Avengers: Endgame – Kritik zum abschließenden MCU-Film

Thanos in Avengers Endgame
Thanos in Avengers Endgame © Marvel Studios 2019

Die Kritik:

Avengers:Endgame ist der 22. Blockbuster des MCU. Mit etwas Verzögerung und Trickserei wurde er gemessen am Einspielergebnis außerdem zum erfolgreichsten Film aller Zeiten gekrönt – doch dazu später mehr. In unserer Kritik sollen ferner die wichtigsten Fragen geklärt werden. Außerdem wird ein Blick auf Bild, Ton und Extras geworfen.

Blu-ray Cover © Marvel Studios 2019

Was passiert in Avengers: Endgame?

Nach dem Vorgänger Infinity War und seinem grandiosen Ende herrscht hier erst einmal trostlose Stimmung. Die Hälfte alles Leben wurde ausgelöscht und das unwiderruflich wie es scheint. Die Überlebenden lecken daher ihre Wunden, bis Captain Marvel unversehens auf den Plan kommt. Mit dieser Superheldin kommt frischer Wind auf, um Bösewicht Thanos zur Strecke zu bringen. Wer nun ein dreistündiges Gekloppe erwartet, dürfte aber überrascht werden. Stattdessen gestaltet sich das Folgende nach frühem Twist sehr offen. Die eine große Schlacht oder gar mehrere Kämpfe gegen den Superschurken – wie man es aus Infinity War kannte – gibt es deshalb erst einmal nicht.

Wie kann eine Lösung gefunden werden?

(Achtung: kleiner Spoiler)

Weder neue Bösewichte tauchen auf, noch gibt es irgendwelchen weiteren Ärger auf der Welt. Und so trostlos das Gezeigte erscheint, so klar ist dann jedem Zuschauer, dass es eine Lösung geben wird. Als sich alle schon mit der Situation abgefunden haben, wird jene dann zufällig gefunden und gleichzeitig weitgehend glaubwürdig herangetragen: Die Möglichkeit der Zeitreise wird nicht nur möglichst wissenschaftlich aufzuzeigen versucht, sie wird auch sehr augenzwinkernd und zitatenreich umgesetzt. Nichtsdestotrotz hinkt die Logik der „Kann-ich-die-Gegenwart-verändern-wenn-ich-die-Vergangenheit-ändere“-Problematik natürlich auch hier.

Wie actionreich ist Endgame?

AVENGERS: ENDGAME..Tony Stark/Iron Man (Robert Downey Jr.) ©Marvel Studios 2019
Tony Stark/Iron Man (Robert Downey Jr.) © Marvel Studios 2019

Der Film entfaltet sich früh zu einem Drama, wenngleich der typische und erfrischende Marvel-Humor nie verloren geht. Planung und Umsetzung des Coups reißen im Anschluss einen großen Teil des Inhalts an sich. Die Actionszenen sind rar gesät bis es zum großen Finale kommt. Der Stil einer einzigen gigantischen Schlacht wird also nicht weiter fortgeführt, was sowohl Gutes als auch Schlechtes mit sich bringt.

Muss man Marvel-Kenner sein oder gar alle Filme zuvor gesehen haben?

Die Avengers in Endgame halten zusammen
Die Avengers in Endgame halten zusammen © Marvel Studios 2019

Ein typisches Jein. Avengers: Endgame funktioniert vor allem deshalb, weil er sämtliche Charaktere des MC-Universums zusammenführt und den meisten ein gemeinsames Ende beschert. Wer diese kennt und liebgewonnen hat, leidet natürlich umso mehr mit ihnen. Zudem gibt es unzählige Szenen aus der Vergangenheit, die die Beschaffung der Infinity-Steine zeigen. Wer sich hier auskennt, hat einen großen Vorteil. Denn während im Vorgänger-Film die vielen Charaktere hervorragend eingebracht wurden, gelingt das hier schwieriger. Auch die Infinity-Steine werden hier kaum erklärt bzw. eingesetzt. Man muss zu dem Schluss kommen, sie seien nur gemeinsam mächtig.

Andererseits wird in Endgame möglichst viel zu erklären versucht, damit auch weniger Vertraute stets auf der Höhe bleiben. Ein schwieriger Drahtseilakt, der aufgrund der vielschichtigen Story, in der jede Person eigene Aufgaben zu erledigen hat, jedoch meistens gut gemeistert wird.

Bild:

Das Bild der Blu-ray ist astrein. Tolle Effekte, unglaubliche Weiten und eine bunte Endschlacht sind hier zu nennen. Filmkörner und krisselige Momente gibt es kaum. Wer ein noch klareres Bild und sattere Farben haben will, greift natürlich zur 4K-Edition.

Ton:

Disneys Dolby Digital plus 7.1 liefert einen tollen Sound ab. Die Actionszenen sind eine Spur zu laut, ansonsten gibt es aber auch hier nichts zu bemängeln.

Extras:

Was Avengers: Endgame schließlich zum erfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten machte, ist einem Trick geschuldet. So wurde der Streifen weit nach ursprünglichen Kinostart nochmal ausgestrahlt – und zwar mit zusätzlichem Bonusmaterial. Das gelang und so wurde Avatar in Sachen Einspielergebnis doch noch überholt. Auch auf der Blu-ray gibt es viele Extras. Dieses umfasst ein Intro der Regisseure Anthony und Joe Russo, das Feature „In Gedenken an Stan Lee sowie ein Blick hinter die Kulissen über Robert Downey Jr., Captain America, Thor und Black Widow. Weitere Extras enthalten Pannen vom Dreh, zusätzliche Szenen und einen Audiokommentar über den kompletten Film.

  • 7/10
    Film - 7/10
  • 9/10
    Bild - 9/10
  • 7/10
    Ton - 7/10
  • 7/10
    Extras - 7/10
7.5/10

Kurzfassung

Spannendes, aber weniger dramatisches Ende vieler Charaktere im MCU.

Fazit:

Avengers: Endgame hat einen zu großen Teilen zufriedenstellenden Schluss vieler Marvel-Charaktere beschert. Womöglich hätte mehr Action oder Dramatik dem Sci-Fi-Streifen in seinen drei Stunden gut getan. Doch ansonsten ist der 22. Film des MCU ein wahres Fest für alle Fans.


von Nicolas Wenger


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