Der König der Löwen – Filmkritik

Der König der Löwen: Simba (JD McCrary)
Der König der Löwen: Simba (JD McCrary) © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Die Kritik:

Der König der Löwen - Filmplakat
Der König der Löwen – Filmplakat © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

1994 erschien ein Film, an den Disney eigentlich erstmal nicht dachte. Sie waren mitten im Arbeitsprozess für „Pocahontas“ (Der 1995 erschien) und dachten nicht, dass diese Geschichte so mit Tieren gut ankommen würde, doch weit gefehlt. „Der König der Löwen“ wurde zum vollen Erfolg. 1998 erschien dann „Der König der Löwen 2 – Simbas Königreich“, der sich um Simbas Tochter Chiara drehte und sich nach der „Hamlet“-Geschichte aus Teil 1 nach „Romeo & Julia“ anfühlte. Simbas Tochter verliebt sich da in den Sohn von Scar und eine Liebe zweier Parteien entsteht, die eigentlich nicht sein dürfte, die aber zum Glück besser ausgeht als das Schicksal von Romeo & Julia. 2004 erschien die zweite Fortsetzung, „Der König der Löwen – Hakuna Matata“. Diese ging wiederum um Timon und Pumbaa und zeigt ihre Sicht auf das Geschehen. Wo waren die zwei eigentlich während Simbas Kindheit im geweihten Land? Und was es mit ihnen gemacht hat, so ein Löwenjunges aufzuziehen und zu dem König zu machen, der er am Ende von „König der Löwen“ ist? Das alles und mehr wurde dort gezeigt. Doch nicht nur filmisch war der Film so ein Erfolg. Auch als Musical verkaufte sich so manche Karte. Seit 1997 ist das Stück am Broadway in New York und seit Anfang 2000 auch bei uns in Deutschland. Es ist einfach eine Geschichte, die zwar jeder kennt, doch wo es einfach wieder großen Spaß macht, sie zu sehen, die Lieder zu hören und Simba zu begleiten vom Baby, über das Kind, dass sich beweisen möchte, bis zum großen König und Vater.

Kein Wunder also, dass sich auch 25 Jahre später so viele freuen und auch ich habe mich enorm auf diesen Film gefreut. Die Animation sah großartig aus und im Trailer wirkte alles richtig und so als würde man hier ein großartiges Remake bekommen. Ein Remake, dass sich von den anderen abheben und vielleicht sogar den Klassiker übertreffen würde, doch leider weit gefehlt. Denn das Einzige, was an dem neuen Film gut war, war wirklich seine Technik. Diese sah großartig aus und setzte neue Maßstäbe für zukünftige Animationsfilme. Ansonsten hatte der Film aber nur Schwächen zu bieten, was wirklich schade ist.

Simba (Stimme: Donald Glover), Timon (Stimme: Billy Eichner) und Pumbaa (Stimme: Seth Rogen)
Simba (Stimme: Donald Glover), Timon (Stimme: Billy Eichner) und Pumbaa (Stimme: Seth Rogen) © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Es gibt im Englischen einen sehr guten und bekannten Cast, bestehend aus James Earl Jones (Mufasa), Donald Glover (Simba), Beyonce (Nala), Seth Rogen (Pumbaa) u. v. m., denen man ihre Rollen abnimmt und die das Beste aus dem Drehbuch heraus holen. Jedoch sieht das bei uns Deutschen nicht so aus. Im Deutschen wird nämlich auf Promis verzichtet und hingegen Sprechern eine Chance gegeben, die man sonst noch nie bzw. erst sehr selten gesehen hat, die aber auch einfach nicht die Macht, Energie und Sympathie der Originalsprecher haben und das ist besonders bei einem solchen Film schwer. Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn auch unbekannteren Sprechern eine Chance bekommen sich zu behaupten, doch muss das wirklich unbedingt bei einem der meisterwarteten und größten Filmen 2019 sein? Ich finde nein und daher ist es mir persönlich auch so enorm schwergefallen, die Szenen im deutschen durchzustehen, da einfach kein einziger Sprecher so wirklich auf seine Rolle passt. Besonders bei Scar ist mir das aufgefallen, nicht nur, dass er anders aussieht als im Original, seine neue Stimme ist auch einfach nicht Thomas Frisch, den ich hier mehr als vermisse und auch Ilja Richter als Timon war 1994 eine echte Bereicherung. Von den Sprechern her war es also ein unfassbar schwerer Fall und ich weiß auch wirklich nicht wer auf diese Idee gekommen ist. Aber auch von der Tiefe und den Liedern gab es hier einige Schwächen.

Der König der Löwen: Scar (Stimme: Chiwetel Ejiofor) und die Hyänen
Der König der Löwen: Scar (Stimme: Chiwetel Ejiofor) und die Hyänen © Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Ein weiterer Punkt ist nämlich auch die Mimik, die es hier in 90 % der Fälle nicht gibt. Den kleinen Simba nehme ich da heraus, da er besonders in der Schluchtszene genug Emotionen zeigen konnte, doch alle anderen hatten keine Veränderungen in ihrem Gesichtsausdruck, als den immer gleichbleibenden Blick uns das Fehlen von wichtigen Worten hat das dann noch mehr erschwert. Nehmen wir dafür als Beispiel ebenfalls nochmal die Schluchtszene, in der Schluchtszene 94 kämpft sich Mufasa mit seiner letzten Kraft nach oben, sieht Scar in die Augen und sagt „Scar, Bruder hilf mir!“, im Remake fehlt aber das Wort „Bruder“, was der Szene eine andere Bedeutung gibt und nicht mehr so tief geht wie im Original und davon gibt es wirklich mehrere Szenen, wo es im Original einfach tiefer ging und der letzte Punkt – und in meinen Augen der wichtigste – ist aber auch noch die Musik.

Elton John und Hans Zimmer arbeiten zwar erneut daran und haben sich auch Unterstützung vom „Happy“Sänger Pharrell Williams geholt, doch dennoch wirkt sie nicht mehr wie im Original. Denn der neue Look der Tiere führt dazu, dass die Tiere so echt aussehen und in der realen Natur singen und tanzen die Tiere ja auch nicht, daher hat es einfach vom schauen her nicht gepasst und durch die textlichen Veränderungen der Lieder auch nicht im Hören. Ich kann nachblickend kein Lied sagen, dass wirklich gelungen war, oder was mir am besten gefallen hat und das ist nach so einem Film auf jeden Fall enttäuschend.

Filmwertung
4/10

Kurzfassung

„Der König der Löwen“ von 1994 bleibt einfach der bessere Film von den Beiden.

Fazit:

Ihr seht, ich war aus vielen Gründen nicht zufrieden mit dem Endprodukt und kann nur jedem raten, schaut euch lieber nochmal den Klassiker an, bevor ihr euch ein Kinoticket für die 2019er Version von „Der König der Löwen“ holt, denn der ist und bleibt einfach der bessere Film von den Beiden.


von Peter Brauer

Mehr zum Film:
Trailer: Filminfo:

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*