Escape Room – Blu-ray Kritik

Jay Ellis, Logan Miller und Taylor Russell in Escape Room
Jay Ellis, Logan Miller und Taylor Russell in Escape Room © 2019 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Die Kritik:

Escape Room - Blu-ray Cover
Escape Room – Blu-ray Cover © 2019 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Escape Rooms sind ein beliebter Zeitvertreib. Als Team in einer bestimmten Zeit den Code zu knacken, um es rechtzeitig wieder aus dem Raum hinaus zu schaffen, ist anstrengend wie spaßig im gleichen Maß. Nun wurde das Konzept des Rätselspaßes auf die Leinwand adaptiert und erinnert zwangsläufig an viele andere Streifen aus dem Horrorthriller-Genre, wie beispielsweise der „Saw“-Reihe oder noch deutlicher „The Cube“.

Der relativ frische Regisseur Adam Robitel („Insidious – The Last Key“) schaffte es allerdings ESCAPE ROOM von den genannten Beispielen zu distanzieren und vieles sogar ein wenig besser zu machen. So gelingt es ESCAPE ROOM sowohl einen ernsten Ton zu halten als auch nicht darauf aus zu sein seine Figuren möglichst plump und oder blutig von der Bildschirmfläche zu entfernen. Der Film ist diesbezüglich wesentlich kreativer und das nicht zuletzt durch das äußerst starke Setting.

Erzählerisch hält sich ESCAPE ROOM gar nicht lange mit tief gehenden Lebensgeschichten auf. Nach einer kurzen Einführung einiger Figuren startet auch schon das Spiel um Leben und Tod. Dabei könnten die sechs Teilnehmer nicht unterschiedlicher gestrickt sein. Von der einfachen Studentin über die Supermarktaushilfe bis hin zum Aktienhändler, die Spieler innerhalb der Gruppe kommen aus gänzlich anderen Welten, folgen aber nicht zwangsläufig den erwarteten typischen Stereotypen, was sich im Laufe der Handlung immer mehr verdeutlicht.

Jay Ellis, Logan Miller, Deborah Ann Woll, Taylor Russell und Nik Dodani in Escape Room
Jay Ellis, Logan Miller, Deborah Ann Woll, Taylor Russell und Nik Dodani in Escape Room © 2019 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Die Gesichter der sechs Hauptdarsteller sind mal mehr und mal weniger geläufig und kennt man vornehmlich aus der Serienlandschaft, wie beispielsweise Deborah Ann Woll („True Blood“, „Marvels Daredevil“), Jay Ellis („Insecure“) oder Taylor Russell („Lost in Space – Verschollen in fremden Welten“).
Hinzukommen mit Tyler Labine („Tucker and Dale vs. Evil“) und Logan Miller („Scouts vs. Zombies – Handbuch zu Zombie-Apokalypse“), zwei die schon Ausflüge ins Horror-Genre machten – wenn diese auch mehr als Horror-Komödien zu sehen sind.

Zu den Rollen selber bekommt man zu Beginn nur schwer eine Bindung, was das mitfiebern erschwert, da einem die Charaktere erstmal nur unsympathisch erscheinen. Das Gefühl legt sich allerdings nach und nach und ESCAPE ROOM wird mehr und mehr zu einer Überraschung. Mit jeder Aufgabe kommen kurze Flashbacks, die die Hintergründe der Figuren enthüllen, wodurch nach und nach klar wird, dass die Kandidaten nicht zufällig zusammen in den ESCAPE ROOMs sind. Es entwickelt sich bei den Charakteren immer mehr eine nachvollziehbare und authentische Dynamik und mit jedem Raum, der die Deutlichkeit und den Ernst der Lage vermittelt, steigt die Spannung, was einen als Zuschauer zum einen mitfiebern und zum anderen auch miträtseln lässt. Denn die Räume sind sehr abwechslungsreich und äußerst kreativ gestaltet. Durch tolle 180Grad Schwenker mit der Kamera werden diese auch dem Publikum vorgestellt als wäre man kurz mit ihm Raum und würde sich versuchen einen Überblick zu verschaffen. Überhaupt sind die Sets bzw. die Räume das eigentliche Highlight von ESCAPE ROOM. Hochwertig und sehr detailliert aufgebaut, verleihen die Schauplätze einen klaustrophobischen Touch, den man den Charakteren anschließend auch gut abkaufen kann.

Tyler Labine, Jay Ellis, Logan Miller und Taylor Russell in Escape Room
Tyler Labine, Jay Ellis, Logan Miller und Taylor Russell in Escape Room © 2019 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved.

Sobald aber das Mysterium gelöst ist und man hinter die Motivation der Veranstalter kommt, nimmt die Spannung relativ schnell wieder ab. Statt an Intensität zu zunehmen, verliert ESCAPE ROOM seinen Schwung verspielt im letzten Drittel ein wenig den tollen ersten Eindruck, den man hatte. Zum Ende hin ist alles sehr austauschbar und man investiert in ein offenes Ende, dass eine Fortsetzung (die für 2020 bestätigt ist) ermöglicht.

Bild:

Trotz dunkler Szenen und allgemein unterschiedlichen Beleuchtungen bei den verschiedenen Räumen, hält die Schärfe stets stand und bietet ein klares Bild.

Ton:

Der Ton untermalt die Intensität der Szenen, klingt aber zuweilen bei besonders lauten Szenen etwas dumpf, was eine bessere Bewertung verhindert.

Extras:

Insgesamt gibt es vier Extras, die knapp 30 Minuten lang gehen, wovon die „Entfallenen Szenen“ mit acht Clips über 19 Minuten den größten Teil ausmachen. Unter anderem gibt es hierbei einen alternativen Anfang sowie ein alternatives Ende.
Am interessantesten gestaltet sich das Extra über den Aufbau der Sets, was ruhig etwas länger als fünf Minuten hätte gehen dürfen.

Blu-ray Wertung
  • 6/10
    - 6/10
  • 8/10
    - 8/10
  • 8/10
    - 8/10
  • 5/10
    - 5/10
6.5/10

Kurzfassung

Sehr schöne Idee und relativ fehlerlos überzeugt ESCAPE ROOM vor allem dank seiner Figuren und vor allem den abwechslungsreichen Räumen, aus denen es zu fliehen gilt.

Fazit:

Ein besonderes Highlight von ESCAPE ROOM sind die mit viel Liebe zum Detail gemachten Sets der abwechslungsreichen Räume. Ich bin überrascht, wie gut der Film mir gefallen hat. Ich fand kaum einen wirklichen Fehler und doch ist da letzten Endes das Gefühl, dass dem Film etwas fehlte, eine Art letzter Kick, der ihm das gewisse Etwas gegeben hätte, um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Vielleicht gelingt es dem Film ja als Reihe/Franchise sich noch einen dauerhaften Namen in dem Genre zu machen.


von Christian Willach


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