Suchtgefahr: Erste deutsche Netflix-Serie „DARK“

Motiv zur Serie Dark
Motiv zur Serie Dark © Netflix

„DARK“ ist die erste Netflix-Serie, welche komplett in Deutschland entwickelt, produziert und gefilmt wurde. Sie ist in jeder Hinsicht besonders und vor allem anders. Anders als alles, was man sonst aus dem deutschen Film- und Fernsehhause kennt.


Die Geschichte handelt von vier Familien aus der Kleinstadt Winden, deren Alltag sich schlagartig verändert, als ein kleiner Junge spurlos verschwindet. Geheimnisse, tragische Vorkommnisse, menschliche Abgründe, Verzweiflung und die Zeit selbst sind das Fundament auf dem DARK steht. (Ab 1. Dezember 2017 exklusiv auf Netflix)

Hauptplakat zur Serie Dark
Hauptplakat zur Serie Dark © Netflix

Dafür verantwortlich sind Baran bo Odar (Who am I – Kein System ist sicher) und seine Frau Jantje Friese (Who am I – Kein System ist sicher), die gemeinsam die Regie geführt und das Drehbuch geschrieben haben. Das Duo hat für diese Serie den typisch deutschen Filmstil über Bord geworfen und versucht etwas Neues, Spannendes mit deutschem Charakter zu schaffen, dass sich international durchsetzen kann. Ein Hauch amerikanischer Filmkunst ist daher nicht von der Hand zu weisen. Obwohl die Geschichte an einigen Ecken gewisse inhaltliche Überschneidungen mit anderen Krimi/Science-Fiction Serien aufweist (US Netflix-Serie „Stranger Things“ beispielsweise), ist sie irgendwie ganz anders und tatsächlich einfach wirklich gut! Man wird selbst zum Denken angeregt, tappt manchmal auch ganz ahnungslos im Dunkeln, um dann doch wieder von der Geschichte abgeholt und auf den richtigen Pfad gebracht zu werden.

Nicht zuletzt steht und fällt ein solches Projekt mit seinen Darstellern. Wer deutsche Schauspielkunst kennt, wird hier sicher viel genauer hinschauen. Wer sich bis dato weniger damit befasst hat, wird wahrscheinlich überrascht sein. Vor allem die Jungdarsteller überzeugen in „DARK“ auf ganzer Linie. Der ein oder andere „alte Hase“ kann sich da schon mal eine Scheibe abschneiden, denn einige wenige Szenen wirken leider sehr gespielt und unnatürlich. Besonders in puncto Emotionen haben die Jungen den Alten etwas voraus.

Insgesamt ist der Cast dennoch gut gemischt und auch überraschend. Neben deutschen Größen wie Oliver Masucci (Er ist wieder da) und Angela Winkler (Tatort), glänzen junge Schauspielkollegen wie Louis Hoffmann (You are wanted) oder Lisa Vicari (Einmal bitte alles) in ihren Rollen und wachsen mit ihnen.

Darüber hinaus ist defintiv das unglaublich grandiose Sounddesign hervorzuheben. Jeder Ton sitzt und sorgt für noch mehr Nervenkitzel. Sensationell!

Kurzum: „DARK“ ist eine sehr gelungene deutsche Produktion, die hoffentlich im Verlauf der Geschichte nicht an Spannung nachlassen wird. Achtung – Suchtgefahr!

Bewertung: sehr sehenswert und vielversprechend

von Aline Nickel

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