Kong: Skull Island – (4K UHD + Blu-ray) Kritik

Kong: Skull Island - Sonnenuntergang mit Affe
Kong: Skull Island - Sonnenuntergang mit Affe © Warner Home Video

Die Kritik:

Kong: Skull Island (4K Ultra HD) Cover
Kong: Skull Island (4K Ultra HD) Cover © Warner Home Video

Hat schon einmal jemand etwas von Skull Island gehört? Nein, gemeint ist jetzt hier kein schönes Urlaubsziel in Australien, sondern die fiktive Insel, auf welcher King Kong zusammen mit einer Vielzahl anderer prähistorischer und eigentlich schon längst ausgestorbenen Tierarten lebt. Das erste Mal, als diese Insel in einem Film in Erscheinung getreten ist, war vor rund 84 Jahren und zwar im Filmklassiker ‚King Kong und die weiße Frau‘ der zwei Regisseure Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack. Seit dem ist dieser mysteriöse Ort, an dem auch die Überlebenden einer ehemaligen und uralten Hochkultur sesshaft sind und dort hinter einem mehrere Meter hohen steinernen Schutzwall leben, immer wieder in den verschiedensten Produktionen in Erscheinung getreten. Zuletzt war dies im Jahr 2005 in ‚Peter Jacksons King Kong‚ – da dies aber bereits zwölf Jahre her ist, wird es höchste Zeit, der gefährlichen Insel einen weiteren Besuch abzustatten.

King Kong zerlegt die fliegende Kavallerie
King Kong zerlegt die fliegende Kavallerie © Warner Home Video

Die Story von ‚Kong: Skull Island‚, welche Regisseur Jordan Vogt-Roberts nach einem Skript der drei Drehbuchautoren Dan Gilroy, Max Borenstein sowie Derek Connolly für die große Leinwand adaptierte, stellt eigentlich nichts Besonderes dar, ist simpel gehalten und auch genauso schnell erklärt. Wir schreiben das Jahr 1973: Bill Randa (John Goodman), der Leiter der Regierungsorganisation Monarch versucht schon seit drei Jahrzehnten die sagenumwobene Insel Skull Island zu finden und verfügt nun endlich über handfeste Informationen, das bislang unentdeckte Land ausfindig zu machen. Nachdem er sich die notwendigen Gelder beschafft und ein vielfältiges Team aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern zusammengestellt hat, beginnt der Trip auf die bislang unerforschte Pazifikinsel. Das Kommando auf dieser Expedition teilt sich Lieutenant Colonel Packard (Samuel L. Jackson) gemeinsam mit dem ehemaligen SAS Offizier James Conrad (Tom Hiddleston), die nicht nur ein kleiner Militärtrupp sondern zudem auch die Kriegsfotografin Mason Weaver (Brie Larson) begleitet. Auf dem Eiland angekommen sind zunächst alle von der unberührten Natur beeindruckt, doch schon sehr bald werden sie feststellen, dass die dort lebenden Eingeborenen und der heilige Riesengorilla Kong, nicht ihr einziges Problem sind…

Kriegsfotografin Mason Weaver (Brie Larson) und SAS Offizier James Conrad (Tom Hiddleston)
Kriegsfotografin Mason Weaver (Brie Larson) und SAS Offizier James Conrad (Tom Hiddleston) © Warner Home Video

‚Kong: Skull Island‘ war der bislang erfolgreichste King Kong-Film im Kino, wo er ein weltweites Einspielergebnis von 566 Millionen US-Dollar erzielen konnte, dem Produktionskosten von 185 Millionen gegenüberstehen. Allerdings ist ‚Kong: Skull Island‘ kein direktes Prequel zu Peter Jacksons-Film, sondern vielmehr eine Neuerzählung des Stoffes, welche viele Bestandteile der vorangegangenen Verfilmungen ausklammert und den Mythos um den Riesenaffen neu aufleben lässt. Die eigentliche Handlung des Films gibt zwar inhaltlich nicht viel her, beschränkt sich aber zumindest ausschließlich auf die unerforschte Insel, welche bislang unentdeckt blieb, da diese dauerhaft durch starken Nebel und Unwetter bedeckt ist. Die Idee, die Insel direkt nach der Ankunft von den eingeflogenen Helikoptern aus zu bombardieren, ist eine Neuerung und erscheint logisch, da die Auswertung der seismologischen Daten die Erforschung der geologischen Struktur der Insel ermöglicht. Wie sich heraus stellt, befindet sich unter dieser ein gewaltiger Hohlraum in der Erdkruste, in welchem urzeitliche Wesen überlebt haben könnten. Ehe man dies aber weiter vertieft, werden die Helikopter plötzlich von etwas riesigem angegriffen – ab dem Zeitpunkt, wo ein Pilot verdutzt fragt: „Ist das ein Affe?“, bricht förmlich die Hölle über die Expedition herein.

John C. Reilly überzeugt als 2. Weltkriegspilot und Überlebender Hank Marlow
John C. Reilly überzeugt als 2. Weltkriegspilot und Überlebender Hank Marlow © Warner Home Video

Ab diesem Moment gibt es quasi kein Halten mehr und die Effektcrew rund um Industrial Light & Magic (ILM) liefert genau das ab, was eigentlich alle King Kong-Fans erwartet haben – nämlich knallharte und wirklich noch nie gesehene Action. Wie Kong die Helikopter auseinandernimmt, Riesenspinnen von oben in einem Bambuswald zum Überraschungsangriff ansetzen oder fiese prähistorische Flugwesen pfeilschnell Leute aus dem Team dezimieren, das ist schon sehr beeindruckend und sorgt mehr als nur einmal für offen stehende Münder. Gelungen sind auch die Schädelkriecher – die so heißen weil´s toll klingt, echsenartige Riesenviecher die unter der Erde leben, vor denen sich sogar Kong in Acht nehmen muss. Aber nicht nur die Kreaturen, zu denen unter anderem auch ein gigantischer Octopus zählt, sind schön anzusehen, auch der Cast rund um Tom Hiddleston, Brie Larson, John Goodman, Samuel L. Jackson sowie dessen rechter Hand Major Chapman (Toby Kebbell), liefert eine glaubhafte Performance ab. Für etwas Auflockerung sorgt unterdessen Hank Marlow (John C. Reilly), der bereits seit dem zweiten Weltkrieg nach einem Flugzeugabsturz auf der Insel festsitzt, sich mit den Gegebenheiten sowie den Ur-Einwohnern der Insel vertraut gemacht hat, jedoch etwas sonderbar wirkt. Unterm Strich wie bereits erwähnt storytechnisch nicht der ganz große Wurf, aber die Darsteller überzeugen durch die Bank weg allesamt und auch die Effekte machen diesen Titel zu einem echten Hochgenuss für Fans solcher Produktionen.

Bild:

Lieutenant Colonel Packard (Samuel L. Jackson)
Lieutenant Colonel Packard (Samuel L. Jackson) © Warner Home Video

Die Bildqualität von ‚Kong: Skull Island‘, welche auf Blu-ray und 4K UHD im Ansichtsverhältnis von 2,40:1 (16:9) vorliegt, präsentiert sich vor allem auf Blu-ray überaus spektakulär und erreicht mit seiner exzellenten Schärfe, den kräftigen Farben, dem ausgewogenen Kontrast sowie dem satten Schwarzwert ohne Zweifel Referenzwerte und holt alles Mögliche aus dem Medium raus. Selbiges kann von der beiliegenden 4K UHD-Blu-ray leider nicht berichtet werden, die zwar ebenfalls qualitativ zu überzeugen weiß, jedoch keinesfalls das neue Format ausreizt. Das dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, weil für die 4K-Disc auf ein 2K Digital Intermediate zurückgegriffen wurde, weshalb kein echtes 4K geboten sondern der Transfer lediglich hochskaliert wird. Zusätzlich kann auch der erweiterte Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sein volles Potenzial nicht entfalten, da bei Kong auf sehr viele Farbfilter zurückgegriffen wurde, welche dem Bild einen bräunlichen Look verleihen, wodurch einige Farben nicht selten etwas unnatürlich erscheinen. Erfreulicherweise sorgt die höhere Dynamik (HDR10) jedoch für einen kräftigeren Kontrast, wodurch wiederrum viele Passagen intensiver und eindeutig lebendiger erscheinen als beim 1080p-Pendant. Im direkten Vergleich zwischen Full-HD und Ultra-HD-Bild fällt zudem auf, das die 4K-Scheibe einen insgesamt dunkleren Transfer bietet, wodurch dieser zwar leicht plastischer erscheint, in dunkleren Bildbereichen jedoch zu einem minimalen Detailverlust neigt.

Ton:

Bei der Vertonung hat man bei Warner Bros. Home Entertainment alles richtig gemacht und liefert jede Menge Tonspuren, die eigentlich jeden Käufer zufrieden stellen müssten. Auf der Blu-ray sowie der UHD wurden nämlich jeweils Dolby Atmos-Abmischungen integriert, welche auf Deutsch sogar mit einem verlustfreien Dolby-True-HD-Core aufwartet, wohingegen der englische Originalton einen Dolby-Digital-Plus-Kern beinhaltet. Wer eine teure Anlage und ein feines Gehör hat, wird schnell die Vorzüge des deutschen Tons erkennen, welcher nicht nur insgesamt stimmiger sondern auch etwas offener klingt. Generell bieten aber beide Abmischungen ein sehr räumliches und dynamisches Klangerlebnis, bei dem vor allem der Subwoofer Schwerstarbeit leisten muss.

King Kongs Gebrüll kommt im deutschen Dolby Atmos Ton verlustfrei herüber
King Kongs Gebrüll kommt im deutschen Dolby Atmos Ton verlustfrei herüber © Warner Home Video

Wenn die Expeditionstruppe gegen die prähistorischen Viecher in den Kampf zieht, Kong mit einem lauten Gebrüll einen Hubschrauber nach dem anderen von Himmel holt oder gesprengt und geballert wird was das Zeug hält, dann klingt das nicht nur überaus direkt sondern drückt einen oftmals regelrecht in den Sessel. Wirklich beachtlich ist außerdem, dass es während der dauerhaften Action im Film und der Wiedergabe des äußerst stimmigen Scores des britischen Filmkomponisten Henry Jackman, welcher mit großartigen Stücken wie „Assembling the Team“ oder „Project Monarch“ aufwartet, niemals zu Verständigungsproblemen kommt und die Dialoge stets klar wiedergegeben werden, was auf ein hervorragendes Balancing zurückzuführen ist. Ebenfalls auf beiden Discs alternativ enthalten ist zudem eine deutsche und englische Abmischung im DTS-HD Master Audio 5.1-Format, sowie eine englische Hörfilmfassung als Dolby Digital 5.1-Mix.

Extras:

Disc 1 (4K UHD):

▪ Audiokommentar mit Regisseur Jordan Vogt-Roberts

Disc 2: (Blu-ray):

▪ Audiokommentar mit Regisseur Jordan Vogt-Roberts
▪ Featurettes:
– Verwirklichung einer Ikone (ca. 25 min.)
– Am Set in Vietnam (ca. 6 min.)
– Im Fokus: Aufnahmen von Brie Larson (ca. 2 min.)
▪ Monarch-Dateien 2.0 (ca. 8 min.)
▪ Tom Hiddleston: Der unerschrockene Fährtensucher (ca. 7 min.)
▪ Nicht verwendete Szenen (ca. 4 min.)
▪ Ultra Violet-Digital Copy
▪ Wendecover

 

Die Überreste King Kongs Eltern
Die Überreste King Kongs Eltern © Warner Home Video

Das Bonusmaterial von ‚Kong: Skull Island‘ hätte zwar gerne etwas üppiger ausfallen dürfen, beleuchtet aber mit seinen Specials, welche es auf eine Gesamtlaufzeit von knapp einer Stunde bringen, viele interessante und wissenswerte Aspekte rund um die Produktion. Das Herzstück der Extras stellt dabei ein zweiteiliges Making-of dar, welches in „Verwirklichung einer Ikone“ und „Beschwörung eines Gottes“ aufgeteilt ist und sich mit den Ursprüngen des Kong-Mythos auseinandersetzt. Ebenfalls überaus sehenswert sind die „Monarch-Dateien 2.0“, welche als eine Art Expeditionsbericht zu sehen sind, der mit verschiedenen Fotos sowie einigen Konzept-Bildern aufwartet. Sämtliche Extras liegen komplett in HD vor und sind deutsch untertitelt, an ein Wendecover ohne störendes FSK-Logo wurde ebenfalls gedacht.

Fazit:

Der neue Kong-Film von Regisseur Jordan Vogt-Roberts erzählt die Geschichte um den Riesengorilla nicht weiter und erfindet diese auch nicht gänzlich neu, vielmehr wurde alles zurück auf null gestellt, sich einiger markanter Storydetails aus dem 1933er Original bedient und mit diesen eine Neuinterpretation geschaffen, welche zeitlich in den 70er-Jahren angesiedelt ist. Hauptschauplatz ist nach der Ankunft des Expeditionsteams diesmal gänzlich die fiktive Pazifikinsel Skull Island, welche viele Überraschungen und auch neue Monster mit sich bringt. Storytechnisch sollte man sich allerdings nicht zu viel erhoffen, was die Action und Effekte im Film angeht, darf man seine Erwartungen jedoch gerne hochschrauben und wird hier sicherlich nicht enttäuscht. ‚Kong: Skull Island‘ bietet nämlich genau das, was man von einem Monster-Film erwarten darf – abgefahrene Kreaturen, erstklassige Effekte und wirklich knallharte Action! Übrigens: Nach dem Film sollte man noch nicht ausschalten, denn es gibt noch eine starke After-Credit-Szene zu sehen.


von Roland Nicolai

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