Victor Crowley lebt: Hatchet 4 – Blu-ray Kritik

Szene aus Hatchet - Victor Crowley
Szene aus Hatchet - Victor Crowley © Tiberius Film

Die Kritik:

Hatchet - Victor Crowley (Uncut) Blu-ray Cover
Hatchet – Victor Crowley (Uncut) Blu-ray Cover © Tiberius Film

Mit Anbruch des neuen Jahrtausends kam eine neue Ikone des Schlasherkinos zu altbewährten Vertretern wie Freddy Kruger, Jason Vorhees und Michael Meyers hinzu und ließ die Fangemeinde aufjubeln. Hatchet etablierte 2006 Wrestlingstar Kane Hodder alias Victor Crowley, die Axtschwingende Gesichtsgrätsche, fest in die Gemeinschaft der Lieblingsmassenmörder und ließ das Feeling der 80er Jahre Trash Horrorfilme wieder aufleben und amüsierte dabei durch schräge Charaktere und allerhand schwarzer Situationskomik.
Gleich zwei Fortsetzungen brachte das Spektakel recht erfolgreich mit sich, die nicht nur in Sachen Gewalt eine Schippe drauflegten und dabei der FSK die Haare zu Berge stehen ließen, sondern auch die Fans schrien nach mehr. Vier Jahre sind seit „Hachet III“ vergangen und 2018 bringt Regisseur Adam Green höchstpersönlich endlich die Langersehnte Fortsetzung des Metzelspaßes, dessen Produktion er bis kurz vor Release geheim halten konnte.

Zehn Jahre nachdem Marybeth den Fluch von Victor Crowley (Kane Hodder) mit Hilfe der Asche seines verstorbenen Vaters brechen konnte, veröffentlicht Andrew Yong (Parry Shen), der einzige Überlebende des letzten Teils, ein Buch über seine Begegnung mit dem rachsüchtigen Geist der Sümpfe, der mit einem Bandschleifer, einer Axt und einer Drei-Meter-Kettensäge unzählige Menschen getötet hat, um sich für seinen gewaltsamen Tod blutig zu rächen. Andrew stößt dabei jedoch auf wenig Gegenliebe und bei jeder Gelegenheit muss er demütigende Beleidigungen und Unterstellungen über sich ergehen lassen, weil ihm die Geschichte kaum jemand abnimmt und alle ihn für den eigentlichen Mörder halten. Kurz vor dem Ruin lässt Andrew sich von seiner pillenabhängigen Verlegerin Kathleen (Felissa Rose) zu einem Exklusivinterview direkt am Ort des Massakers überreden, wohin er nie wieder zurückkehren wollte. Aus gutem Grund, denn mit einer Gruppe Touristen und seiner Ex-Frau Sabrina (Krystal Joy Brown) an Bord stürzt das Flugzeug direkt in den Sümpfen ab und das Morden beginnt von neuem.

Szene aus Hatchet - Victor Crowley
Szene aus Hatchet – Victor Crowley © Tiberius Film

Seit 2013 war es still geworden um den axtschwingenden Prügelknaben, als wie aus dem Nichts Adam Green im September 2017 die Nachricht verkündete, dass „Hatchet 4 – Crowley Lebt!“ fertig gestellt sei, bevor er wenig später in ausgewählten Kinos in den UK vorgeführt wurde. Deutschsprachige Fans mussten sich bis jetzt gedulden um das Schlachtfest hierzulande genießen zu können. Wie auch in den Teilen zuvor wird nicht an Kunstblut und abgetrennten Gliedmaßen gespart, sodass es verwunderlich war, dass er in der UNCUT Fassung das rote Siegel der FSK bekam, welches Teil 2 und 3 zu Recht verwehrt wurde. Das bedeutet aber nicht, dass es hier blutleerer zur Sache geht. Der einzige Unterschied zu seinen Vorgängern ist der komödiantische Anteil, der hier klar dominiert und dem Ganzen wieder mehr Humor einhaucht. Ein dummer Spruch jagt den Nächsten, jegliche Klischees werden gekonnt auf die Schippe genommen und auch die sich recht schnell dezimierende Anzahl an Nebencharakteren weiß durch kunterbunte Vielfalt zu begeistern. Unglücklich ist, dass so gut wie der gesamte Film in besagtem Flugzeug/Flugzeugwrack spielt und dadurch kurzweilig Längen entstehen, die dann aber schnell wieder durch Crowleys nächsten Wutanfall in Vergessenheit geraten.
Kane Hodder, WWE Star und Horrorikone Jason Vorhees, spielt einmal mehr überzogen trashig die Rolle des Victor Crowley und es macht auch beim vierten Mal wieder Spaß zu sehen wie er sich durch die Touries schnetzelt. Schade war allerdings, dass man bei Hatchet 4 im Gegensatz zu seinen Vorgängern, Cameoauftritte anderer aus dem Genre bekannter Gesichter wie beispielweise Robert Englund oder Tony Todd vergeblich sucht. Zum Ende hin gibt es aber eine Post Credit Scene, so dass man erahnen kann, dass alsbald Teil 5 mit Aussicht auf ein „Back to the Roots“ nicht unwahrscheinlich ist. Hoffentlich nicht erst wieder in fünf Jahren.

Bild:

Das Bild der Blu-ray überzeugt durch gestochen scharfes 1080p HD. Die Settings und Kameraeinstellungen sind wieder eine Hommage an die 80ger Jahre Splatter Hochphase und versetzen den Zuschauer zurück in die Zeit der Autokinos und billigen Effekte.

Ton:

Szene aus Hatchet - Victor Crowley
Szene aus Hatchet – Victor Crowley © Tiberius Film

Der Ton liegt in zwei Audiospuren, deutsch und englisch, in HD-DTS 5.1 vor und macht im Homekino richtig Spaß. Die nicht seltenen Jump Scares werden, genrepassend, gut hervorgehoben, und auch die Dialoge sind gut verständlich.

Extras:

Extras sind bis auf den Kinotrailer und weitere Filmvorschauen nicht vorhanden.

Fazit:

Lose an die vorangegangene Trilogie anknüpfend, die zusammengeschnitten eigentlich einen Film darstellt, hat „Hatchet 4 – Victor Crowley lebt“ seine Höhen und Tiefen. Wer feinste Splatterkost erwartet, wird diese auch bekommen, aber nicht unbedingt in dem Tempo, das man von Hatchet gewohnt ist. Die nicht selten erzwungen lustigen Dialoge wirken des Öfteren deplatziert und sorgen in dem 82minütigen Werk für einige Längen. Die Hoffnung auf Anknüpfung an den grandiosen dritten Teil bleibt aber und wird durch eine kleine Szene zum Ende hin noch mal so richtig angeheizt.


von Christoph Berger


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