Terminator 2 – Tag der Abrechnung (4K UHD) Kritik

Der Terminator (Arnold Schwarzenegger)
Der Terminator (Arnold Schwarzenegger) © Studiocanal Home Entertainment

Die Kritik:

Terminator 2 - Tag der Abrechnung 4K UHD Blu-ray Cover
Terminator 2 – Tag der Abrechnung 4K UHD Blu-ray Cover © Studiocanal Home Entertainment

Am 23. November ist für viele Action-Fans ein Traum in Erfüllung gegangen: An diesem Tag hat nämlich Studiocanal den Science-Fiction-Klassiker „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ auf Blu-ray und 4K UHD neu veröffentlicht, nachdem dieser zuvor am 29. August 2017 erstmals in 3D im Kino zu sehen war. Speziell für diese Neuaufführung wurde die, nach Bezeichnung des produzierenden Studios als Bester Actionfilm aller Zeiten betitelte Fortsetzung zu James Camerons „Terminator“ aus dem Jahr 1984 komplett restauriert und das 35mm-Material neu in 4K abgetastet. Freundlicherweise wurde uns seitens Studiocanal ein UHD-Exemplar zur Verfügung gestellt, so dass wir in unserer 4K-Kritik darüber berichten können, ob die Umsetzung gelungen und ein Austausch der alten Blu-ray-Version rentabel ist.

Zehn Jahre sind inzwischen vergangen, seit Sarah Connor (Linda Hamilton), die inzwischen in einer psychiatrischen Einrichtung gegen ihren Willen gefangen gehalten wird, einen Cyborg aus der Zukunft – den sogenannten Terminator (Arnold Schwarzenegger), eliminiert hat. Dieser T-800 hatte den Auftrag, die jüngere Sarah zu töten, noch bevor diese ihren Sohn John (Edward Furlong), der später zum Rebellenanführer im Krieg gegen die Maschinen avancieren würde, zur Welt bringt. Da die Mission scheiterte, entsendet Skynet erneut eine Killermaschine, den scheinbar unzerstörbaren T-1000 (Robert Patrick), mit dem Ziel, diesmal John im Kindesalter zu eliminieren. Doch dem erwachsenen John (Michael Edwards) aus der Zukunft gelingt es, einen weiteren Terminator als Beschützer für sich selbst in die Gegenwart zu entsenden – die Frage ist nur: Welcher von beiden wird John zuerst erreichen?

Der Terminator (Arnold Schwarzenegger) beschützt John Connor (Edward Furlong)
Der Terminator (Arnold Schwarzenegger) beschützt John Connor (Edward Furlong) © Studiocanal Home Entertainment

Über den Film selbst braucht eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, denn eigentlich jeder, der dem Genre etwas abgewinnen kann, dürfte diesen kennen oder zumindest von ihm gehört haben. Vor allem alleine schon deswegen, weil in den letzten Jahren gleich zwei Mal versucht wurde, dem Franchise neues Leben einzuhauchen – recht erfolglos, denn die Kritiken zu „Terminator: Die Erlösung“ aus dem Jahr 2009 sowie dem sechs Jahre später erschienenen „Terminator: Genisys“ waren eher verhalten und auch deren Einspielergebnisse blieben hinter den Erwartungen der Verantwortlichen Studios zurück. Verwunderlich ist das nicht, denn einen schon sehr guten Film noch besser zu machen, ist gar keine leichte Aufgabe und eigentlich nahezu unmöglich – vor allem dann, wenn es sich um ein Meisterwerk wie „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (OT: „Terminator 2 – Judgement Day“) handelt. Der Sci-Fi-Film von Regie-Altmeister James Cameron, der sich zusammen mit William Wisher („Judge Dredd“) auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete und der bereits mit anderen Titeln wie „Aliens – Die Rückkehr“, „Abyss – Abgrund des Todes“, „Titanic“ sowie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ stets für Meilensteine des Kinos sorgte, war bei seinem Erscheinen im Jahr 1991 seiner Zeit nämlich weit voraus. Selbst heute noch, 26 Jahre nach seiner Uraufführung, ist das Thema, das uns Maschinen immer mehr abnehmen und den Alltag erleichtern, aktueller denn je. Richtige Piloten zum Führen von Flugzeugen braucht man schon lange nicht mehr, genauso wie es inzwischen gang und gebe ist, das in vielen Haushalten ein Roboterstaubsauger die Runde macht.

Terminator Endoskelett
Terminator Endoskelett © Studiocanal Home Entertainment

Ok… töten möchten uns diese Maschinen zwar noch nicht, aber in der Terminator-Welt ist dies definitiv so, nachdem das Computerprogramm Skynet, welches von Miles Bennet Dyson (Joe Morton), einem angesehenen leitenden Mitarbeiter bei der Cyberdyne Systems Corporation, erschaffen wurde, ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat und den Menschen fortan als Bedrohung einstuft. Wie das Ganze dann im Film dargestellt wird, kann sich auch heute immer noch sehen lassen – sei es nun der Einfallsreichtum beim Design und den Möglichkeiten des T-1000, welcher aus flüssigem Metall besteht und seine Form beinahe beliebig verändern kann oder bei der Gestaltung der aufwendigen Actionszenen, die seinerzeit noch nie dagewesene Auto- beziehungsweise Motorradstunts zeigten. Sehenswert sind außerdem nach wie vor die großartigen Spezialeffekte, zum Beispiel wenn der T-1000 seinen Arm in eine Stichwaffe verwandelt, eins mit dem Boden wird oder wenn dieser vom T-800 und dessen mitgeführten Schusswaffen regelrecht durchsiebt wird, sich jedoch immer wieder aufs Neue selbst zusammensetzt. All diese Szenen funktionieren auch heute noch prächtig und bieten einen hohen sowie spannenden Unterhaltungswert und machen „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ zu dem, was die inzwischen insgesamt drei Fortsetzungen nicht geschafft haben, nämlich einem der tatsächlich besten Actionfilme aller Zeiten!

Bild:

Der Terminator (Arnold Schwarzenegger) ist ein bißchen beschädigt
Der Terminator (Arnold Schwarzenegger) ist ein bißchen beschädigt © Studiocanal Home Entertainment

Das 4K-Bild der komplett restaurierten Fassung, welches vom original 35mm-Material neu in 4K abgetastet und auch von Regisseur James Cameron höchstpersönlich abgesegnet wurde, kann sich sehen lassen und ist dem alten 1080p-Transfer der Blu-ray gleich in mehreren Bereichen überlegen. Schön anzusehen ist vor allem, dass der UHD-Transfer, welcher im Ansichtsverhältnis von 2.35:1 (16:9) gehalten ist, nativ in 4K vorliegt und nicht wie viele andere UHD-Veröffentlichungen, mit einem 2K Digital Intermediate bedacht wurde. Sofort wenn man die Scheibe in den Player schiebt und erstmals der Terminator in der zerstörten Zukunft in Erscheinung tritt, wird man von der dargebotenen Qualität begeistert sein, denn so schön wie hier, hat diese Szene bislang noch nie ausgesehen. Noch besser wird es aber, wenn erstmals Arnold Schwarzenegger auf der Bildfläche erscheint und sich in einer verrauchten Biker-Bar erstmals neue Kleidung, Stiefel und ein Motorrad unter den Nagel reißt. Wirklich erstaunlich, welche Details man auf Arnolds Körper hier nun mühelos erkennen kann: Da sieht man auf einmal seine leichte Brustbehaarung, Äderchen und Poren sind als solche klar auszumachen und auch die Fältchen in dessen Gesicht zeichnen sich deutlicher ab. Das Bild ist tatsächlich messerscharf und lässt selbst die kleineren Details, wie das bunte Arm-Tattoo des Billardspielenden Bikers, die Nummern auf der Polizeimarke des T-1000, das Tarnmuster auf John Conners Jacke oder den sichtbar zerkratzteren Fußboden in der Pescadero State Hospital-Nervenheilanstalt, sofort ins Auge springen. Ebenfalls als gelungen muss die Farbgebung sowie das Kontrastverhältnis bezeichnet werden, welche dank HDR und dem erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 nun nochmals besser und einfach natürlicher wirken. Als einziges Manko lässt sich hier eigentlich nur das insgesamt etwas zu dunkle Bild aufführen, bei dessen sehr sattem Schwarzwert leider einige wenige Details in dunklen Bildbereichen etwas untergehen.

Ton:

Sarah Connor (Linda Hamilton)
Sarah Connor (Linda Hamilton) © Studiocanal Home Entertainment

Beim deutschen Ton gibt es hingegen keine Verbesserungen zu vermelden, denn dieser ist identisch mit der früheren Blu-ray-Fassung. Ein Grund zum Ärgern ist das jetzt aber nicht wirklich, denn bereits dieser bot einen, für das Alter des Films, ganz passablen Sound-Mix in DTS-HD Master-Audio 7.1. Natürlich beinhaltet dieser altersbedingt ein nicht hunderprozentiges Balancing und auch einige Dialoge klingen manchmal etwas zu leise oder dumpf, aber dennoch bietet die deutsche Abmischung auch genügend tolle Momente, das man über diese Kritikpunkte gerne hinweg sieht. Zu nennen wären hier ganz klar die kräftigen und dynamischen Schusswechsel, die basslastigen Explosionen und ganz vorne natürlich auch der starke Soundtrack des US-amerikanischen Filmkomponisten Brad Fiedel, der bereits den ersten Teil akustisch perfekt untermalte und der auch hier wieder für eine passende und stimmige Musikuntermalung sorgt. Zur Musikauswahl gehören unter anderem auch namhafte Songs wie „Bad to the Bone“ von „George Thorogood & The Destroyers“ oder „You Could Be Mine“ von „Guns N’ Roses“, die hier gewaltig rocken und wie die Faust aufs Auge passen. Ebenfalls auf der 4K UHD-Disc enthalten ist der englische Originalton sowie eine französische Sprachfassung als DTS-HD Master Audio 5.1-Mix.

Extras:

▪ Kinofassung (ca. 137 min.)
▪ Director’s Cut (ca. 154 min.)
▪ Extended Special Edition (ca. 156 min.)
▪ Audiokommentare von Cast & Crew
▪ Neue Doku: „T2 Reprogramming the Terminator“ (ca. 54 min.)
▪ Making of (ca. 31 min.)
▪ „Terminierte Daten“ (ca. 3 min.)
▪ Vier Kinotrailer (ca. 6 min.)
▪ Wendecover

Da uns seitens StudioCanal lediglich die 4K UHD des 2-Disc-Sets zur Verfügung gestellt wurde, welche keinerlei Specials enthält, können wir das Bonusmaterial, das der beiliegenden Blu-ray vorbehalten bleibt, an dieser Stelle leider nur auflisten.

Blu-ray Wertung
  • 10/10
    Film - 10.0/10
  • 9/10
    Bild 4K - 9.0/10
  • 9/10
    Bild - 9.0/10
  • 9/10
    Ton - 9.0/10
  • 5/10
    Extras - 5.0/10
9/10

Kurzfassung

James Camerons Terminator-Fortsetzung ist zweifelsohne einer der besten Actionfilme aller Zeiten, was Studiocanal mit dieser technisch ansprechenden 4K UHD-Umsetzung auch entsprechend zu würdigen weiß.

Fazit:

„Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ ist nicht nur ein Actionfilm aus den 90ern, sondern tatsächlich „Der“ Actionfilm, welcher seinerzeit das Genre maßgeblich prägte, die Messlatte extrem hoch ansetzte und von dem sich viele spätere Regisseure inspirieren ließen. Der Film zeigt Arnold Schwarzenegger wohl in einer seiner bekanntesten und auch besten Rollen, nämlich in der einer Killermaschine, welche zum Beschützer eines Kindes wird und dabei ohne jeglichen Skrupel zu töten bereit ist – zumindest zu Beginn des Films. Inhaltlich ist der Film zweifelsohne ein Meilenstein des Genres, weshalb es umso schöner ist, diesen endlich in nochmals besserer Qualität und sogar mit einigen digitalen Verbesserungen bei früheren Filmfehlern, erneut in die Sammlung aufnehmen zu können. Ein klarer Pflichtkauf für Actionfans!


von Roland Nicolai


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