Running Man – Limited Collector’s Edition Mediabook (uncut) – Blu-ray Kritik

Arnold Schwarzenegger und Yaphet Kotto in The Running Man
Arnold Schwarzenegger und Yaphet Kotto in The Running Man © capelight pictures

Die Kritik:

Running Man - 4-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook (uncut)
Running Man – 4-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook (uncut) © capelight pictures

Es gab einmal eine Zeit, da war Arnold Schwarzenegger ganz groß im Filmgeschäft – die Rede ist natürlich von den 80er und 90er Jahren. Das war lange vor dem Zeitraum, in welchem es ruhiger um den gebürtigen Österreicher wurde, da sich dieser dazu entschied, im Zeitraum von 2003 bis 2011 das Amt als 38. Gouverneur Kaliforniens zu besetzen. Während dieser Zeit konzentrierte er sich voll und ganz auf seine politische Karriere und war lediglich in einigen kurzen Gastauftritten in Filmen wie ʻWelcome to the Jungleʻ, ʻIn 80 Tagen um die Weltʻ sowie in Sylvester Stallones Actionfilm ʻThe Expendablesʻ zu sehen. Seit er 2011 nicht zum dritten Mal als Gouverneur kandidieren durfte – da die Verfassung nur eine einmalige Wiederwahl zulässt, ist er seit dieser Zeit wieder als Schauspieler aktiv und lässt es seither wieder ordentlich krachen. Ordentlich krachen ließ es der siebenfache Mister Olympia sowieso schon immer, was Titel wie ʻThe Terminatorʻ, ʻDas Phantom Kommandoʻ, ʻPredatorʻ, oder ʻDie totale Erinnerung – Total Recallʻ auch heutzutage noch eindrucksvoll beweisen. Viele davon landeten aufgrund ihrer hohen Gewaltdarstellung auf dem Index, was unter anderem auch für ʻRunning Manʻ galt, welcher aus dem Jahr 1987 stammt. Dieser ist nun am 14. Dezember überarbeitet in gleich mehreren limitierten Editionen auf Blu-ray erschienen und Capelight Pictures war so freundlich, uns ein Exemplar der 4-Disc Limited Collector´s Edition für einen Test zur Verfügung zu stellen.

Die USA im Jahr 2017: Nach dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu einem Polizeistaat verkommen. Die Nahrungsmittel, Rohstoffe sowie Öl sind knapp und das totalitäre Regime zensiert Kunst, Musik und Kommunikation. Mit der populären Show „The Running Man“ soll die Bevölkerung bei Laune gehalten werden und ihr Wunsch nach Freiheit unterdrückt werden. Das gelingt deren Moderator Damon Killian (Richard Dawson) ganz vortrefflich, denn in der sadistischen Sendung werden veurteilte Kriminelle von professionellen Menschenjägern durch eine tödliche Arena gehetzt. Das sorgt natürlich für ordentliche Einschaltquoten und hohe Wetteinsätze, denn wem die Flucht aus dem Jagdgebiet gelingt, dem winken Freiheit und Luxus. Auch der unschuldig verurteilte Ex-Polizist Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) wird zur Teilnahme an der grausamen Show gezwungen, die bisher noch kein Kandidat überlebt hat…

Arnold Schwarzenegger und Richard Dawson in Running Man
Arnold Schwarzenegger und Richard Dawson in Running Man © capelight pictures

Filme in denen die Menschjagd eine zentrale Rolle spielt, gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Als Beispiel könnte man hier unter anderem ʻSurviving the Game – Hetzjagd durch die Hölleʻ (1994) oder ʻDie Tribute von Panem – The Hunger Gamesʻ (2012) anführen, welche sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Lange davor hat dies aber bereits ʻRunning Manʻ getan, der wie bereits erwähnt aus dem Jahr 1987 stammt und ursprünglich lose auf dem Roman ʻMenschenjagdʻ von Stephen King (ʻShiningʻ, ʻESʻ) basiert. Das Coole dabei ist, das der Film von Regisseur Paul Michael Glaser, welcher einigen womöglich durch seine Regiearbeiten an TV-Serien wie beispielsweise ʻStarsky & Hutchʻ, ʻMiami Viceʻ oder ʻCriminal Mindsʻ bekannt ist, in einer fiktiven Zukunft des Jahres 2017 spielt, in der es nicht viel zu lachen gibt.

Genau hier startet der Film, nachdem Richards wegen einer Befehlsverweigerung des Kommandos enthoben wurde und in einen Hochsicherheitsknast verfrachtet wurde. Doch ihm selbst gelingt gemeinsam mit seinen Kumpels Laughlin (Yaphet Kotto) und Weiss (Marvin J. McIntyre) die Flucht, allerdings trennt sich die Gruppe nach dem Ausbruch und jeder will sich auf eigene Faust durchschlagen. So kommt es, das Richards in der ehemaligen Wohnung seines Bruders auf die neue Mieterin Amber Mendez (María Conchita Alonso) trifft, die ihn doch prompt verpfeift, woraufhin er unfreiwillig in der Running Man-Show landet. Dort begegnet er erneut seinen Knast-Kumpels, die ebenfalls in der Show um ihr Überleben kämpfen müssen – genauso wie Amber, derer man sich aus gewissen Gründen ebenfalls gleich entledigen will.

Maria Conchita Alonso in Running Man
Maria Conchita Alonso in Running Man © capelight pictures

In der Show treffen die Spieler dann auf die sogenannten „Jäger“, die wir an dieser Stelle auch einmal kurz vorstellen möchten: Da wäre zum einen Buzzsaw (Gus Rethwisch), der mit einer Kettensäge bewaffnet ist sowie Subzero (Charles Kalani, Jr.), ein mit einem modifizierten Schläger bewaffneter Eishockey-Spieler. Weiter geht es mit Dynamo (Erland van Lidth), der Elektrizität als Waffe nutzt, Fireball (Jim Brown), welcher mit einem Raketenrucksack und Flammenwerfer ausgerüstet ist sowie zuguterletzt Captain Freedom (Jesse Ventura), der sich seine Wrestlingkünste zu Nutze macht und nicht auf Waffen, sondern seine Stärken im Zweikämpf verlässt. An sich hätten die normalen Spieler derart überlegenen Jägern nichts entgegenzusetzen, aber zum Glück ist ja der knallharte Richards mit im Team, der Showmaster Killian zwar wahnsinnig gute Einschaltquoten beschert, aber schon bald beginnen die Zuschauer nicht mehr auf die Jäger, sondern auf Ben Richards zu wetten – das Pack!

Jedenfalls unterhält der Streifen von Regisseur Paul Michael Glaser, der widerrum auf einem Drehbuch von Steven E. de Souza (ʻDas Phantom Kommandoʻ, ʻStirb Langsam 1+2ʻ) basiert, auch heute nach über 30 Jahren noch immer prächtig und das obwohl einige der Effekte aus heutiger Sicht natürlich nicht mehr zeitgemäß sind. Und über die kleinen Pannen, wie beispielsweise das in der Werbung zur Show diverse Szenen von Richards zu sehen sind, obwohl dieser noch nicht einmal offiziell angekündigt wurde, kann man auch heute noch lachen. Generell versprüht der Film einen klasse Humor der späten 80er-Jahre, es werden lockere Sprüche losgelassen und auch das Schwarzenegger-typische „Ich komme wieder“ wird hier abgelassen, was ganz klar eine Anspielung auf dessen drei Jahre zuvor erschienenen ʻTerminatorʻ war.

Bild:

Arnold Schwarzenegger in Running Man
Arnold Schwarzenegger in Running Man © capelight pictures

ʻRunning Manʻ bietet jetzt auf Blu-ray zwar kein Referenz-Material, dennoch kann man mit dem dargebotenen Transfer im Ansichtsverhältnis von 1.85:1 (16:9) sehr zufrieden sein. Der Full-HD Transfer wurde ordentlich gesäubert und altersbedingte Störfaktoren wurden fast vollständig beseitig. Die Schärfe ist auf einem angenehmen Niveau, schwankt aber passagenweise merklich, da einige Aufnahmen keine optimale Bildschärfe liefern, was aber durchaus auch an der Fokussierung von damals liegen kann. Da auf 35mm-Material gedreht wurde, hat der Film natürlich einen analogen Look, der mit sichtbar vorhandenen Korn, das vor allem bei dunkleren Einstellungen vermehrt in den Vordergrund rückt, auskommen muss – was jedoch keinesfalls als störend empfunden wird. Die Farben hat man im Zuge der Veröffentlichung ebenfalls gleich mit überarbeitet/korrigiert, weshalb man hier nun eine sichtbar bessere und auch kräftigere Colorierung zu sehen bekommt, welche dem Titel sehr gut steht. Besser hat ʻRunning Manʻ jedenfalls bislang noch nicht ausgesehen.

Ton:

ʻRunning Manʻ ist inzwischen über 30 Jahre alt, dennoch bietet der Titel eine deutsche DTS-HD Master Audio 5.1-Abmischung und im englischen Originalton sogar einen Mixi in DTS-HD Master Audio 7.1-Sound. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn man hat es sich nicht nehmen lassen, den unkomprimierten PCM 2.0-Ton, welcher sich ebenfalls in beiden Sprachen auf der Disc befindet, zu überarbeiten und einen ansprechden 5.1- beziehungsweise 7.1-Upmix daraus zu erstellen. Dies ist im Großen und Ganzen gelungen, denn die Upmixe klingen keinesfalls frontlastig, sondern das Geschehen verteilt sich überraschen gut auf sämtliche Surround-Kanäle. Die Stimmen sind ebenfalls jederzeit klar und verständlich und auch die Effekte, seien es nun Buzzsaws Kettensäge, Fireballs Flammenwerfer oder einfach nur die irrsinnig schnelle Schlittenfahrt durch den Tunnel, klingen ordentlich. Schaut oder hört man genauer hin, wird man feststellen, das der englische Originalton zwar etwas klarer und differenzierter klingt, was wohl an der höheren Datenrate liegt, die gut und gerne auf über 7 Mbps hochklettert während der deutsche Ton „nur“ auf etwas über 5 Mbps geht, dennoch haben beide Abmischungen ihre Vorzüge. Wer es lieber Original haben möchte, der hat wie gesagt obendrein auch die Möglichkeit, auf den alten PCM 2.0-Ton zu wechseln, bei dem soundtechnisch jedoch logischerweise einige Abstriche gemacht werden müssen.

Extras:

Die 4-Disc Limited Collector´s Edition von ʻRunning Manʻ beinhaltet neben dem Film auf Blu-ray und DVD zwei zusätzliche Discs – Eine weitere Bonus-Blu-ray mit mehreren Featurettes sowie der Soundtrack von Harold Faltermeyer auf CD, welcher insgesamt 17 Tracks beinhaltet. Hier nun eine komplette Auflistung des Bonusmaterials:

Subzero (Charles Kalani, Jr.)
Subzero (Charles Kalani, Jr.) © capelight pictures

▪ Vortrailer zu: ʻRollerballʻ (2:53 min.)
▪ Audiokommentar von Paul M. Glaser und Tim Zinnemann
▪ Audiokommentar von Rob Cohen
▪ Original Trailer (1:29 min.)
▪ Deutscher Trailer (1:20 min.)
▪ „The Art of Blockbuster“: Interview mit Renato Casaro (23:54 min.)
▪ „Running of Empty“: Interview mit Robert Grasmere (23:52 min.)
▪ „Back to Bachmann“: Interview mit Steven E. de Souza (36:59 min.)
▪ „Muscular Memories“: Interview mit Susan Jeffords (23:04 min.)
▪ „The Sound of Running Man“: Gespräch mit Harold Faltermeyer (15:52 min.)
▪ „The Game Theory“: Running Man und die Gegenwart im Reality-TV (20:15 min.)
▪ „Lockdown on Main Street“: Bürgerrechte seit dem 11. September 2001 (24:37 min.)
▪ Soundtrack von Harold Faltermeyer
▪ 48-seitiges Booklet

capelight pictures hat sich mit dieser Veröffentlichung wieder reichlich Mühe gegeben und liefert ein Mediabook zu einem Kult-Klassiker ab, das für Sammler überaus interessant sein dürfte. Nicht nur das ein super Actionfilm der 80er-Jahre enthalten ist, auch an viele interessante Bonusbeiträge hat man gedacht. Gleich zwei Audiokommentare, einer mit Regisseur Paul Michael Glaser sowie Produzent Tim Zinnemann und einer mit Rob Cohen (ʻThe Fast and the Furiousʻ, ʻDie Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisersʻ) haben es auf die Filmdisc geschafft, in denen allerhand wissenswerte Details zur Produktion ausgeplaudert werden – natürlich deutsch untertitelt. Richtig interessant wird es auch auf der Bonus-Blu-ray, welche gleich mehrere Featurettes beinhaltet, in denen sich unter anderem der Zeichner Renato Casaro, Visuell-Effects-Spezialist Robert Grasmere, Screenwriter Steven E. de Souza sowie Autorin Susan Jeffords zu Wort melden und freilich bekommt auch Harold Faltermeyer die Gelegenheit, in einem viertelstündigen Beitrag über seine Arbeit zu sprechen. Abgerundet wird das umfangreiche Auswahlpaket noch von zwei Trailern zum Film sowie einem sehr gelungenen 48-seitigen Booklet mit Texten von Journalist Nando Rohner (Deadline – Das Filmmagazin) auf hochwertigem und dickem Papier.

  • 7/10
    Film - 7/10
  • 7.5/10
    Bild - 7.5/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 10/10
    Extras - 10/10
7.5/10

Kurzfassung

Arnold Schwarzeneggers elfter Film wirkt inhaltlich und tricktechnisch natürlich nicht mehr zeitgemäß, aber ʻRunning Manʻ unterhält selbst nach 31 Jahren immer noch prächtig. Dies tut er nun mit dieser großartigen Veröffentlichung umso mehr, den technisch wird eine ansprechende Qualität geboten und auch gestalterisch macht das limitierte Mediabook ordentlich was her. Kurzum: Ein Pflichtkauf für Sammler und Schwarzenegger-Fans!

Fazit:

Auch wenn ʻRunning Manʻ schon seit seinem Erscheinen in den Videotheken indiziert war, kenne ich den Film bereits seit meiner Kindheit – welche ohnehin von den guten alten Actionfilmen der 80er und 90er Jahre geprägt wurde. Nicht im Traum hätte ich daran gedacht, eines Tages für diese Perle, die schon immer zu einem meiner Lieblingsfilme zählte, eine Rezension zu schreiben. Umso erfreuter war ich, als ich mitbekam, das Capelight Pictures ein limitiertes Mediabook zu diesem Klassiker veröffentlicht, das ich dann auch noch für ein Review zur Verfügung gestellt bekam. Was soll ich sagen: Das Mediabook ist wieder einmal sehr gelungen, überzeugt mit hochwertigen Materialien und auch die innere Gestaltung ist mit informativen Texten sowie tollen Bildern, Concept-Arts sowie Storyboards angereichert. Aber nicht nur das Mediabook selbst weiß vollauf zu begeistern, auch die vier darin enthaltenen Discs wurden aufwendig produziert. Die Bildqualität ist für das Alter des Films überaus ansprechend und das überarbeitete Master, bei dem auch Verschmutzungen beseitigt wurden, profitiert nun von kräftigeren Farben und einem kontrastreicheren Look. Beim Sound hat man zudem auch an die Original-Kinosynchronisation gedacht, wer es jedoch merklich aktiver möchte, der kann sogar auf einen neuen DTS-HD Master Audio-Upmix zurückgreifen, der ebenfalls sehr gelungen ist. Das alles wurde gebündelt in einer wirklich gelungenen Mediabook-Veröffentlichung, deren Preis gerechtfertigt ist und die sich kein Schwarzenegger-Fan entgehen lassen sollte.


von Roland Nicolai


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