden und nun eigene Wege gehen wollen. Das Verhalten der Erwachsenen fällt erwartungsgemäß pubertierender als das ihrer Kinder aus, was der Handlung geschuldet ist. Der Einsatz einer Bierdusche und eine ausufernde Kotzszene hätten sich die Macher gerne sparen können, weil Leslie Mann („Immer Ärger mit 40“) und ihre Kollegen John Cena („Daddy´s Home 2“) und Ike Barinholtz („Mädelstrip “) auch ohne solche Momente herrlich kindisch agieren dürfen.

Der Sex Pakt: Eine Gruppe Teenager feiert dem Abschlussball und dem „ersten Mal“ entgegen © Universal Pictures

Der moderne Zeitgeist fließt gelungen in den Film ein und liefert den Zuschauern einen kurzen Nachhilfekurs bezüglich der richtigen Nutzung von Emojis bei sexrelevanten Themen. Dies ist zwar nicht sonderlich innovativ, heitert die Handlung aber dennoch auf.

Auch wenn die Geschichte etwas dröge wirkt und auf derben Humor setzt, beweißt die Regisseurin, dass auch bei einer Teenykomödie mit mehr oder minder platten Momenten das Gefühl von Verbundenheit zwischen Eltern und Kindern nicht fehlen darf. Dass beide Generationen stetig dazulernen und trotz unterschiedlicher Meinungen eine Einheit bilden können, verleiht dem Film zum Ende hin wirklich Gefühl.

Fazit:

„Der Sex Pakt“ ist nicht der Knaller der Unterhaltungskunst, liefert aber sehr viele amüsante bis zum Schreien komische Momente und beweist zudem Herz, sodass sich der Film bestens für einen Kinobesuch mit den Freunden oder sogar fürs erste Date lohnt.


von Sandy Kolbuch

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