American Gods / Collector’s Edition (1. Staffel) – Blu-ray Kritik

American Gods - Der slawischen Gott Czernobog (Peter Stormare) spielt gerne Dame
Der slawischen Gott Czernobog (Peter Stormare, links) spielt gerne Dame © FremantleMedia/StudioCanal

Die Kritik:

American Gods ist die Serienverfilmung des gleichnamigen Roman von Neil Gaiman. Nach ihrem Angebot bei Streaming-Anbieten, sind die acht Folgen der ersten Staffel nun seit dem 27.07.2017 auf Blu-ray zu haben. Das Fantasy-Buch stammt bereits aus dem Jahre 2001, doch erst 15 Jahre später wurde sich an die schwierig zu verfilmende Geschichte über Götter gewagt. Dafür zeigen sich die Serienschöpfern Bryan Fuller („Hannibal“, „Heroes“) und Michael Green („Logan: The Wolverine“, „Heroes”) verantwortlich.

American Gods Bluray Cover
American Gods Blu-ray Cover © FremantleMedia/StudioCanal

Zuschauerzahlen und Kritiken waren gleichermaßen erfolgreich und so wurde sich früh für eine zweite Staffel entschieden. Trotzdem ist die anspruchsvolle Serie sicherlich nicht für jedermann oder mal so für zwischendurch gedacht. Vielmehr verlangt sie Geduld und den Willen, sich mit den rund 459 Minuten auseinanderzusetzen. Das liegt zum einen an den skurrilen Bildern, die beispielsweise Stiere mit brennenden Augen, ein Dame-Spiel um den Tod oder Sex-Szenen, in denen der Mann schlicht eingesaugt wird, vereinen. Zum anderen gibt es nur spärliche Infos und die Geschichte geht nur schleppend voran. Diese handelt grob von der Besiedelung Amerikas (meist in den Anfangssequenzen jeder Folge mit einer angenehmen Erzähler-Stimme nahe gebracht) und dem zu- und wieder abnehmenden Glauben an die Götter. Denn die aktuell mächtigen Gottheiten sind diejenigen, denen man gerade am meisten Aufmerksamkeit schenkt. So sind auch die neuen Götter zu verstehen, da den Menschen Technologie, Medien bzw. Kommerz wichtiger geworden sind. Sie alle wandeln in Menschengestalt auf der Erde herum. Mittendrin befindet sich Shadow Moon (Ricky Whittle), der gerade aus dem Knast entlassen wurde und seine geliebte Frau verloren hat. Er wird von dem mysteriösen Mr. Wednesday (Ian McShane), einem der ursprünglichen Gottheiten, rekrutiert. Wofür genau, bleibt rätselhaft.

„Staffel eins behandelt grob geschätzt ein Fünftel des Romans“
Bruce Langley alias Technical Boy

American Gods - Die neuen Götter haben es in sich
Die neuen Götter haben es in sich © FremantleMedia/StudioCanal

Noch im Laufe der ersten Folge werden ein paar Götter vorgestellt ohne allzu viel zu verstehen. Anschließend wird die Geschichte etwas geradliniger mit weniger wechselnden Szenen bis zu einem tollen und spannendem Kammerspiel mit dem slawischen Gott Czernobog (Peter Stormare). Nach einer weiteren Folge, die mehr Fragen als Antworten liefert, wird die Vorgeschichte von Shadow und seiner Frau Laura (sehr erfrischend: Emily Browning) erzählt. Die Story endet nach der vierten Folge derweil genauso wie die vorherige Folge geendet hat. Daraufhin gibt es das erste Treffen der alten und neuen Götter in einem Verhörraum der Polizei und erste Konflikte werden offensichtlicher. Zuletzt verweben ein paar Handlungsstränge bzw. Nebenfiguren miteinander und bieten einen recht wilden, komischen Roadtrip bis zum kleinen Finale. Daneben wird ein Märchen um die Lebensgeschichte von Mad Sweeney (Pablo Schreiber) erfasst, der kein echter Gott ist, sondern ein Leprechaun, also ein irischer Kobold.

Bild:

Die Bilder in der Serie sind wie erwähnt ziemlich skurril, eklig und düster. Viele Großaufnahmen, die teilweise auch noch in Zeitlupe eingefangen werden, sind gleichermaßen faszinierend und abstoßend. Die CGI Effekte sind auf einem gutem, aber typisch für Streaming-Serien nicht allerhöchstem Niveau.

Ton:

Der Sound der Blu-ray präsentiert sich insgesamt ähnlich gut, ist aber durch Lautstärken-Schwankungen und einigem nuscheln manchmal schwer zu verstehen. Die derbe Sprache (auch der Götter) ist manchmal etwas arg übertrieben geraten.

Extras:

Inhalt von American Gods
Vollbepackter Inhalt der Blu-ray © FremantleMedia/StudioCanal

Die Extras von „American Gods / Collector’s Edition (1. Staffel)“ umfassen viele Interviews mit Machern und Schauspielern (u.a. ein 53 minütiges auf der Comic-Con). Dazu gesellen sich noch sechs Postkarten, die einige Gottheiten abbilden. Empfehlenswert ist vor und während der Serie unbedingt das mitgeschickte Booklet, das weitgehend spoilerfrei bleibt. Die Interviews (auch schon die auf der ersten der vier Blu-rays) sollten erst nach den acht Folgen gesichtet werden. So wird dem Zuschauer einiges – und spätestens im Nachhinein – bewusster ohne Handlungen vorausgesagt zu bekommen.

Fazit:

American Gods ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans aus dem Jahre 2001. Die langsame Einführung in eine ganz eigene Welt geschieht in überaschenden und teils brutalen Bilder, die die FSK 16 rechtfertigen. Minutenlange Actionfeuerwerke gibt es allerdings nicht und so heißt es dranbleiben und die zweite Staffel abwarten. Diese soll dann vermehrt die neuen Götter behandeln.


von Nicolas Wenger

Mehr:
Trailer: Blu-ray:

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