Roads – Blu-ray Kritik: stimmungsvolles Roadmovie über Freundschaft

Roads
Roads © 2019 STUDIOCANAL GmbH

Die Kritik:

Roads Blu-ray
Roads Blu-ray © STUDIOCANAL GmbH

„Roads“ ist 99 Minuten lang und in Deutschland ab 6 Jahren freigegeben. Es geht um den Engländer Gyllen (Fionn Whitehead, „Black Mirror: Bandersnatch“), der seinem Stiefvater im Urlaub das Wohnmobil geklaut hat und damit nach Frankreich zu seinem echten Vater fahren will. In Marokko trifft er den Flüchtling William (Stéphan Bak, „Elle“), welcher ebenfalls nach Frankreich zu seinem Bruder gelangen will. Die beiden freunden sich an und beginnen einen Roadtrip, welcher sie in die verschiedensten prekären Situationen bringt. Dabei entdecken sie sich nicht nur selbst und werden erwachsen, sondern entwickeln auch noch eine Freundschaft fürs Leben.

„Roads“ ist ein klassisches Roadtripmovie gemischt mit einer riesengroßen Portion Coming-of-Age. Die beiden Freunde erleben spannende Geschichten und müssen immer wieder am Staat vorbei kommen. Hier wird auch schön die Flüchtlingsthematik ins Visier genommen. Der Film stellt die Zustände im Süden von Europa dar und gewährt dabei einen Blick hinter den Vorhang. Da das Drama aus Deutschland stammt und hier die Flüchtlingsdiskussion vor einigen Jahren sehr hohe Kreise geschlagen hat, kommt es einem so vor, als ob dieser Film einfach 3 Jahre zu spät dran ist. Wohl auch deshalb ist er wahrscheinlich so unter dem Radar geschwommen. Die englischsprachige Produktion konnte jedoch bei den Kritiken überzeugen und hatte seine Premiere sogar beim weltberühmten Tribeca Film Festival.

Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak) unterwegs
Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak) unterwegs © 2019 STUDIOCANAL GmbH

Rein namentlich kann „Roads“ auch ordentlich aufffahren. Regie führte Sebastian Schipper, der vor allem durch seinen vorherigen Film „Victoria“ große Wellen geschlagen hat. Dieser war ohne Schnitt gedreht worden und war lange hoch im Kurs für den Auslandsoscar. Hier konnte der Streifen jedoch nicht teilnehmen, da zu viel englisch gesprochen wurde. Auch Fionn Whitehead ist kein unbeschriebenes Blatt. Er überzeugte im interaktiven Netflix-Film „Black Mirror: Bandersnatch“ und spielte sogar im Kriegsfilm „Dunkirk“ von Regielegende Christopher Nolan mit. Der zweite Hauptdarsteller Stéphan Bak ist zwar auf der internationalen Bühne nicht sehr bekannt, jedoch kennt man ihn in Frankreich recht gut als Stand-Up-Comedian. Auch dem deutschen Schauspieler Moritz Bleibtreu wird eine kleine Rolle zuteil.

„Roads“ macht nicht viel neu. Die Stimmung welche der Film jedoch vermitteln will ist wunderbar gewählt. Er schafft den Spagat zwischen einem Freiheitsgefühl und gleichzeitig einer beklommenen Anteilnahme durch das doch ernste Thema. Leider springt der Streifen von Station zu Station ohne wirklich vorwärts zu kommen. Bis zum Schluss, wenn die beiden dann (vielleicht) ihre Ziele erreichen passiert eigentlich wenig vorantreibendes. Die Schauspieler harmonieren großartig miteinander, weswegen man die Freundschaft der beiden auch sofort abkauft.

Bild:

Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak)
Gyllen (Fionn Whitehead) und William (Stéphane Bak) © 2019 STUDIOCANAL GmbH

Die 1080p-Auflösung der Blu-ray reichen wunderbar aus, um sich von den verträumten, farbenfrohen Bildern berieseln zu lassen. Diese ziehen den Zuschauer in eine besondere Stimmung der Freiheit oder lassen ihn beklommen beobachten. Schöne Bilder, auch in den dunkelsten Nächten.

Ton:

Der Ton war nicht sehr auffällig, was im Allgemeinen ein gutes Zeichen ist. Sowohl in deutscher, als auch in originaler, englischer Fassung ist der Film ansehnlich.

Extras:

Eine solide Zahl an Extras versüßt die Blu-ray. Mit den Features Die Geschichte, Friends On and Off Screen, On The Roads und Über Sebastian Schipper dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Ansonsten gibt es noch die Trailer zu bieten und ein Wendecover für alle Sammler.

Blu-ray Wertung
  • 7/10
    Film - 7/10
  • 7/10
    Bild - 7/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 7/10
    Extras - 7/10
7/10

Kurzfassung

Ein stimmungsvolles Roadmovie über Freundschaft, welches leider zu spät in Schwung kommt und dadurch etwas vor sich hin plätschert.

Fazit:

Alles in allem ist „Roads“ ein kritischer Blick auf die Flüchtlingsthematik und dabei ein klassisches Roadmovie. Die positive Grundstimmung wirkt genauso gut wie die vereinzelten dramatischen Passagen. Leider plätschert der Film dennoch etwas vor sich hin und weiß nicht so recht was er will. Sebastian Schipper kann nicht ganz an seinen vorherigen Erfolg anknüpfen und serviert eine eher lauwarme Suppe.


von Jan Welsch


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