Black Panther (4K UHD Blu-ray) Kritik: Schwarze Superhelden-Action

Black Panther/T'Challa (Chadwick Boseman)
Black Panther/T'Challa (Chadwick Boseman) © Marvel Studios

Die Kritik:

Black Panther - 4K UHD Cover
Black Panther – 4K UHD Cover © Walt Disney Studios Home Entertainment Germany

Kennt jemand von euch Wakanda? Nein? Na kein Wunder, denn der geheime afrikanische Staat ist seit vielen Jahren für das menschliche Auge dank eines hochentwickelten Tarnschildes versteckt. Der König von Wakanda ist T’Challa, der auch gleichzeitig für dessen Schutz als Black Panther sorgt. Was, von den beiden habt ihr auch noch nichts gehört? Höchste Zeit also dass ihr am 19. Juli in den Handel eures Vertrauens geht, denn dann erscheint Marvels ‚Black Panther‘ auf DVD, Blu-ray und erfreulicherweise auch als 4K-UHD, welche wir bereits sichten konnten.

Die Handlung von ‚Black Panther‘, der eine waschechte Origin-Geschichte beinhaltet, ist schnell erklärt: Nach dem Tod seines Vaters König T’Chaka (John Kani), der bei einem feigen Anschlag in ‚The First Avenger: Civil War‚ ums Leben kam, tritt sein Sohn Prinz T’Challa (Chadwick Boseman) die Thronfolge in Wakanda an. Das ist natürlich alles andere als ein einfacher Job, denn mal wieder steht das Schicksal seines Landes und auch das der gesamten Welt auf dem Spiel. Der Exsoldat Eric „Killmonger“ Stevens (Michael B. Jordan) und der Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis), den einige sicherlich noch aus dem illegalen Vibranium-Handel aus ‚Avengers: Age of Ultron‘ in Erinnerung haben, konnten im Londoner Museum ein aus Vibranium bestehendes Artefakt stehlen. Da die Machenschaften von Klaue dem neuen König ohne hin schon länger ein Dorn im Auge sind, beschließt T’Challa die Beiden gefangen zu nehmen und nimmt sich als Unterstützung seinen General Okoye (Danai Gurira), eine Kriegerin und Anführerin der Dora Milaje sowie seine Exfreundin Nakia (Lupita Nyong’o) mit. Doch das alleine genügt nicht um die Schurken dingfest zu machen, den Klaue ist mächtiger und schlagkräftiger als angenommen und auch Killmonger ist nicht nur ein einfacher Dieb und Exsoldat, sondern birgt ein düsteres Geheimnis in sich, das die Macht des Königs gefährdet sowie die künftige Existenz Wakandas bedroht.

Ayo (Florence Kasumba) und Okoye (Danai Gurira)
Ayo (Florence Kasumba) und Okoye (Danai Gurira) © Marvel Studios 2018

Im Kino habe ich den ‚Black Panther‘ verpasst, was ich an sich auch nicht schlimm fand. Denn erstens kannte ich die Comicfigur, die von Comicautor Stan Lee und Comiczeichner Jack Kirby erdacht wurde und erstmals im Juli 1966 in Erscheinung trat, bis dato überhaupt nicht und zweitens, sagten mir auch die Trailer überhaupt nicht zu, welche mir zu hektisch geschnitten und auch zu bunt und zu schrill erschienen. Nachdem ich mir den Film nun angesehen habe, fühle ich mich in meiner früheren Meinung durchaus bestätigt – ‚Black Panther‚ ist mir persönlich zu bunt und auch zu schrill – man könnte auch sagen: zu modern. Erschwerend kommt hinzu, dass mich die Origin-Story so überhaupt nicht begeistert hat, sondern nur so dahinplätschert und auch viele der darin vorkommenden Figuren bleiben blass. Richtig interessant sind eigentlich nur die zwar stocksteife aber saucoole Okoye, die gleich mehrfach für einige richtig gute Lacher und auch tolle Kampfaction sorgt sowie T’Challas Schwester Shuri (Letitia Wright), die sich als eine Art „Q“ aus James Bond herausstellt und den Black Panther-Bruder mit allerhand hilfreicher Gadgets für seine Missionen ausrüstet. Stark ist auch der Charakter von Ulysses Klaue, von dem ich persönlich seit ‚Avengers: Age of Ultron‘ mehr sehen sollte und hier nun endlich damit bedient wurde – zu dumm nur, das diese interessante Figur dann doch zu schnell verheizt wird, vor allem nach dessen im Gedächtnis bleibenden Eindruck im Spielcasino im südkoreanischen Busan, bei dem er es wahrlich regnen lässt. Ansonsten hat der Film inhaltlich, außer gut gemachter Action und vielen optisch tollen Momenten, wie beispielsweise der Ankunft in Wakanda oder der Krönungs-Sequenz, leider nicht viel zu bieten und daran ändern selbst bekannte Darsteller wie Forest Withaker, der hier als Zuri zu sehen ist, Martin Freeman, der wieder als Agent Everett K. Ross mit dabei ist, Sebastian Stan, der einen kurzen Cameo-Auftritt als Bucky Barnes hat oder Michael B. Jordan (Killmonger), der als Hauptbösewicht schlecht gewählt ist, nichts mehr.

Bild:

Black Panther/T'Challa (Chadwick Boseman)
Black Panther/T’Challa (Chadwick Boseman) © Marvel Studios

Dem 4K-UHD-Set liegt neben der Ultra-HD-Schreibe auch die herkömmliche Blu-ray bei, die zwar keine IMAX-Szenen beinhaltet, dafür allerdings mit einer absolut referenzwürdigen Bildqualität aufwartet. Der Transfer ist im Ansichtsverhältnis 2,39:1 (16:9) gehalten, ist messerscharf, liefert eine tolle Detaildarstellung und bietet kräftige Farben sowie ein stets ausgewogenes Kontrastverhältnis – hier gibt es wahrlich nichts zu beanstanden. Die 4K-UHD-Fassung steht dieser Qualität in nahezu nichts nach, liegt diese doch in nativem 4K vor und bietet sogar das neue dynamische Dolby Vision, auch wenn es dazu keinen Hinweis auf dem Cover des Films gibt. Das mit statischen Metadaten arbeitende HDR10 wird selbstverständlich ebenfalls unterstützt und bietet zu meiner großen Überraschung hier sogar die beste Bildqualität. Während mittels Dolby Vision-Einsatz einige hellere Bereiche zum überstrahlen neigen und es in dunkleren Bildbereichen manchmal sogar zu einem leichten Detailverlust im Hintergrund kommen kann, ist bei HDR10 nichts davon zu sehen. Insgesamt aber eine sehr gute Bildqualität, mit der man überaus zufrieden sein kann.

Ton:

Black Panther (Chadwick Boseman)
Black Panther (Chadwick Boseman) © Marvel Studios

Hier gibt es einige Unterschiede bei den jeweiligen Fassungen: Während die deutsche Sprachfassung auf beiden Medien jeweils in Dolby Digital Plus 7.1 vorliegt, bietet die Blu-ray den englischen Originalton mit DTS-HD Master Audio 7.1-Sound, wohingegen dieser auf der 4K-UHD sogar im neuen Dolby Atmos-Format vorliegt. Zwar kann man mit allen Tonformaten im Großen und Ganzen zufrieden sein, dennoch ist es etwas verwunderlich, warum man sich beim deutschen Ton wieder einmal auf DD+ beschränkt, das hier auch „nur“ eine Datenrate von 0.8Mbps beinhaltet. Die Abmischung klingt dennoch sehr räumlich und fährt zahlreiche direktionale Surround-Effekte auf, richtig laut oder drückend wird es während der Actionsequenzen allerdings nicht. Der Tieftonkanal wird zwar mit ins Kampfgeschehen einbezogen, dennoch kommt man nicht umher zu sagen, dass der Subwoofer nicht wirklich gefordert wird. Hörbar besser macht es da der englische Dolby Atmos-Mix, der nicht nur etwas offener sondern auch dynamischer klingt. Für eine exzellente Dialogverständlichkeit wird hingegen auf allen Tonspuren gesorgt, während der Score des schwedischen Komponisten Ludwig Göransson (Creed – Rocky’s Legacy), der hier vom US-amerikanischen Rapper und Songschreiber Kendrick Lamar unterstützt wird, das zentrale Element des Tons darstellt.

Extras:

Black Panther: Shuri (Letitia Wright)
Black Panther: Shuri (Letitia Wright) ©Marvel Studios 2018

Das Bonusmaterial ist auf der beiliegenden Blu-ray untergebracht und teilt sich folgendermaßen auf:

▪ Audiokommentar mit Regisseur Ryan Coogler und Produktions-Designerin Hannah Beachler
▪ Featurettes:
– Ein neuer Held im Marvel Cinematic Universe (5:34 min.)
– Ein verborgenes Königreich wird enthüllt (6:57 min.)
– Die Kriegerinnen von Wakanda (6:08 min.)
– Die Technologie von Wakanda (6:15 min.)
▪ Pannen vom Dreh (1:38 min.)
▪ Zusätzliche Szenen (6:53 min.)
▪ Vom Papier auf die Leinwand: Eine Gesprächsrunde (20:27 min.)
▪ Marvel Studios: Die ersten zehn Jahre – Verbindungen (8:38 min.)
▪ Exklusive Vorschau: Ant-Man and the Wasp (2:26 min.)
▪ Trailershow:
Ant-Man and the Wasp (1:44 min.)

Für eine Produktion die an den Kinokassen weltweit für ein Einspielergebnis von über 1,3 Milliarden US-Dollar sorgte, zeigt sich diese Edition recht sparsam bestückt. Aber auch wenn nicht viele Beiträge vorhanden sind und ein richtiges Making-of fehlt, so sind die enthaltenen Beiträge dennoch interessant. Vor allem der Audiokommentar und die vier Featurettes, welche sich neben dem Black Panther auch mit dessen Heimat und Technologie auseinandersetzen, sind überaus sehenswert. Keinesfalls verpassen sollte man zudem die Gesprächsrunde, in der es unter anderem um die Ursprünge der Comicfigur geht sowie das Verbindungen-Special, in dem noch einmal ausführlich darauf eingegangen wird, wie die ganzen Filme des Marvel Cinematic Universe zusammenhängen. Sämtliche Extras liegen zudem in HD vor und sind auch deutsch untertitelt. Ein Wendecover beinhaltet die 4K-UHD-Veröffentlichung leider nicht und auch den beiliegenden Schuber ziert ein festes FSK-Logo, was bedauerlich für Sammler ist.

Fazit:

Schon vor dem Kinoauftritt war ich kein Fan des Black Panther und auch nachdem ich den Film gesehen habe, werde ich es wohl auch nicht mehr werden. Dessen kurzer Auftritt in ‚The First Avenger: Civil War‘ hat mir zwar gut gefallen und es ist auch nett endlich zu erfahren, weshalb T’Challa so schnell rennen und springen kann, so stark und obendrein auch noch kugelsicher ist, der Rest des Films fühlt sich aber eher wie Nebensache an. Technisch betrachtet hingegen ist der Film überaus gelungen, bietet zahlreiche Schauwerte und mit Ulysses Klaue oder der schlagfertigen Okoye sogar zwei richtig interessante Figuren und vermittelt unter anderem auch wegen der musikalischen Untermalung, ein tatsächlich großartiges afrikanisches Flair. In Bezug auf die Bild- und Tonqualität wird man ebenfalls nicht enttäuscht, weshalb Marvel-Fans bedenkenlos zugreifen dürfen.


von Roland Nicolai


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