Lake Bodom – Blu-ray Kritik: Kleines Filmjuwel aus Finnland

Lake Bodom
Lake Bodom © Koch Films

Die Kritik:

Die Jugendlichen campen am Lake Bodom
Die Jugendlichen campen am Lake Bodom © Koch Films

Grausame Verbrechen basierend auf wahren Begebenheiten bieten nicht selten Stoff für gute bis mäßige Film-Kost. Der vorliegende skandinavische Horrorthriller „Bodom“ bzw. im Original „Lake Bodom“ nimmt sich lose der noch heute debattierten Todesfälle von drei Jugendlichen an, die am Lake Bodom nahe der Stadt Espoo beim Zelten auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind, und schon von diversen Interpreten wie der finnischen Death-Metal Band „Children of Bodom“ besungen wurden.

Vier jungendliche Schüler wollen ein Wochenende im Freien an einem abgelegenen See verbringen. Einer von ihnen ist wie besessen von dem tragischen Unglück, dass sich wenige Jahre zuvor an genau jenem Ort ereignet hat. Damals sind, wie heute, vier Jugendliche auf einem Zeltausflug des Nachts von einem Unbekannten angegriffen und grausam niedergemetzelt worden. Nur einer überlebte das Massaker schwer traumatisiert. Was als harmloser Abendteuertrip geplant war, entwickelt sich schnell zu einem Horrorszenario mit geschickten Wendungen und spannungsgeladener Atmosphäre.

Lake Bodom -Das Grauen beginnt
Das Grauen beginnt © Koch Films

Was sich zu allererst liest wie eine typische 0815 Story überrascht erstaunlicherweise auf voller Länge. Allein durch die Faszination von der Anlehnung an wahre Ereignisse lassen sich hartgesottene Horrorfans auch von weniger innovativ wirkenden Storys nicht abschrecken, und werden hier mit einem kleinen Juwel der europäischen Filmkunst belohnt. Die Spannung erst langsam aufbauend entwickelt „Bodom“ beim Schauen ein ungeheures, fast greifbares Unbehagen, ohne dass man weiß, woher das Grauen eigentlich stammt, da man sich bei dem explizit Gezeigten für einen Slasher mit einer FSK 16 sehr zurückhält. Positiv fällt auch auf, dass der Handlungsverlauf, scheinbar vorhersehbar, den Zuschauer durch häufige Mindtwists bis zum Schluss an der Nase herumführt und sich in seiner vollen Gemeinheit erst am Ende offenbart.

Bild:

Unterstützt wird die wendungsreiche Story durch dunkle und bedrohliche wirkende Kameraaufnahmen von dichten Wäldern, finsteren Nischen und beängstigenden Schattenspielen, die trotz der sehr schwarz dominierten Bilder in gestochen scharfem 16:9 Format ohne Probleme klar erkennbar sind.

Ton:

Der Weg zum Lake Bodom ist abgesperrt. Warum nur?
Der Weg zum Lake Bodom ist abgesperrt. Warum nur? © Koch Films

Den letzten Schliff bekommt der Film durch seinen sehr dezent eingesetzten Soundtrack im DTS-HD 5.1 (finnisch, deutsch), der sich mit der erdrückenden Stille in vielen Szenen ein hervorragendes Wechselspiel liefert. Sobald der Spannungsbogen steigt, macht sich auch die Soundkulisse bemerkbar, die vorher komplett stumm zu sein schien. Lediglich der übermäßige Soundunterschied zwischen Geräuschen und Dialogszenen sorgen häufig für den Griff zum Soundregler, was auf Dauer sehr anstrengend sein kann.

Extras:

In Sachen Extras liegt ausschließlich ein Original Trailer vor. Da sich die Hintergrundstory auf wahre Begebenheiten beziehen, hätte man sich eventuell Backgroundinfos zum tatsächlichen Fall gewünscht. Etwas enttäuschend.

Fazit:

Wer glaubt, dass ein guter atmosphärisch dichter Schocker immer aus Hollywood stammen muss, irrt. Regisseur Taneli Mustonen, ein unbekannter finnischer Filmmacher beweist, dass es auch mit einer Hand voll nicht weniger unbekannter Schauspieler möglich ist, einen bösen und perfiden Thriller zu präsentieren, der sich trotz kurzer Lauflänge von 85 Minuten, auch vor großen Vorbildern wie „Friday the 13th“ und „Scream!“ nicht verstecken muss.


von Christoph Berger

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