Kritik zur Neuauflage von Needful Things – In einer kleinen Stadt im Mediabook

Needful Things - In einer kleinen Stadt - Leland Gaunt (Max von Sydow) ist der Teufel selbst
Needful Things - In einer kleinen Stadt - Leland Gaunt (Max von Sydow) ist der Teufel selbst © 2019 Koch Films

Die Kritik:

Needful Things – In einer kleinen Stadt: Mediabook © 2019 Koch Films

Die Stephen King Verfilmungen reißen nicht ab. Ob Neuinterpretationen oder -auflagen, die Werke des King Of Horrors sind schon seit einiger Zeit beliebter denn je. Needful Things – In einer kleinen Stadt von 1993 gehört zu den besseren King-Verfilmungen, die ab Ende der 80er vor allem in TV-Produktionen umgesetzt wurden. Das hiesige limitierte Mediabook erscheint am 16.01.2020.

Die Romanvorlage gehört derweil sicherlich in die erste Riege und hätte dahingehend auch ein Remake verdient. Doch so mancher Zuschauer bekommt durch diese Veröffentlichung sowieso neue Bilder zu Gesicht. Denn als besonderes Schmankerl ist hier die 60-Minuten längere Director’s Cut Fassung enthalten. Ob diese sehenswert ist und wie der Film, Bild, Ton und sonstige Extras ausfallen, klären wir in der folgenden Kritik.

Im Thriller-Drama finden wir uns in Kings fiktiver Kleinstad Castle Rock wieder. Dort hat sich der Antiquitätenhändler Leland Gaunt (Max von Sydow) niedergelassen. Für seine einzigartigen Gegenstände, die zufällig immer genau dem Wunsch der Kundschaft entsprechen, verlangt er aber Gegenleistungen. Diese starten mit kleinen Streichen doch mit der Zeit wird daraus bitterer Ernst. Schnell schaukelt sich der Hass der Bürger hoch. Bis Sheriff Alan Pangborn (Ed Harris) das Teufelswerk entschlüsselt ist es schon fast zu spät…

Needful Things - In einer kleinen Stadt - Sheriff Alan Pangborn (Ed Harris)
Sheriff Alan Pangborn (Ed Harris) © 2019 Koch Films

Neben von Sydow und Harris konnte Regisseur Fraser C. Heston weitere namhafte Akteure gewinnen wie  Amanda Plummer, Bonnie Bedelia oder J. T. Walsh, die sehr gut spielen. Eine Tatsache, die nicht auf alle älteren King-Verfilmungen zutrifft. Der Umfang des Romans wurde herunter gekürzt, wie es auch am sinnvollsten erscheint. Dass die Personen im Buch mit der Zeit immer mehr Gestalt annehmen, war im 120-minütigen Film dann kaum abzubilden. Einige Szenen und Beziehungen werden damit einfach zu schnell abgehandelt, ohne die genaueren Motive oder das Ausmaß der Taten hinreichend zu beleuchten. Darunter leidet die Spannung.

Besser gelingt dies in der gut 3-stündigen TV-Fassung, die hiermit erstmals in Deutschland erscheint (synchronisiert sind diese zusätzlichen Minuten jedoch nicht). Auch die Atmosphäre wird dadurch stimmiger über das Drama gelegt. Für diese Version ist aber gutes Sitzfleisch erforderlich.

Bild:

Das Bild der Blu-ray ist sehr stark aufbereitet worden und der Qualität der DVD natürlich vorzuziehen. Ordentlich kräftige Farben, wenig Rauschen oder krisselige Szenen werten den Film von 1993 sichtlich auf.

Ton:

Der Ton ist als leicht angestaubt zu bezeichnen, fällt aber auch nicht negativ ins Gewicht. Die Synchronisation ist okay. Positiv hervorzuheben ist der Soundtrack.

Extras:

Needful Things - In einer kleinen Stadt
Needful Things – In einer kleinen Stadt © 2019 Koch Films

Leider gab es zum Rezensionsexemplar nur die 3 Discs (zwei DVDs und eine Blu-ray) und nicht das Mediabook samt Booklet, weshalb darauf nicht eingegangen werden kann. Das digitale Bonusmaterial ist dafür sehr ordentlich. Es gibt zwei Featurettes und eine Bildergalerien. Wahlweise spricht über den Film hinweg der Audiokommentar von Regisseur Fraser C. Heston. Sowohl auf der Blu-ray als auch der zweiten DVD ist die angesprochene lange TV-Fassung drauf. Bei dieser Version ist der O-Ton (ggf. mit Untertiteln) empfehlenswert, denn die zusätzlichen Szenen sind nie synchronisiert worden.

  • 6/10
    Film - 6/10
  • 7/10
    Bild - 7/10
  • 6/10
    Ton - 6/10
  • 7/10
    Extras - 7/10
6.5/10

Kurzfassung

Gute Aufbereitung des Films von 1993 inklusive des 3-stündigen Director’s Cut.

Fazit:

Bei den meisten King-Verfilmungen der späten 80er und 90er ärgert man sich über schlechte Effekte bzw. die Schauspiel-Leistungen, die viele Low-Budget-Produktionen mit sich brachten. Needful Things – In einer kleinen Stadt ist hier als positives Gegenbeispiel zu nennen. Die Entwicklung der Figuren bis zu vielen kleinen Finals ist in der 3-stündigen Fassung besser, dadurch wird der Film aber auch langatmiger.


von Nicolas Wenger


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