Angel Has Fallen – Filmkritik: Saved the best for last

Es wird ernst für Mike Banning (Gerard Butler)
Es wird ernst für Mike Banning (Gerard Butler) © Universum Film

Die Kritik:

Angel Has Fallen - Hauptplakat
Angel Has Fallen – Hauptplakat © Universum Film

Gerard Butler verdiente in Hollywood sein Geld mit kleineren Nebenrollen, bis er mit Zack Snyder’s „300“ seinen endgültigen Durchbruch feiern konnte. Der Film spielte weltweit 456 Millionen Dollar ein, obwohl der Film nur ein Budget von 65 Millionen Dollar hatte. Seitdem hat Butler in Filmen mitgespielt, die zwar Gewinn gemacht haben („Die nackte Wahrheit“, „Gesetz der Rache“ und „Olympus Has Fallen“), aber es gibt auch einige Stinker in seiner Filmographie („Gamer“, „Movie 43“ und „Gods of Egypt“). Das Problem an Butler’s Karriere ist, dass er typegecasted wird, das bedeutet, er übernimmt immer ähnliche Rollen. Trotzdem schafft er es, in einigen wirklich unterhaltsamen Filmen mitzuspielen. Das „Olympus Has Fallen“-Franchise beispielsweise macht Spaß und die Zuschauer genießen diese Filme, daher ist es kein Wunder, dass dieses Jahr ein dritter Teil in die Kinos kommt. Man kann nur hoffen, dass es nicht das Ende ist, denn diese Filme machen verdammt viel Spaß.

Ric Roman Waugh ist eigentlich ein Stuntman, der schon in über 40 Filme die Stunds koordiniert hat. Doch in den letzten Jahren hat er fleißig gearbeitet und einige gute Filme abgeliefert. „Shot Caller“ ist eins der besten Knastdramen der letzten Jahre und schon in dem Film hat Waugh gezeigt, dass er sein Handwerk versteht. Waugh hat bisher nur Dramen und Thriller gedreht, in „Angel Has Fallen“ kann der Kalifornier zum ersten Mal so richtig die Sau rauslassen. Wenn man sich den Streifen so anschaut, könnte man meinen, dass Waugh schon seit Jahren Actionfilme mit großen Actionsequenzen und vielen Explosionen dreht, denn handwerklich ist das wirklich herausragend inszeniert. Diese Szenen sind auch der Hauptgrund, warum „Angel Has Fallen“ sehenswert ist. Ganze drei Autoren haben am Drehbuch gearbeitet und stellenweise merkt man, dass hier zu viele Köche am Werk waren. Dennoch ist die Grundidee, den Spieß etwas umzudrehen, ganz unterhaltsam. Dieses Mal wird Mike Banning beschuldigt, den Attentat auf den US-Präsidenten ausgeübt zu haben, und nun muss er die wahren Täter finden, bevor sein Leben komplett zerfällt. Der Film versucht, einige nette Twists auf die Beine zu stellen, doch jeder, der sich solche Filme anschaut, sieht diese schon meilenweit voraus und so ist es dann keine Überraschung mehr.

 Unerschütterliches Vertrauen: Präsident Trumbull (Morgan Freeman) bietet Mike Banning (Gerard Butler) den Posten des Geheimdienst-Direktors an.
Unerschütterliches Vertrauen: Präsident Trumbull (Morgan Freeman) bietet Mike Banning (Gerard Butler) den Posten des Geheimdienst-Direktors an. © Universum Film

Gerard Butler schlüpft wieder in die Rolle des Mike Banning. Nachdem er in den letzten zwei Filmen den Präsidenten mehrmals retten konnte, möchte Präsident Trumbull ihn zum Direktor des Secret Service ernennen. Banning ist sich aber nicht sicher, ob er diesen Posten annehmen möchte, denn er hat Kopfschmerzen und kann nicht mehr richtig schlafen, doch von seinen Leiden hat er bisher niemanden erzählt. Über all das kann er aber nicht nachdenken, denn es wurde ein Anschlag auf den Präsidenten geübt, und Banning wird beschuldigt; hinter der Tat zu stecken. Nun ist er auf der Flucht und versucht, den wahren Täter zu finden. Es macht einfach Spaß Butler dabei zuzusehen, wie er einen bösen Mann nach dem anderen verkloppt. Zudem hat er das nötige Charisma, einen solchen Film zu tragen und ist einer der Hauptgründe, warum dieser Film Spaß macht. Doch der MVP des Films ist ganz klar Nick Nolte, der Banning’s Vater Clay verkörpert. Dieser hat Mike und seine Mutter vor Jahren verlassen, weil er nach dem Vietnamkrieg mit den Depressionen nicht zurechtkam. Nun ist Mike auf seinen Vater angewiesen, denn er ist seine letzte Anlaufstelle. Clay beschließt, endlich etwas richtig zu machen und hilft Mike. Die Chemie zwischen Butler und Nolte ist extrem gut und beide überzeugen als Vater-Sohn-Duo. Nolte gibt dabei eine sehr berührende Performance ab. Die restliche Besetzung kann ebenfalls überzeugen. Morgan Freeman als Präsident Trumbull ist wie gewohnt gut, Tim Blake Nelson und Danny Huston können sich wieder von ihrer bösen Seite zeigen und Jada Pinkett Smith macht ebenfalls eine gute Figur, auch wenn ihr Charakter etwas unterentwickelt ist. Und Piper Perabo spielt die Frau von Mike Banning. Sie ist in diesem Film dazugestoßen und erfüllt ihren Job mehr als souverän.

Nick Nolte in ANGEL HAS FALLEN
Nick Nolte in ANGEL HAS FALLEN © Universum Film

Nachdem unterhaltsamen ersten Film und dem eher schwachen zweiten Teil, haben sich die Produzenten entschlossen, einen Gang runterzuschalten und zu den Wurzeln zurückzukehren, die dieses Franchise so erfolgreich gemacht hat. Der Abschluss der Trilogie fokussiert sich komplett auf Mike Banning und seine persönlichen Probleme. Er ist nicht zu 100% fit und nimmt täglich Pillen ein, damit er den Tag überstehen kann. Zudem beschuldigt ihn ganz Amerika, einen Anschlag auf den Präsidenten verübt zu haben. Dieser Konflikt tut dem Film sichtlich gut, denn als Zuschauer kann man nicht anders als mit Banning mitzufiebern. Es ist nur schade, dass der Plottwist des Films zu vorhersehbar ist. Schon gleich nach 20 Minuten weiß man, wer eigentlich hinter dem Anschlag steckt. Das liegt sowohl am Drehbuch als auch an der Wahl der Schauspieler, die eigentlich fast in jedem Projekt, bei dem sie mitmachen, den Bad Guy darstellen. Trotz aller Vorhersehbarkeit kommt es bei diesen Filmen immer auf die Action an, und die kann sich sehen lassen. Die Actionsequenzen sind sehr gut inszeniert und machen Spaß, und darauf kommt es an bei solchen Filmen. Des Weiteren kommt auch der trockene Humor nicht zu kurz und sorgt immer wieder für Abwechslung. Zudem ist die Einführung von Banning’s Vater sehr clever und wirkt wie eine Art Adrenalinspitze für den Film, denn damit bekommt der Streifen eine zusätzliche Schicht Tiefgang.

Filmwertung
7/10

Kurzfassung

„Angel Has Fallen“ ist der unterhaltsamste Teil des Franchise

Fazit:

Saved the best for last – „Angel Has Fallen“ ist der unterhaltsamste Teil des Franchises und bietet gute, anspruchslose Unterhaltung. Dabei kann besonders das Duo Butler-Nolte überzeugen, aber auch die Actionsequenzen kommen nicht zu kurz und sind gut geraten. Definitiv ein Kinobesuch wert.


von Denizcan Sürücü

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