Van Helsing – Staffel 1: Blu-ray Kritik zur Vampir-Reihe

Van Helsing - Dimitri (Paul Johansson) und Rebecca (Laura Mennell) sind die Ahnen
Van Helsing - Dimitri (Paul Johansson) und Rebecca (Laura Mennell) sind die Ahnen © Pandastorms

Die Kritik:

Van Helsing - Staffel 1 Cover
Van Helsing – Staffel 1 Cover © Pandastorms

Schon länger auf Netflix zu sehen, startete die erste Staffel der Vampirjäger-Serie Van Helsing am 30.03.2018 nun auch auf Blu-ray. Die Reihe des amerikanischen TV-Senders „Syfy“ spielt in sehr naher Zukunft, als Vampire die Welt erobern und die Menschheit entweder getötet, verwandelt oder vertrieben wurde.

Inmitten einer solchen Gruppe Überlebender wacht Vanessa (Kelly Overton, „True Blood“) aus dem Tiefschlaf auf. Um sich herum hat sie anfangs u.a. den Marine Axel (Jonathan Scarfe, „Hell On Wheels“), eine schlicht „Doc“ genannte Medizinerin (Rukiya Bernard), den jungen Mohamad (Trezzo Mahoro), den aufbrausenden John (David Cubitt) und den tauben Sam (Christopher Heyerdahl). Mit zunehmender Dauer erkennt Vanessa ihre starke Persönlichkeit sowie ihre Kräfte und übernimmt immer mehr das Kommando inmitten einer apokalyptischen Welt.

Van Helsing - Axel ist der Anführer der Gruppe
Axel ist der Anführer der Gruppe © Pandastorms

Zunächst scheint man es hier mit eher stereotypischen Figuren zu tun zu haben. Einerseits entwickeln sie sich jedoch gut und andererseits herrscht sowieso ein reges Kommen und Gehen. So halten sich die Charaktere und Dialoge im Rahmen, sind im Genrekontext und mit laufender Dauer sogar als gut zu bewerten. Die Geschichte darum bleibt weitgehend nachvollziehbar und unaufdringlich.

Bei den Actionszenen wird ordentlich draufgehalten, Blut spritzt und Schüsse zerfetzen die Körper der Vampire. Sowas darf natürlich nur bei Monstern geschehen, damit die FSK noch auf 16 gesetzt werden kann. Die Nah- bzw. Zweikämpfe scheinen derweil etwas behäbiger. Neben den kämpferischen Ereignissen geht es in der Serie auch mal emotionaler zu, was meistens gut funktioniert.

Van Helsing - Vanessa Helsing im Krieg gegen die Vampire
Nachfahrin Vanessa Helsing im Krieg gegen die Vampire © Pandastorms

Typische Blutsauger-Gothic-Anleihen kommen in „Van Helsing“ nur bei den Vampir-Ahnen zum Vorschein, die glücklicherweise in den Hintergrund geraten. Die stärksten Folgen sind nämlich diejenigen, die sich später auf die Gruppe Menschen konzentrieren. Nach dem befreienden Ausbruch aus ihrem Versteck dominiert das Survival-Drama fast ohne Vampir-Attacken. Dann kriegt der Zuschauer noch realistischere Dialoge und Diskussionen zu Gesicht und Ohren. Darüber hinaus sorgt der eine oder andere Twist für ordentlich Spannung. Teils trüben jedoch absehbare oder leicht fragwürdige Handlungen der Personen den Genuss.

Das wichtigste in der Serie bleiben trotzdem die Blutsauger. Es erscheinen verschiedene Arten, bei denen man nicht sofort durchblickt. So gibt es die alten Ahnen, normale Vampire und Ferals, die den Großteil ausmachen und eher mit Zombies zu vergleichen sind. Deren Darstellung liegt fern ab von Romantik oder Erotik, vielmehr sind sie auf Hässlichkeit und Brutalität getrimmt worden. Den „typischen“ Vampir gibt’s nur bei den ganz mächtigen Artgenossen wie Dimitri (Paul Johansson) samt osteuropäischem Akzent oder der gruselig-hübschen Rebecca (Laura Mennell).

Bild:

Van Helsing - Die Vampire haben Durst
Die Vampire haben Durst © Pandastorms

Die ersten Folgen im Gebäude sind dunkel gehalten worden. Bei den Angriffen wird viel mit Blut und dessen roter Farbe gespielt, wofür die Einrichtung, Klamotten oder die Kameralinse herhalten müssen. Später in der Natur hellt sich alles deutlich auf und verwöhnt die Augen mit gestochen scharfen Aufnahmen. Dazu gibt’s interessante und dramatische Kamerafahrten, die gerne mal in die Irre führen. Die TV-Serie kommt im 16:9-Format daher – perfekt für den heimischen Fernseher.

Ton:

Der Ton erweist sich als jederzeit klar und ausgewogen. Actionszenen und Schießereien stimmen zu den ruhigen Szenen und der Stimmungsmusik. Hier hätte auch gerne noch mehr mit den beklemmenden Szenen gespielt werden können, um Spannung zu erzeugen.

Extras:

Digitales Bonusmaterial konnten wir keines ausmachen. Dafür kommen die 3 Blu-rays der ersten Staffel im hübschen Schuber. Dazu gibt’s einen netten zweiseitigen Episodenguide sowie ein Programmheftchen.

Fazit:

Losgelöst vom gleichnamigen Film von 2004 mit Hugh Jackman, wurde „Van Helsing“ von den Machern von „Fargo“ und „Hell on Wheels“ nun als Reihe produziert. Die qualitativ hochwertige Serie ist jedem Vampir-Horrorfan zu empfehlen. Da der Schwerpunkt nicht zwangsläufig auf die Blutsauger gelegt wurde, dürfen auch Freunde von Endzeitszenarien einen Blick auf die 13 Folgen der ersten Staffel werfen. Die zweite Staffel ist bereits digital erhältlich.


von Nicolas Wenger


Mehr:
Trailer: Blu-ray:

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