Cloverfield – (4K UHD + Blu-ray) Kritik

Rob (Michael Stahl-David), Jason (Mike Vogel), Marlena (Lizzy Caplan) und Lily (Jessica Lucas)
Rob (Michael Stahl-David), Jason (Mike Vogel), Marlena (Lizzy Caplan) und Lily (Jessica Lucas) © Paramount Home Entertainment

Die Kritik:

Cloverfield (4K Ultra HD) Blu-ray Cover
Cloverfield (4K Ultra HD) Blu-ray Cover © Paramount Home Entertainment

Die Entstehung von „Cloverfield“, der hierzulande am 31. Januar 2008 in den Kinos startete, war schon etwas Einzigartiges und gleichzeitig Geniales. Die Entstehung des Films, für den Paramount Pictures ein Budget von gerade einmal 25 Millionen US-Dollar bereitstellte und der von J.J. Abrams Produktionsfirma Bad Robot Pictures realisiert wurde, fand nämlich unter strenger Geheimhaltung statt. Weder die Darsteller bekamen das Drehbuch noch andere Informationen über den Film und sogar dessen Titel wurde noch nicht einmal verraten – einzig und allein das Datum des Starttermins war bekannt, weshalb die amerikanische Zahlenfolge „1-18-08“ schließlich als vorübergehender Titel fungierte. Erst rund acht Wochen vor Kinostart wurde schließlich der Titel im zweiten Trailer bekannt gegeben, der wohl im Zusammenspiel mit der seit Mitte August 2007 laufenden viralen Kampagne einen so bleibenden Eindruck hinterlassen hat, weshalb zahlreiche Interessierte den Film unbedingt sehen wollten, der an den weltweiten Kinokassen mit einem Einspielergebnis von über 170 Millionen US-Dollar seine Produktionskosten um das fast 7-fache wieder einspielen konnte.

Die Handlung des Films, sollte man diese überhaupt als solche wirklich bezeichnen können, ist recht simpel und schnell erklärt: Fünf New Yorker-Kumpels organisieren für ihren besten Freund Rob (Michael Stahl-David), den es beruflich in den kommenden Tagen für längere Zeit nach Japan verschlagen wird, eine rauschende Abschiedsparty. Jedoch findet die Überraschungsfeier schon bald ein jähes Ende, als plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm die Gruppe aufschreckt und kurz darauf der Kopf der Freiheitsstatue durch die Straßen fliegt. Schnell ist klar, dass man es hier nicht mit einem Terroranschlag sondern einem riesigen Monster zu tun hat, welches einen verheerenden Angriff auf die Stadt startet. Kurz darauf wird der Ausnahmezustand ausgerufen und die jungen Freunde versuchen mit anderen Überlebenden aus dem gefährdeten Stadtbezirk zu fliehen – mit dabei ist eine Handkamera, welche den gesamten Angriff auf Video aufzeichnet…

Rob (Michael Stahl-David), Marlena (Lizzy Caplan) und Lily (Jessica Lucas)
Rob (Michael Stahl-David), Marlena (Lizzy Caplan) und Lily (Jessica Lucas) © Paramount Home Entertainment

Es dauert zwar einige Zeit bis der Film, der über die gesamte Laufzeit aus der Ich-Perspektive gefilmt erzählt wird, in die Gänge kommt, jedoch wenn der Angriff auf die Stadt, welcher mit einer großen Explosionen startet und schon kurz darauf der Kopf der Freiheitsstatue in den Straßen von New York City landet, wird es richtig unterhaltsam und gleichermaßen spannend. Der Umstand, dass durch die gefilmte Kameraperspektive ein ständiges Mittendrin-Gefühl erzeugt wird, lässt den Zuschauer tiefer in das Geschehen eintauchen und vermittelt tatsächlich den Eindruck, das Geschehene live mitzuerleben. Zwar wackelt die Kamera ständig, so dass es passagenweise echt anstrengend ist, dem Ganzen visuell zu folgen ohne das einem dabei schlecht wird, aber das eingesetzte Stilmittel zahlt sich durchaus aus, letztlich auch, weil sich der Film dadurch wirklich echt anfühlt. Das ist es letztlich auch, was Regisseur Matt Reeves („Planet der Affen: Survival“), welcher den Stoff nach einem Drehbuch von Drew Goddard („The Cabin in the Woods“) für die große Leinwand adaptierte, auch erreichen wollte. Bereits der Beginn des Films weist mit seiner Warnung des US-Verteidigungsministeriums darauf hin, dass es sich um echte Aufnahmen handelt, welche an der Unglücksstelle U.S 447 – früher bekannt als „Central Park“, gefunden wurden. Auf diesen befinden sich die privaten Aufnahmen von Rob Hawkins und dessen guter Freundin Beth McIntyre (Odette Yustman), die gemeinsam mit ihren Freunden Lily Ford (Jessica Lucas), Hudson „Hud“ Platt (T. J. Miller), Marlena Diamond (Lizzy Caplan) sowie Robs Bruder Jason (Mike Vogel) versuchen, den Gefahrenbereich zu evakuieren. Ob diesen Unterfangen allerdings erfolgreich ist, verraten wir an dieser jedoch nicht – obwohl inzwischen eigentlich so gut wie jedem der Ausgang des Films bekannt sein dürfte.

Bild:

Die Bewertung der Bildqualität fällt einem hier gar nicht so einfach, denn die heftige Wackelkamera lässt während der unzähligen hektischen Aufnahmen auf den ersten Blick nicht viel mehr Details erkennen, als die inzwischen ca. zehn Jahre alte Blu-ray-Veröffentlichung. Aber dennoch, in den ruhigeren Passagen, beispielsweise wenn die Überlebenden durch die zerstörten Straßen von New York gehen, in einem geplünderten Elektronikgeschäft kurz Pause machen um die Nachrichten zu sehen oder vom Militär in ein notdürftig eingerichtetes Erste-Hilfe-Lager für Verletzte gebracht werden, macht sich der Mehrwert der 4K-Fassung, welche auf einem 2K-Digital-Intermediate basiert, deutlich bemerkbar. In diesen Passagen kann man nämlich eine gesteigerte Bildschärfe sowie eine bessere Detailzeichnung erkennen und auch die Farben und das Kontrastverhältnis präsentiert sich hier sichtbar lebendiger sowie plastischer. Darüber hinaus sind in dunkleren Bildbereichen ebenfalls mehr Details zu erkennen, welche beim Full-HD-Transfer noch merklich abfielen.

Ton:

Beth McIntyre (Odette Yustman)
Beth McIntyre (Odette Yustman) © Paramount Home Entertainment

Beim deutschen Ton gibt es leider keine Neuerungen zu vermelden, denn dieser ist inhaltsgleich mit den vorangegangenen Veröffentlichungen und liegt leider nur im verlustbehafteten Dolby Digital 5.1-Format vor. Das Gleiche gilt übrigens auch für die anderen enthaltenen Sprachfassungen wie Französisch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch, welche ebenfalls mit Ausnahme des englischen Originaltons in Dolby TrueHD 5.1, allesamt als DD5.1-Mix auf der Disc enthalten sind. Ein Grund zum Nörgeln ist das jedoch nicht, denn die deutsche Abmischung hört sich noch immer spitzenmäßig an, bietet zahlreiche direktionale Surround-Effekte und vermittelt ein tolles Mittendrin-Gefühl. Ein nach wie vor sehr aktiver Mix, der zudem dank des kräftigen Subwoofer-Einsatzes auch zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, noch immer viel Freude bereitet.

Extras:

Da uns seitens Universal Pictures Germany, welche ja bekanntlich seit dem 01. Januar 2016 die Verkaufs-, Marketing und Vertriebsservice von Paramount-Produktionen übernommen haben, leider nur die 4K-Fassung für den Test zur Verfügung gestellt wurde und diese kein Bonusmaterial enthält, können wir leider nicht auf die Extras der dazugehörigen Blu-ray zu sprechen kommen. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die altbekannten Specials der Blu-ray, welche dem 4K UHD-Set ebenfalls beiliegt, weiterhin vorhanden sind.

Fazit:

„Cloverfield“ zählt auch heute noch zu den wohl heftigsten Wackelkamerafilmen aller Zeiten, hat aber selbst zehn Jahre nach seinem Erscheinen nichts an seiner Faszination verloren. Handwerklich ist der Film wahrlich toll umgesetzt worden, auch wenn man bis heute nicht entmystifiziert hat, um was es eigentlich geht und woher das riesige Monster und dessen Kleinviehzeug eigentlich gekommen sind. Eine mögliche Erklärung könnte der acht Jahre später erschienene Nachfolger „10 Cloverfield Lane“ liefern, der zeitgleich andernorts angesiedelt ist. Was es jedoch wirklich mit dem ganzen „Cloverfield-Mythos“ aber letztlich auf sich hat, wird wohl erst der dritte Film der Reihe mit dem Arbeitstitel „God Particle“ klären, der hierzulande im April 2018 starten soll. Es bleibt also weiterhin spannend…


von Roland Nicolai


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